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Eichlers Eurogoals : Der teuerste Punkt der Fußballgeschichte

94 Millionen Euro (links) und 100 Millionen Euro (rechts) sichern das 2:2 in Villarreal Bild: dpa

Erst ärgert Bale Ronaldo beim lustigen Schweinchen-in-der-Mitte-Spiel. Dann wird das erregte Ego des Portugiesen durch eine Gehaltserhöhung beruhigt. Nun können sich alle aufrichtig auf die Champions League freuen.

          Na also, sie vertragen sich doch. Als vor ein paar Tagen ein Video vom lustigen Schweinchen-in-der-Mitte-Spiel bei Real Madrid um die virtuelle Welt ging, dem ersten mit den beiden teuersten Spielern des Ball-Planeten, da hofften alle, die den Fußball am liebsten als tägliche Seifenoper männlicher Diven erleben, auf goldene Zeiten. Das Schweinchen in der Mitte war Cristiano Ronaldo.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Einer derjenigen, die ihn umringten und denen er den Ball abnehmen sollte, war Gareth Bale. Und während Ronaldo eher lustlos und unentschlossen im Kreis hin und her joggte, solange der Ball von Spielern wie Sami Khedira, Luka Modric oder Karim Benzema herumbewegt wurde, kam er prompt in einer wilden Grätsche herangerauscht, kaum war der Ball bei Bale gelandet – dem Mann, der ihm den Titel des teuersten Spielers der Welt abgenommen hat.

          Bale konnte das natürlich nicht schrecken. Er hat mit 24 Jahren schon sechs Spielzeiten in der englischen Premier League hinter sich, wo die gute alte Grätsche, im modernen Fußball zum Dinosaurier erklärt, bis heute quicklebendig ist. Also ließ er hellwach den Ball weiterprallen, federte hoch und ließ Ronaldo ins Leere rutschen.

          Ein paar Sekunden später gab es dann, zur Heiterkeit der Kollegen, einen Beinschuss für den statusbewussten Portugiesen. Ob gewollt oder nicht, Bale hatte Ronaldo getunnelt, und der sah so aus, als ob er gerade nicht den klassischen Männerspruch von Claude Rains zu Humphrey Bogart aus „Casablanca“ auf den Lippen hätte: „Ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“.



          Aber zumindest der Beginn eines wunderbaren Waffenstillstandes. Denn ein paar Tage später erklärte Real, dass Ronaldo seinen Vertrag um fünf Jahre verlängert hat, was ihm laut Schätzung der spanischen Sportblätter eine Gehaltserhöhung auf jährlich zwischen 17 und 20 Millionen Euro einbringen wird – und damit das erregte Ego deutlich beruhigen sollte. Mag Bale nun auch der im Einkauf teuerste Spieler der Welt sein, so ist Ronaldo nun eben der im Unterhalt teuerste Spieler der Welt. Ätsch.

          Zum Glück für Real-Präsident Florentino Perez hat in diesem Sommer der russische Milliardär Suleyman Kerimow die Lust an seinem kaukasischen Kunstklub Anschi Machatschkala schon wieder verloren. Sonst hätte man in Madrid wohl noch mehr zahlen müssen, um „CR7“ zur Nummer eins bei den Verdienern machen zu können. Kerimow zahlte Samuel Eto’o 20 Millionen Euro im Jahr. Und Roberto Carlos schenkte er zum Geburtstag einen 1,8 Millionen Euro teuren Bugatti Veyron. Den hat Ronaldo aber auch schon.

          Gareth Bale ist zur Stelle und trifft bei seinem Debüt für Real Madrid

          Und so könnte alles wieder gut werden bei Real. Am Samstag sah man Ronaldo und Bale dann tatsächlich Arm in Arm. Das war nach Bales erstem Tor in Spanien, später traf auch Ronaldo, was trotzdem nur zu einem 2:2 beim Aufsteiger Villarreal reichte – immerhin also damit zum teuersten Punkt der Fußballgeschichte, 194 Millionen Euro im Einkauf.

          Man darf sich aber, abseits allen Spottes über Eitelkeiten und Eifersüchteleien von Profis wie Ronaldo und über Größenwahn und Geldverbrennung durch Präsidenten wie Perez, aufrichtig  auf die Champions League freuen; und das nicht nur als Freund des Fußballklatsches, auch als Freund des Fußballs. Sie verspricht in diesem Jahr ein Spektakel und eine Star-Dichte wie noch nie. Mit Bale und mit dem Brasilianer Neymar, der vom FC Santos für 57 Millionen nach Barcelona ging, ist das Sammelalbum der Superstars komplett.

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