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Eichlers Eurogoals Und Jesus fiel auf die Knie

„Fergie Time“ ist für immer vorbei. Doch irgendwo gibt es immer Nachspielzeiten. Von Manchester über Dortmund bis Wigan und Watford. Verrückte letzte Sekunden in Eichlers Eurogoals.

© AFP Vergrößern Der König der Nachspielzeit tritt standesgemäß ab: Sir Alex Ferguson mit dem Meisterpokal

Nie wieder „Fergie Time“! So hat man in England jenes Phänomen getauft, das die große, nun endende Karriere von Sir Alex Ferguson begleitet hat – jene Extra-Minuten, die Schiedsrichter, ob bewusst oder unbewusst, Manchester United gaben, um in der Nachspielzeit noch eine mögliche Wende zu schaffen. Was dabei möglich ist, weiß man gerade in Deutschland gut, seit der „Fergie Time“ von Barcelona 1999, als die beiden Tore von Sheringham und Solksjaer tief ins bayrische Herz trafen, wofür allerdings keine übertriebene Zugabe nötig war: Sie fielen in der 91. und 93. Minute.

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Der Mann, der damals beide Eckbälle zur großen Wende im Champions-League-Finale servierte, David Beckham, hat nun die Nachspielzeit seiner Karriere dazu genutzt, als 38-Jähriger mit Paris St-Germain den Titel in Frankreich zu gewinnen. Damit ist er als erster Engländer Meister in vier Ländern geworden (England, Spanien, Amerika, Frankreich) – während sein alter Boss Sir Alex im 1499. und vorletzten Spiel als United-Trainer beim emotionalen Abschied von Old Trafford die immergleiche Trophäe der Premier League hochhielt. Eigentlich hätte er sie schon vor einem Jahr zum 13. Mal gewinnen und dann aufhören wollen. Doch dann holte der Lokalrivale Manchester City den Titel durch ein Tor in der 94. Minute, worauf die City-Fans sangen „We won the league/On Fergie time” – und Ferguson noch ein Jahr dranhängte.

79 Sekunden Sonder-Zuschlag

Fergie Time, das ist eine Legende, aber auch eine messbare Tatsache. 79 Sekunden, so lang dauert die durchschnittliche Zusatz-Spielzeit, die Fergusons Team in den letzten drei Spielzeiten in der Premier League dann bekam, wenn es noch ein Tor brauchte (durchschnittliche Nachspielzeit: 4:37 Minuten) – zusätzlich gegenüber den Spielen, in denen es vorn lag (3:18 Minuten).

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Das ist kein reines United-Phänomen, auch andere Top-Teams bekommen gern einen Zuschlag, wenn sie ihn brauchen. Und vor allem Heimmannschaften werden begünstigt. Im Durchschnitt dauern, laut den englischen Zahlen seit 2010, Partien, in denen das Heimteam noch ein Tor braucht, 46 Sekunden länger, also genau die Zeit für einen vielleicht entscheidenden Angriff. Aber am deutlichsten war er bei Ferguson, vor dem die Schiedsrichter „Angst hatten“, wie der Kollege Harry Redknapp fand.

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Die Fifa in ihrer großen Weitsicht, sich aus wirklich wichtigen Fragen weise herauszuhalten, lässt  in der Frage, wie lang nachgespielt wird, den Schiedsrichtern freie Hand. In Ecuador führte das 2003 zu dem originellen Fall, dass der Fifa-Schiedsrichter Byron Moreno (der bei der WM 2002 Südkorea zu einem skandalösen Achtelfinalsieg gegen Italien gepfiffen hatte) eine Partie um zwölf Minuten verlängerte, bis der Favorit LDU Quito gewonnen hatte. Seit 2011 erlebt Moreno eine unfreiwillige Nachspielzeit in einem Gefängnis in den Vereinigten Staaten, wo man ihn bei der Einreise mit 6 Kilo Heroin erwischte.

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Veröffentlicht: 13.05.2013, 13:34 Uhr