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Englischer Fußball Nach dem Skandal trifft Rooney wieder

09.09.2010 ·  Auch der englische Fußballstar hatte eine Affäre mit einer Prostituierten - während der Schwangerschaft seiner Frau Coleen. Auf dem Platz zeigt sich Rooney mit Millimeter-Haarschnitt - und brilliert als hängende Spitze.

Von Christian Eichler
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Der schnellste Mann der Welt hatte den Schlamassel kommen sehen. „Wayne Rooney ist genauso alt wie ich - er ist verheiratet und hat ein Kind“, sagte Usain Bolt. „Du willst nicht verheiratet sein, wenn du so jung bist! Besonders wenn du berühmt bist. Denn dann werfen die Mädchen sich dir nur so um den Hals.“ Es waren prophetische Worte, nicht einmal zwei Wochen bevor Rooneys Fußballkarriere nun durch eine Frauengeschichte erschüttert wird. Die 21-jährige Engländerin, die binnen vier Monaten sieben Nächte mit dem Stürmer verbracht haben will - und das während der Schwangerschaft von dessen Frau Coleen -, handelte allerdings nicht allein als Fan. Sie arbeitet in der Tarifklasse von 1200 Pfund pro Nacht. Der Preis, den das Enthüllungsblatt „News of the World“ bezahlt hat, um ihr diese Geschichte abzukaufen, wird noch manche Null mehr aufgewiesen haben.

Nur zwei Tage nach dem 4:0 gegen Bulgarien, das den WM-Blues im ersten EM-Qualifikationsspiel ein wenig linderte, hatte Englands Nationalteam am Sonntag schon wieder ein Problem - und wieder eins, das aus dem Privatleben eines Stars kam, so wie zu Jahresbeginn bei dem danach abgesetzten Kapitän John Terry. Weil so ein Skandal fast jeden treffen kann, gibt es im Team eine „wachsende Wagenburgmentalität“, wie der „Independent“ findet. Sie zeigte sich am Dienstag in Basel, wo England die Schweiz 3:1 besiegte und Trainer Fabio Capello die „beste erste Halbzeit“ seiner Amtszeit sah.

Öffentlich rauchend und urinierend

Und Rooney, der Mann im Zentrum des Sturmes? Er zeigte einen neuen Haarschnitt, millimeterkurz wie bei einem Delinquenten, und brillierte in neuer Rolle, als Mischung aus Spielmacher und hängender Spitze. Gegen Bulgarien hatte er alle vier Tore vorbereitet. Gegen die Schweiz traf er zum 1:0. Es war sein erstes Tor für England seit einem Jahr. Nach einer starken Leistung wurde er nach 78 Minuten unter großem Beifall der mitgereisten Fans ausgewechselt. Von Capello gab es ein Sonderlob: „Der Druck auf ihm war groß, aber er spielte wirklich gut.“

Ein weniger rauschender Empfang erwartete Rooney am Mittwoch. Da kehrte er erstmals seit der Veröffentlichung der Affäre heim zu Frau und Kind nach Manchester. Und zu Trainer Alex Ferguson und zu seinen Sponsoren, die allesamt über die Enthüllungen ebenso wenig glücklich sein dürften wie Coleen Rooney. Zwar war schon vorher bekannt, dass er in seinen frühen Profitagen Prostituierte besucht hatte. Einer gab er sogar ein Autogramm. Doch da war er noch ein ungehobelter Bursche aus Liverpool und nicht der Vorzeigeprofi eines Weltklubs.

Sechs Verteidiger, drei Mittelfeldspieler und vier Stürmer

Im letzten Monat wurde sein braves Familienvater-Image bereits durch Pressefotos beschädigt, die ihn bei einem nächtlichen Kneipenbummel zeigten, öffentlich rauchend und urinierend. Vielleicht erlebt England am Beispiel seines besten Spielers aber nur eine überfällige Korrektur und lernt, dass der echte, der urgewaltige Rooney nur ganz oder gar nicht zu haben ist: einer, der auf dem Platz nur dann er selbst sein kann, wenn er es auch privat sein darf.

Ein Fest ist das nur für die englische Boulevardpresse, die nun schreiben kann, wie viel Coleen wohl für die Scheidung bekäme; was Rooney der käuflichen Geliebten angeblich Abschätziges über Kollegen wie Cristiano Ronaldo flüsterte; und welche kickenden Kollegen sie außerdem in ihrem Lotterbett betreute. In ihrer Buchführung hat die Dame präzise nach Positionen unterschieden: sechs Verteidiger, drei Mittelfeldspieler und vier Stürmer. Nur ein Torwart fehlt ihr noch.

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