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Eichlers Eurogoals : Fünf echte Zwanziger

Leichtfuß: „Isco“ (Mitte) führte den FC Malaga ins Achtelfinale der Champions League Bild: REUTERS

Vor dem möglichen Ende der Welt wagt unser Autor eine Vorhersage: Zwanziger haben Zukunft. Die aktuelle Champions League ist die Bühne für phantastische Spieler des Jahrgangs 1992. FAZ.NET stellt sie vor.

          Zu Beginn der letzten “Eurogoals” vor dem möglichen Ende der Welt ist Zeit für etwas Zahlenmystik. Welche Zahl häufte sich in diesem mysteriösen Fußballjahr Zwanzigzwölf? Zwanzig Ecken im Champions-League-Finale für die Bayern, alle ohne Effekt, und eine einzige für Chelsea – mit bekanntem Ende. Die „Zwanziger Jahre“, der hochoriginelle Enthüllungsbuchtitel eines ehemaligen DFB-Präsidenten, der vielleicht besser in jene Zeit gepasst hätte. Die Ankündigung einer ersten paneuropäischen EM im Jahr zwanzigzwanzig. Und zum Abschluss an diesem Donnerstag, dem zwanzigsten zwölften zwanzigzwölf, die mit Spannung erwartete Auslosung für die erste K.o.-Runde im ersten Jahr nach dem zwanzigsten Jubiläum der Champions League.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Zu deren Austragung es natürlich nur dann kommt, wenn die Welt den Tag nach der Auslosung überleben sollte - wenn also die Maya mit ihren Vorhersagen auch nicht treffsicherer sind als Fußballtrainer. Dafür, dass es so kommt, spricht ja, dass Maya (wie Fußballtrainer) nicht mal ihr eigenes Ende richtig vorhersahen. Wieso dann also unseres?

          Deshalb unsererseits eine Vorhersage: Zwanziger haben Zukunft. Die aktuelle Champions League ist die Bühne für einige phantastische Spieler des Jahrgangs 1992, die Vorfreude machen auf die K.o.-Spiele – und auf die nächsten Jahre, in denen sie Helden- und Hauptrollen übernehmen dürften. Aus deutscher Sicht waren diese Zwanzigjährigen David Alaba, der seinen Durchbruch mit dem FC Bayern schon im Viertel- und Halbfinale der letzten Saison hatte; und natürlich Mario Götze, der beim famosen Gruppensieg von Borussia Dortmund herausragte. Hier vier weitere Kronprinzen der Königsklasse, die am Donnerstag im Lostopf liegen werden – und einer, der das bis nach seinem 21. Geburtstag verschieben muss, weil ihm ein Huhn dazwischen kam. 

          „Zukunft des Tiki-taka“

          Dem ersten bescheinigen spanische Zeitungen schon, „die Zukunft des Tiki-taka“ zu sein. Selbst wenn man die übliche Lust an der Übertreibung abzieht, könnte da etwas dran sein. Denn keiner aus dem Talentschuppen von Barca wurde letzte Saison zum besten Nachwuchsspieler der spanischen Liga gewählt. Sondern Francisco Roman Alarcon Suarez, der sich dankenswerterweise nicht den ganzen Namen aufs Trikot flocken lässt, sondern nur die letzten vier Lettern des ersten Namens: Isco. (Eigentlich schade, dass sich verkürzte Künstlernamen im deutschem Fußball noch nicht durchgesetzt haben, bei Könnern wie Ötze, Owski, Üller oder Einsteiger).

          Spätestens seit September ist der Mann aus Malaga in ganz Europa ein gefragter Mann. Denn er bietet einen Mix, der kauflustige Klubs anzieht wie Motten das Licht: Talent, Tempo, Tore (gleich zwei besonders schicke beim Champions-League-Debüt gegen St. Petersburg) – und ein Klub, dem der Geldgeber aus dem Orient abhanden gekommen ist. Isco hat den klammen Vierten der spanischen Liga ohne Niederlage zum überlegenen Gruppensieg in der Champions League vor dem AC Mailand geführt. Doch ob er die Rückrunde noch an der Costa del Sol spielen wird, ist ungewiss. Für eine fixe Ablöse von angeblich 21 Millionen Euro kann man ihn aus seinem Vertrag auslösen.

          Das größte Mittelfeldtalent Englands: Jack Wilshere (links)
          Das größte Mittelfeldtalent Englands: Jack Wilshere (links) : Bild: dpa

          Der zweite ist einer, der sich dagegen in diesen Tagen wohl für fünf Jahre an seinen Klub binden wird. Jack Wilshere gilt seit Jahren als das größte Mittelfeldtalent Englands. Er sah schon mit 17 oder 18 wie der Spieler aus, der einmal das oft zu spielerische Team des FC Arsenal im Zentrum lenken und im Kern zusammenhalten würde – eine Rolle, wie sie seit Patrick Vieira und Cesc Fabregas dort niemand mehr ausfüllte. Doch Wilshere fiel wegen einer Verletzungsserie 16 Monate aus und kehrt erst nun allmählich wieder in die Mannschaft zurück, die einen wie ihn nach dem Rückfall ins Mittelmaß der Premier League und dem blamablen Aus im Ligapokal beim Viertligisten Bradford dringend braucht. „Technisch sind wir das beste Team im Land, aber wir müssen die Ärmel aufkrempeln und zusammenhalten“, fordert Wilshere, der schon jung das Zeug zum Anführer hat.

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