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Eintracht Frankfurt Mit Reinhard, Ochs und dem festen Glauben ans Glück

 ·  Kurz bevor Friedhelm Funkel am Freitag nachmittag in die Luft gegangen ist, hat er wie selbstverständlich Bodenhaftung bewahrt. „Nervös? Keine Spur. Warum sollte ich nervös sein? Wir alle freuen uns auf das Spiel bei den Bayern.“

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Kurz bevor Friedhelm Funkel am Freitag nachmittag in die Luft gegangen ist, hat er wie selbstverständlich Bodenhaftung bewahrt. „Nervös? Keine Spur. Warum sollte ich nervös sein? Wir alle freuen uns auf das Spiel bei den Bayern.“ Selbst eine Partie beim Meister, für die meisten noch immer die Begegnung des Jahres, bringt den Trainerfuchs Funkel mit der Erfahrung von 315 Bundesligaspielen nicht aus der Ruhe. „Und Angst haben wir auch nicht“, ergänzte er.

Wieso auch? Die Frankfurter Eintracht, die sich an diesem Samstag in der Münchner Allianz-Arena (15.30 Uhr) mit Branchenprimus Bayern mißt, fühlt sich für den Vergleich des Elften mit dem Ersten gerüstet. Mit „Mut und Mumm“, so die Formel vom Donnerstag, will es die Eintracht in München versuchen. Und, wie von den professionellen Beobachtern seit Tagen erwartet, mit zwei Jungspunden auf den diffizilen Außenpositionen. Auf Patrick Ochs und Christopher Reinhard, den beiden Abwehrkräften auf rechts und links, ruhen Funkels Hoffnungen. Ihnen traut der Frankfurter Trainer zu, daß sie sich gegen die geballte Bayern-Offensive spielerisch zur Wehr setzen. „Das sind zwei Jungs, die das können“, sagte Funkel. „Nun müssen sie eben gegen die Bayern ran. Da müssen sie durch und hinten mehr arbeiten.“

Ochs: Wenn ich spiele, geht die Post ab

Funkel bleibt also wieder einmal seinem Ruf treu, ein Herz für die Jugend zu haben und seinen Nachwuchskräften erstklassige Einsätze zu ermöglichen. Ochs, 21 Jahre alt, und Reinhard, 20 Jahre alt, freuen sich auf die Bewährungsprobe gegen die Bayern. Für den von den Bayern-Amateuren zur Eintracht zurückgekehrten Außenmann Ochs geht gar „ein Traum in Erfüllung“. Die kurzfristige (Kilo)Krise, der sich der flinke, fleißige und stets lauffreudige Ochs während des Trainingslagers in Portugal ausgesetzt sah, ist längst überwunden und Geschichte, und schon vor dem letzten Heimspiel gegen den Hamburger SV hatte ein Ochs auf dem aktuellen Zenit seiner Schaffenskraft versprochen: „Wenn ich spiele, geht die Post ab.“ In der Allianz-Arena darf er sein Versprechen einlösen.

Ein Ochs allein freilich wird nicht genügen, um das Münchner Starensemble entscheidend zu ärgern. Die ganze Eintracht muß funktionieren, vom Torwart bis zum Stürmer, von der ersten bis zur letzten Minute. Friedhelm Funkel sagte nach dem Abschlußtraining am Freitag: „Irgendwann kommt das Quentchen Glück zu uns zurück. Aber nur, wenn man fest daran glaubt.“ Festen Glauben wünscht sich Funkel vor allem für sein stürmisches Duo Francisco Copado und Ioannis Amanatidis. Zuletzt hatte es nicht immer so agiert, wie das allgemein erwartet und gewünscht worden war. Doch Fakt ist auch: Ohne Copado und Amanatidis, den beiden trefflichsten Angreifern, würde die Eintracht nicht mit 25 Punkten auf dem elften Platz stehen.

6400 Fans stärken Eintracht den Rücken

Was darf, was muß die Eintracht in diesem ewig jungen Südklassiker erwarten? Eine Bayern-Elf, die das 1:1 in der Champions League gegen AC Mailand vergessen machen will und deshalb ihr Glück in permanenter Offensive sucht? Sicher ist zumindest eines: Mindestens 6400 Fußballfreunde, die mit der Eintracht sympathisieren und sich entsprechende Eintrittskarten besorgt haben, wollen den Frankfurtern ein stimmungsvoller Rückhalt sein. Das ist zugleich Saisonrekord - und für Funkel die Bestätigung, daß die Eintracht ihren Fans bislang eine gute Saison geboten hat. Einen ähnlich starken Rückhalt dürfte es auch in der nächsten Auswärtspartie geben, die aus gegebenem Anlaß verschoben worden ist. Weil sich der FC Schalke 04 am Donnerstag zu fast mitternächtlicher Stunde in Barcelona in die nächste Runde des Uefa-Pokals gekämpft hat, ist die Bundesligapartie gegen die Eintracht, ursprünglich für den 11. März vorgesehen, von der Deutschen Fußball Liga auf den 12. März (Sonntag, 17.30 Uhr) verlegt worden.

Auf dem Weg zu den Bayern sind Funkel und seine Spieler entspannt um 16.05 Uhr in die Luft gegangen. Mit an Bord der Lufthansa-Maschine: Marko Rehmer. Der Berliner in den Reihen der Frankfurter hat seine Magendarmgrippe auskuriert, und schon am Freitag, als das Gros des Teams in der Kabine verschwunden war und Copado, Alexander Meier und Benjamin Köhler freistoßschießend eine Zusatzschicht einlegten, verbreitete Rehmer Zuversicht. Mit seinem Sohn feixte er fröhlich und spielte nach dem Training Fußball.

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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