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EM-Qualifikation Überheblich und außer Form: Italien blamiert sich

03.09.2006 ·  Weltmeister Italien ist mit einem enttäuschenden 1:1 gegen Litauen in die EM-Qualifikation gestartet und hat Erinnerungen an die Weltmeister von 1982, die bei der EM 1984 zuschauen mußten, wach werden lassen. Auch anderen Favoriten taten sich schwer.

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Weltmeister Italien nach einer Blamage am Boden, Europameister Griechenland mit Otto Rehhagel als schnöder Ergebnisminimalist und die Niederlande mit einem Dusel-Sieg gegen einen Fußball-Zwerg: Der Auftakt in die Qualifikation zur EM 2008 verlief für einige Favoriten nicht nach Plan, und auch beim größten deutschen Kontrahenten mußte tief durchgeatmet werden. Während die Slowakei beim 6:1-Sieg gegen Zypern ihren Status als Geheimfavorit in der Gruppe D untermauerte, quälte sich Tschechien zu einem erst in der Schlußminute gesicherten 2:1-Erfolg gegen Wales.

Das staatliche tschechische Fernsehen „CT“ taufte Nationaltrainer Karel Brückner kurzerhand in „Karel Glückner“ um. Ausgerechnet Debütant David Lafata hielt die ersatzgeschwächten Tschechen mit einem Tore-Doppelpack auf Kurs. „Nach dem späten Ausgleich ging die Angst vor der Pleite um, doch die Mannschaft resignierte nicht“, sagte Brückner, dem nach dem WM-Vorrundenaus eine weitere herbe Enttäuschung erspart blieb.

Mintal und Karhan treffen für die Slowakei

Mehr Respekt als vor Tschechien dürfte Bundestrainer Joachim Löw nun vor der Slowakei haben, die am 11. Oktober der übernächste deutsche Gegner ist. Marek Mintal vom 1. FC Nürnberg traf an seinem 29. Geburtstag zwei Mal und auch der neue Rekord-Nationalspieler Miroslav Karhan vom VfL Wolfsburg steuerte ein Tor zum Schützenfest von Bratislava bei. „Die Jungs haben sich sehr verantwortungsvoll verhalten“, zollte Trainer Dusan Galis aber eher sparsames Lob, um die Konzentration für das Bruderduell am Mittwoch gegen Tschechien hoch zu halten.

EM-Qualifikation: Italien blamiert sich

Die Zeit für harsche Kritik an seinen Spielern ist für Roberto Donadoni schon nach dem ersten Pflichtspiel unter seiner Regie bei Weltmeister Italien gekommen. Überheblich und außer Form präsentierte sich die Squadra Azzurra gegen Litauen und steht nach dem 1:1 von Neapel mächtig unter Druck. „Das ist die Realität. Wir müssen nach vorne schauen und können uns nur verbessern“, sagte Donadoni vor der mit Spannung erwarteten Neuauflage des WM-Finales am Mittwoch in Paris gegen Frankreich.

Toppmöllers Georgier ohne Chance

Für Gennaro Gattuso ist das nächste Duell schon der Wegweiser zur EM. „Unser Besuch in Frankreich wird entscheidend sein.“ Torschütze Filippo Inzaghi zeigte sich aber kämpferisch. „Wir werden nicht so enden wie die Weltmeister von 1982.“ Das Team hatte sich nicht für die anschließende EM 1984 in Frankreich qualifizieren können.

Der Weltmeisterschaftszweite Frankreich gehörte zu den Favoriten, die sich zum Auftakt der Ausscheidungsrunde für das Turnier in Österreich und der Schweiz keine Blöße gaben. Georgien und seinem deutschen Trainer Klaus Toppmöller wurde beim 3:0 keine Chance gelassen. „Wir haben uns dumm angestellt und nicht 100 Prozent bringen können“, sagte Toppmöller. Bei den Franzosen verstärkte Franck Ribery als Paßgeber zu zwei Toren die Erwartungen, zum Zidane-Nachfolger zu avancieren.

Polen setzt Abwärtstrend fort

Auch England (5:0 gegen Andorra) und Spanien (4:0 gegen Liechtenstein) hatten gegen leichte Auftaktgegner keine Probleme. Die Niederlande schrammten aber haarscharf an einer Blamage vorbei. Der einzige Bundesliga-Profi im Oranje-Team, der Neu-Hamburger Joris Mathijsen, erzielte den einzigen Treffer beim 1:0 gegen Luxemburg. Die schon bei der WM enttäuschenden Polen setzten ihren Abwärtstrend fort und mußten unter ihrem neuen Trainer Leo Beenhakker eine 1:3- Heimpleite gegen die von Roy Hodgson betreuten Finnen hinnehmen.

Otto Rehhagel konnte mit Griechenland in Moldawien zwar 1:0 gewinnen, sich aber dennoch nicht als Sieger fühlen. Unvermindert hält im Land des Titelverteidigers die Kritik am deutschen Trainer an. „Otto dreh um!“, forderte das Sportblatt „Athlitiki“ unmißverständlich. Auch die Zeitung „Sportday“ legte mit unverhohlener Kritik an der Personalpolitik von „König Otto“ nach: „Rehhagel wieder mit falschen Entscheidungen.“ Rehhagel vertraute auf neun EM-Sieger von 2004 und schickte eine Mannschaft mit sieben Spielern über 30 Jahren auf das Feld.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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