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Veröffentlicht: 09.01.2008, 14:43 Uhr

Entscheidung im Hoyzer-Prozess verschoben Plasma-Fernseher für 1,8 Millionen Euro

Das Landgericht Berlin hat noch kein Urteil im vom Deutschen Fußball-Bund angestrengten Schadensersatz-Prozess gegen den früheren Schiedsrichter Robert Hoyzer gefällt. Als Termin für einen möglichen Urteilsspruch wurde Mitte März angekündigt.

© AP Das Spiel seines Lebens: SC Paderborn gegen den Hamburger SV im DFB-Pokal 2004

Das Landgericht Berlin hat noch kein Urteil im vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) angestrengten Schadensersatz-Prozess gegen früheren Schiedsrichter Robert Hoyzer gefällt. Als Termin für einen möglichen Urteilsspruch wurde Mitte März angekündigt, jedoch sehen beide Parteien die Möglichkeit eines Vergleiches noch vor diesem Termin. Nachdem es in der Güteverhandlung zu keiner Einigung kam, legte der Vorsitzende Richter Michael Hirschfeld die Auffassung der 2. Zivilgerichts-Kammer dar, nach der die Ansprüche des DFB in Bezug auf Bestechungsgelder, Schiedsrichter-Vergütungen und Verfahrenskosten der DFB-Gerichtsbarkeit auf berechtigten Grundlagen basieren. Noch keine einheitliche Meinung hat sich die Kammer bezüglich des Schadensersatzes im Zusammenhang mit dem von Hoyzer manipulierten DFB-Pokalspiel SC Paderborn gegen den Hamburger SV gebildet, tendiert aber zur Position des DFB.

Der wegen des Fußball-Wettskandals bereits verurteilte Hoyzer wurde vom DFB auf Schadensersatz in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro verklagt. Hoyzer, der selbst nicht zur Verhandlung kam, war 2005 wegen Beihilfe zum Betrug zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt worden. Er hatte im Strafverfahren gestanden, gegen Geld und Sachleistungen Spiele verschoben zu haben. Im Mai 2007 hat er in Berlin seine Gefängnisstrafe angetreten.

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Der Hamburger SV macht 1,5 Millionen Euro geltend

Den größten Teil der Klageforderung macht nach DFB-Angaben eine Ausgleichszahlung an den Hamburger SV in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus, mit dem der Verband dem Verein entgangene Einnahmen im Pokalwettbewerb ersetzte. Der HSV hatte am 21. August 2004 die von Hoyzer manipulierte Begegnung der ersten DFB-Pokal-Runde beim SC Paderborn mit 2:4 verloren und war damit aus dem Wettbewerb ausgeschieden. Außerdem soll Hoyzer zu Unrecht erhaltene Schiedsrichter-Honorare zurückzahlen und für die Kosten des außerordentlichen DFB-Bundestages aufkommen, der zur Aufarbeitung des Wettskandals einberufen wurde.

Zivilprozess gegen Ex-Schiedsrichter Hoyzer © ddp Vergrößern Robert Hoyzer: falsche Pfiffe für 67.000 Euro könnten 1,8 Millionen kosten

Der DFB hatte bereits kurz nach Abschluss des Strafverfahrens zivilrechtliche Schritte gegen den Ex-Referee angekündigt. Hoyzers Anwalt Thomas Hermes wies die Forderungen als unbegründet zurück. Der DFB könne sich nicht auf Kosten seines Mandanten mit dem Hamburger SV auf eine Abfindungszahlung vergleichen, sagte er. Außerdem gehe es nicht an, dass der DFB auf Hoyzers Kosten einen außerordentlichen Bundestag abhalte, um seine Statuten nachzubessern.

Sapina muss Wettgewinne zurückzahlen

Knapp anderthalb Jahre vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland hatte die Wett-Affäre Anfang 2005 für großes Aufsehen gesorgt. Hoyzer räumte vor Gericht ein, 2004 unter anderem die Regionalliga-Spiele Braunschweig gegen St. Pauli und Wuppertal gegen Werder Bremen Amateure, die Zweitligapartie Ahlen gegen Burghausen sowie das DFB-Pokalspiel Paderborn gegen den HSV manipuliert zu haben.

Er hat dafür nach eigenen Angaben 67.000 Euro und einen 3.700 Euro teuren Plasma-Fernseher bekommen. Der als Drahtzieher des Manipulations-Skandals verurteilte Ante Sapina hatte sich bereits Ende März in einem Schadensersatzprozess mit der Deutschen Klassenlotterie auf einen Vergleich geeinigt. Er muss bis zum 30. April dieses Jahres zu Unrecht ausgezahlte Wettgewinne in Höhe von 1,8 Millionen Euro zurückzahlen.

Quelle: FAZ.NET mit AP

 

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