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Eintracht Frankfurt Da ist er wieder

30.07.2011 ·  An Oka Nikolov führt bei der Eintracht kein Weg vorbei. Der Routinier kehrt für das Pokalspiel gegen Halle (15.30 Uhr) zwischen die Pfosten zurück. Traienr Armin Veh eröffnet den Konkurrenzkampf mit Kessler neu.

Von Marc Heinrich
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Es bleibt dabei: Die Trainer bei der Eintracht kommen und gehen – Oka Nikolov steht aber immer wieder zwischen den Pfosten. Diese Frankfurter Fußball-Gesetzmäßigkeit wird auch unter Armin Veh fortgeschrieben. Der Coach kündigte am Freitag an, dass er für das Pokalspiel an diesem Samstag beim Halleschen FC (15.30 Uhr) auf den mittlerweile 37 Jahre alten Routinier zurückgreifen wird. Der erst im Sommer neu verpflichtete Keeper Thomas Kessler muss sich dafür mit der Ersatzrolle begnügen. Veh bemühte sich, die Entscheidung zu relativieren, kam aber nicht umhin festzustellen, „dass vermutlich doch ein großer Akt daraus gemacht wird“. Erst vor etwas mehr als einem Monat hatte er sich schließlich für Kessler als Nummer eins entschieden und seinen Beschluss mit guten Trainingseindrücken begründet.

Dem Fünfundzwanzigjährigen gelang es jedoch nicht, die Form der Vorbereitung in den ersten Spielen der zweiten Liga zu bestätigen. Sowohl beim 3:2-Sieg in Fürth als auch beim 1:1 gegen seinen vorherigen Arbeitgeber, den FC St. Pauli, bot seine Leistung Anlass zur Kritik. Veh sagte, Nikolov habe sich die Nominierung verdient, „er ist ein ganz anständiger Kerl und von der Leistung her sowieso top“. Er wisse, sagte der Trainer, „dass er seine Sache gut machen wird“, und es sei grundsätzlich schade, „dass so ein super Typ auf der Bank sitzen muss“. Nikolov wird seine Kollegen – in Vertretung des gesperrten Pirmin Schwegler – außerdem als Kapitän anführen.

„Ich bin mit allen Torleuten zufrieden“

Vehs Personalrochade kam insbesondere deswegen überraschend, weil er in den vergangenen Tagen immer wieder darauf hingewiesen hatte, dass ihm gerade die Defensive seiner Elf Kopfzerbrechen bereite. Nach dem Transfer des Brasilianers Bamba Anderson, schon der fünfte Zugang für die Abwehr, sprach er davon, dass die Verteidigung noch Zeit und Gelegenheiten benötige, um sich besser miteinander abzustimmen. Diese Chance bietet der Auftritt bei dem viertklassigen Gegner aus Sachsen-Anhalt durchaus. Veh sagte, er habe seine Wahl beiden Betroffenen nach dem Donnerstagstraining mitgeteilt, sie hätten sie professionell aufgenommen. Über den Augenblick hinaus ließen sich aus seinem Entschluss keine weiteren Folgen ableiten. Ob also Kessler nur eine schöpferische Pause erhielt oder seinen erst vor kurzem eroberten Stammplatz bereits wieder los ist und auch am dritten Liga-Spieltag gegen Braunschweig am Sonntag, 7. August, außen vor bleibt, werde er mit seinem Betreuerteam erst nach dem Gastspiel in Halle besprechen: „Wir haben noch nicht weiter gedacht“, sagte Veh. Wobei zumindest auffiel, dass er es unterließ, Kesslers Nichtberücksichtigung als Ausnahme darzustellen. Stattdessen sagte er: „Ich bin mit allen Torleuten zufrieden, auch mit der Nummer drei, Aykut Özer.“

Überhaupt erwarte er, dass sein Team in der ersten Pokalrunde dermaßen engagiert zu Werke gehe, dass auf den Torwart nicht allzu viel Arbeit zukomme. „Gegen St. Pauli haben wir viele Dinge falsch gemacht“, sagte Veh, „das war das bisher schwärzeste Spiel von allen.“ Bei der ausgiebigen Analyse des Unentschiedens habe er seinen Profis zahlreiche Videoaufnahmen vorgeführt, um ihnen im Bild zu demonstrieren, dass sie „viel zu wenig gelaufen sind“ und insbesondere im Spielaufbau und der Rückwärtsbewegung „alles haben vermissen lassen“. Er gehe jedoch davon aus, dass es sich „um eine Ausnahme handelt“, was ihm seine Leute am besten schon an diesem Wochenende bestätigen sollten. Vermutlich ebenfalls von Beginn an dabei: Theofanis Gekas und Martin Fenin für Erwin Hoffer und Caio. Den Halleschen FC hätten Scouts der Eintracht mehrmals beobachtet, unter anderem beim jüngsten 3:0-Sieg in einem Privatspiel gegen Hessen Kassel, eine der ambitioniertesten Mannschaften im Hinblick auf den Aufstieg in die Dritte Liga. „Halle ist kampfstark, wir sind gewarnt“, fasste Veh seine Eindrücke zusammen. Den Spruch vom Pokal, der seine eigenen Gesetze habe, hält er für „blödes Geschwätz“, Fakt sei jedoch auch: „Blamieren will sich niemand.“

Spiel für Halle „ein schöner Test“

In der vergangenen Saison schalteten die Hallenser in der ersten Runde den ebenfalls zweitklassigen 1. FC Union Berlin 1:0 aus, ehe sie in der zweiten Runde am späteren Pokalfinal-Teilnehmer MSV Duisburg scheiterten. „Ich habe den Erfolg der Eintracht in Fürth live gesehen. Vor allem in der Schlussphase hat die Mannschaft gezeigt, welche Qualität in ihr steckt“, sagte HFC-Trainer Sven Köhler. „Für meine Spieler ist dieser Vergleich ein schöner Test, in dem sie sehen können, wie groß der Unterschied zwischen zweiter und vierter Liga ist.“ Der Außenseiter hätte im Vorfeld der Partie fast noch seinen Heimvorteil abgeben müssen. Das Aufeinandertreffen sollte ursprünglich in Dessau-Roßlau stattfinden, da das neue Stadion in Halle erst Mitte September fertiggestellt wird. Doch die Kommune sagte wegen Sicherheitsbedenken ab. Anschließend verhandelte der Verein mit mehreren Stadionbetreibern in Deutschland, doch aus Angst vor Krawall sagten insgesamt elf ab. So kehrte das Spiel wieder nach Halle zurück. Die Zuschauerzahl des „Stadions am Bildungszentrum“ wurde aber auf 2800 begrenzt. Die Polizei wird mit mehreren Hundertschaften vor Ort sein, um ein Aufeinandertreffen von Gewalttätern in beiden Fangruppen zu verhindern. (siehe auch: DFB-Pokal in Halle: Eintracht-Fans unter strenger Beobachtung)

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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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