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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Eichlers Eurogoals Rückbesinnung auf „Katsche&Kohler“

15.12.2008 ·  Der Verteidiger germanischer Prägung ist ein Markenbegriff, seit Abwehrchef Arminius der Truppe aus Rom eine üble Niederlage in Ostwestfalen zufügte. Schlechter steht es um die deutschen Trainer im Ausland.

Von Christian Eichler
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Immer wenn du glaubst, sie gibt's nicht mehr - dann kommt von irgendwo ein deutscher Stopper her. Der Verteidiger germanischer Prägung, ein europäischer Markenbegriff, seit der Abwehrchef Arminius alias Hermann der Cherusker vor 1999 Jahren der favorisierten Truppe aus Rom unter Cheftrainer Varus eine üble Auswärtsniederlage in Ostwestfalen zufügte - er hat in den letzten Jahren international an Präsenz verloren. Doch nun sind sie wieder aufgetaucht, gleich beide Typen der deutschen Abwehrschule: der kantige Stopper Marke „Katsche&Kohler“ und der geschmeidige Abläufer neuerer Produktion.

Also: Robert Huth und Christoph Metzelder. Die beiden Innenverteidiger aus dem letzten deutschen WM-Kader 2006 waren danach auf ihren Auslandsstationen in England und Spanien meist nur Randfiguren. Am Samstag ist Huth auf die Bühne zurückgekehrt und beim 1:1 von Middlesbrough gegen Arsenal mit einer soliden Leistung aufgefallen. Und Metzelder nutzte die Verletzung von Pepe, um sich beim „Clásico“ im Nou Camp beim neuen Trainer von Real Madrid, Juande Ramos, gut einzuführen. Zwar verlor Real bei Tabellenführer Barcelona in der Schlussphase 0:2, doch Metzelder war der beste Mann in Weiß.

Franco Foda führt vor Lothar Matthäus

Gut, dass deutsche Verteidiger in Europa wenigstens wieder eine Ausputzerrolle spielen. Die Kollegen auf anderen Positionen muss man nämlich mit der Lupe suchen. Timo Hildebrand wurde in Valencia im Tor ebenso ausgemustert wie ein Jahr zuvor Jens Lehmann bei Arsenal. Michael Ballack ist am Sonntag bei 0:1-Rückstand gegen West Ham von Chelsea-Trainer Scolari als derjenige ausgewählt worden, der zur Pause einem Stürmer weichen musste - keine Auszeichnung für den einst „torgefährlichsten Mittelfeldspieler der Welt“ (Chelsea schaffte den Ausgleich, kam aber wie die Konkurrenten Liverpool und Manchester nicht über ein Remis hinaus).

Am schlimmsten steht es aber um deutsche Klubtrainer. Bernd Schuster verlor bei Real schon als dritter deutscher Auslands-Coach der Saison seinen Job, nach Uli Stielike in Sion und Ewald Lienen bei Panionios Athen. Wer bleibt da? Nicht viele. Vorneweg Franco Foda, der mit Sturm Graz Zweiter in Österreich ist. Dann Lothar Matthäus, der mit Maccabi Netanya durch ein 1:1 gegen den Vorletzten den Sprung an die Tabellenspitze in Israel verpasst hat. „Netanya“, hat er dem „Kicker“ gesagt, „ist ein bisschen wie Gladbach“ - hoffentlich nur ein bisschen.

Littbarski hat es besser

Auf Platz drei findet sich inzwischen unser Mann beim Galatasaray Spor Kulübü in der Süperlig. Nach dem 1:4 gegen Fenerbahce Anfang November schon schwer angezählt, sitzt Michael Skibbe nach 19 von 21 Punkten aus den letzten sieben Spielen nur noch einen Zähler hinter Tabellenführer Sivasspor - und damit wieder fest im Sattel, sofern man das in Istanbul kann. Auf Platz fünf finden wir Uwe Rösler mit Viking Stavanger in der schon beendeten Saison in Norwegen. Und ebenso Werner Lorant, der inzwischen in der Slowakei aufräumt. Er überwintert mit Aufsteiger Dunajska Streda in der oberen Tabellenhälfte.

Das war's dann schon - halt, einen hätten wir fast vergessen. Einen, der zugleich Vorletzter und Erster ist. Vorletzter in der Schweizer „Superliga“, in die der FC Vaduz in diesem Jahr erstmals aufgestiegen ist. Und ewiger Erster in der Hierarchie von Liechtenstein. Dort hat, nach den Stationen Yokohama, Sydney und Teheran, Pierre Littbarski angeheuert. Der Job dürfte neben Vorteilen bei Steuersatz und Skigebieten auch einen sportlichen bringen. Denn Vaduz kassierte zwar beim 0:1 beim FC Zürich die dritte Niederlage im vierten Spiel mit dem Neuen, muss aber nur, wie zuletzt elfmal in Folge, den Liechtensteiner Pokal gewinnen, um im Uefa-Cup zu landen. Litti hat also so gut wie sicher, was die deutschen Exil-Kollegen ihm erst mal nachmachen müssen: einen Platz in Europa.

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Jahrgang 1959, Sportkorrespondent in München.

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