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EM-Qualifikation Ottos Griechen unter Druck

01.09.2006 ·  Mit 19 Begegnungen beginnt am Wochenende der große Ansturm auf die 14 freien Plätze bei der Fußball-EM 2008. Besonders Titelträger Griechenland mit Trainer Rehhagel ist nach zwei erfolglosen Jahren gefordert.

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Die ersten drei Partien sind zwar schon gespielt, die etablierten Fußball-Nationen starten ihr Unternehmen EM-Qualifikation 2008 aber erst am Samstag: Mit 19 Begegnungen in ganz Europa beginnt am Wochenende der Ansturm auf die 14 freien Plätze in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni 2008). Sieben ehemalige Titelträger sowie der aktuelle Europameister Griechenland sind dabei im Einsatz.

Griechenlands Trainer Otto Rehhagel hatte die ständige Kritik der Medien in den vergangenen Wochen satt. Vor dem Auftaktspiel der Griechen, die sich als Titelverteidiger trotzdem qualifizieren müssen, sprach der deutsche Trainer ein Machtwort. „Ich ganz allein und niemand sonst bin für die Entscheidungen verantwortlich. Ich mache es so, wie ich es für richtig halte. Ich habe Spieler berufen, die das Nationalteam wie ihre Westentasche kennen“, sagte Rehhagel über die Kritiker, die sich erlaubt hatten, eine Blutauffrischung zu fordern.

Rehhagel fordert Ehrgeiz und Leidenschaft

Der Coach, der auch die Frankfurter Ioannis Amanatidis und Sotirios Kyrgiakos für das Spiel gegen Moldawien nominierte, setzt vornehmlich weiter auf seine Routiniers, die vor rund zwei Jahren in Portugal die Sensation geschafft haben. Daran ändert weder die verpaßte Qualifikation für die WM-Endrunde, noch die zurückliegende 4:0-Niederlage in England etwas.

Rehhagel baut auf seine alte Garde, weil er ihr zutraut, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren. „Um es bis zur Endrunde zu schaffen, brauchen wir großen Ehrgeiz und viel Leidenschaft. Um das zu entwickeln, müssen wir gleich einen guten Start hinlegen. Obwohl Moldawien nicht zu den großen Teams in Europa gehört, wird das Spiel dort sicher nicht leicht“, sagte der 68 Jahre alte Trainer des Titelverteidigers.

Weltmeister Italien muß sich beweisen

Um einen erfolgreichen Start feiern zu können, muß sich allerdings die zuletzt löchrige Abwehr, das Prunkstück der Griechen beim EM-Triumph, mächtig steigern. Das weiß auch Rehhagel: „Eine gute Defensive ist gefragt. Zudem müssen wir vorne unsere Chancen nutzen. Wir suchen nach Lösungen und müssen die richtige Mischung finden. Auch in Portugal haben wir uns vorne schwer getan, aber am Ende Erfolg gehabt.“

Weltmeister Italien tritt in Neapel gegen Litauen an. Das Team des neuen Trainers Roberto Donadoni ist gewarnt. „Der WM-Sieg war ein außergewöhnlicher Erfolg, aber gegen Litauen zählt das nicht mehr“, sagt Kapitän Fabio Cannavaro: „Wir wollen unser neues Abenteuer gut beginnen.“

Toppmöller: „Wir sind kein Kanonenfutter“

55 Tage nach dem Triumph von Berlin und 644 Tage vor der Endrunde ist ein Sieg für die Squadra Azzurra schon mit Blick auf die zweite Partie am Mittwoch von enormer Bedeutung: Dann nämlich kommt es in Paris zur Revanche gegen Vize-Weltmeister Frankreich. Die Equipe Tricolore reist zuvor nach Georgien. „Wir dürfen noch nicht an Italien denken“, fordert Mittelfeldspieler Claude Makelele.

Zumal die Franzosen, die ohne ihren zurückgetretenen Kapitän Zinedine Zidane und den verletzten Stürmer David Trezeguet antreten müssen, in Tiflis Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius und ein hungriger Gegner erwarten. „Wir sind selbstbewußt, kein Kanonenfutter“, sagt Trainer Klaus Toppmöller. Georgien gewann Mitte August sein erstes Spiel gegen die Färöer 6:0.

„Alles andere als ein Sieg kommt nicht in Frage“

In der „deutschen“ Gruppe D empfangen die Tschechen im Spiel eins nach dem Abschied von Pavel Nedved Wales. Viel wird dabei auf den ehemaligen Dortmunder Tomas Rosicky ankommen, der als neuer Kapitän im Mittelfeld die Fäden ziehen soll. Die Slowakei trifft ohne den verletzten Nürnberger Robert Vittek in Bratislava auf Zypern.

England und sein neuer Coach Steve McClaren bekommen es in Gruppe E mit Andorra zu tun. „Seine Arbeit kann auf dem Platz den entscheidenden Unterschied ausmachen“, lobt Mittelfeldspieler Frank Lampard den neuen Trainer, der auf Wayne Rooney, Michael Owen, Gary Neville und Joe Cole verzichten muß. „Wir respektieren Andorra“, sagt Lampard: „Aber alles andere als ein Sieg kommt nicht in Frage.“

Auch Spanien und die Niederlande im Einsatz

Das gilt auch für Spanien, das in Gruppe F gegen Liechtenstein antritt. „Wir werden bei der EM das nachholen, was wir bei der WM versäumt haben“, sagt Trainer Luis Aragones. Ein Scheitern schon in der Qualifikation schließt der Europameister von 1964 aus, obwohl in Schweden (in Lettland) und Dänemark (am Mittwoch in Island) starke Gegner warten.

Mit unangenehmer Konkurrenz hat es auch die Niederlande in Gruppe G zu tun. Während sich Rumänien und Bulgarien zum Schlager in Constanta treffen, reist der Europameister von 1988 zunächst nach Luxemburg. In der Gruppe A beginnt für Serbien mit Trainer Javier Clemente gegen Aserbaidschan eine neue Zeitrechnung. Leo Beenhakker debütiert als neuer Coach der Polen gegen Finnland.

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid
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