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Eichlers Eurogoals : Dicke Luft

Schwergewichtiger Torjäger: Ronaldo hat nach seinem Karriereende deutlich an Fitness eingebüßt Bild: dpa

Schwergewichtige Themen: Während der ehemalige brasilianische Weltstar Ronaldo mit seinen Pfunden kämpft, steht dem englischen Nationalspieler Cole nach vulgären Aussagen via Twitter mächtig Ärger bevor.

          Eine verrückte Geschichte aus England. Dort ist ein Torwart nach der Partie nackt aus der Kabine gestürmt und hat den Schiedsrichter verfolgt. Der floh in einen Besenschrank, was aber nicht viel nützte. Der hünenhafte Torwart brach die Schranktür aus den Angeln. Er wurde dann aber gerade noch rechtzeitig von Funktionären gestoppt.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Diese Geschichte ist wirklich wahr. Und daran hat sich seit 110 Jahren nichts geändert. William Foulke, der Torwart von Sheffield United, war im „Cup Final“ 1902 sauer über den Ausgleich von Southampton und gab sich alle Mühe, das dem Schiedsrichter auch zu zeigen. Weil die Partie 1:1 ausgegangen war, gab es ein Wiederholungsspiel. In dem durfte der nackte Koloss wieder im Tor stehen (diesmal wieder angezogen). Und es pfiff wieder der Mann aus dem Besenschrank, ein Mann namens Tom Kirkham. Vielleicht auch deshalb gewann Sheffield diesmal 2:1.

          Seinen bleibenden Ruhm verdankt Foulke aber nicht nur dieser Aktion. Eine Figur der britischen Fußball-Folklore wurde er auch, weil er gegnerische Stürmer, die ihm im Strafraumgetümmel in die Quere kamen, gern packte und ins Tor warf, als wär’s kein Fußball, sondern ein Film mit Dick und Doof. Und vor allem deshalb, weil der 1,93-Meter-Mann eine wirklich furchterregende Erscheinung war. Sein Gewicht, das schon in seiner besten Zeit deutlich über zwei Zentner lag, soll gegen Ende der Karriere rund 150 Kilogramm betragen haben.

          Bis heute gilt „Fatty“ Foulke als der dickste und schwerste Fußballprofi der Geschichte. Zuletzt hat ihm Ronaldo, der erfolgreichste Schütze der WM-Historie, in den letzten Jahren seiner Karriere, die er gemütlich und gefräßig in der brasilianischen Heimat verbrachte, ein wenig Konkurrenz zu machen versucht, aber ohne Erfolg. Während der Torhunger schon lange auf Diät war, ist ihm der Appetit sonst allerdings nicht vergangen, und so hat sich Ronaldo, den sie am Ende „O Gordo“ (Der Dicke) riefen, in den zwei Jahren seit seinem Rücktritt auf 118 Kilo gesteigert. Nun könnte man sagen: Noch weitere 20 Kilo, dann ein Comeback, und er hätte die Chance aufs Guinness-Buch. Doch nein, Ronaldo bekämpft in einer Fernseh-Show sein Gewicht. Er läuft, schwimmt, strampelt, schlägt Golf- und Tennisbälle, isst Äpfel und Bananen. In drei Monaten will er nur noch zweistellig sein.

          Terror der Körperfettwaagen

          Zum Glück gibt es nun einen anderen Herausforderer für „Fatty“. Er verdankt seine Entdeckung einem kurzen TV-Bericht über eine gewalttätige Auseinandersetzung bei einem Viertliga-Spiel in Rumänien. Nach den üblichen, uninteressanten Auseinandersetzungen zu Beginn des Berichts (zwei Rote Karten) tritt plötzlich Daniel Badislav ins Bild und füllt es nahezu aus. Bei einer Größe von knapp 1,80 Metern kommt der Torwart von AS Ciorogarla laut Presseberichten auf ein Körpergewicht von 130 Kilogramm – und damit auf den fraglichen Ruhm, „der dickste Torwart der Welt“ zu sein.

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