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Veröffentlicht: 10.12.2012, 14:58 Uhr

Eichlers Eurogoals Bezaubernde Herbst-Winter-Kollektion

Messi hat Müller übertroffen. Doch auch andere Stürmer begeistern: Ronaldo sprintet 96 Meter in zehn Sekunden. Ibrahimovic schießt mit 180 km/h. Und Rooney trifft, wie er will. Nur Balotteli steht im Abseits.

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© AFP Tore, Tore, Tore: Messi, Ibrahimovic, Falcao, Rooney und Co. treffen wie noch nie

Die Kollegen des FC Barcelona drückten ihren Talisman, gaben ihm Klapse auf Hinterkopf und Schulter, als wäre er noch der kleine 16-Jährige, den man aufpäppeln muss. Und nicht der große Lionel Messi, der mit 25 Jahren keinen Konkurrenten in der Welt des Fußballs hat. Und das will was heißen. Die Welt erlebt derzeit die aufregendste Zeit des Offensivfußballs seit den glorreichen 70er Jahren. Der übertrifft vielleicht nicht in der Kunst der Spielmacher jene Ära des „totalen Fußballs“, aber gewiss in der Kunst der Torjäger. Nie waren sie so hungrig wie heute.

Christian Eichler Folgen:

Einen Gerd Müller übertrifft in dieser Hinsicht immer noch keiner. Doch in einem Punkt hat das Messi nun doch geschafft. Nicht mal Müller selbst dürfte bis vor kurzem gewusst haben, dass er mit 85 Toren in einem Kalenderjahr, erzielt 1972 für Bayern München und die Nationalmannschaft, einen Weltrekord hielt. Für gewöhnlich interessieren im Fußball keine Kalenderjahre, nur die Spielzeiten von August bis Mai – bis spanische Sportzeitungen, die täglich Dutzende von Fußballseiten irgendwie füllen müssen, diese statistische Rekordspielerei fanden. Sie lieferte wochenlang guten Stoff: Wird Messi es schaffen? Wie viele Tore fehlen noch?

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Dann aber plötzlich, am Mittwoch abend, bangte der Fußball eine Stunde lang um seinen Fixstern. Messi lag auf der Trage, hielt sich das Knie, es gab entsetzte Blicke beim Champions-League-Spiel gegen Benfica Lissabon und erste böse Gerüchte: Kreuzbandriss? Dann aber war es doch nur ein Bluterguss. Am Sonntag spielte er schon wieder, traf zweimal beim 2:1 bei Betis Sevilla, nun hat er den Rekord. Es können noch mehr Tore werden, drei Spiele bleiben noch.

86 Tore in einem Kalenderjahr 86 Tore in einem Kalenderjahr: Lionel Messi © AFP Bilderstrecke 

86 Tore in einem Kalenderjahr sind unfassbar viel, aber auch nicht unfassbarer als die 50 Tore, die er in der letzten Saison in der spanischen Liga schoss, nicht unfassbarer als die bereits 23 Tore (davon 21 mit links) in 15 Ligaspielen in dieser Saison und die auf zehn Spiele mit je zwei Treffern und eines mit dreien verteilt sind. Oder: nicht unfassbarer, als es der ganze Messi ist. Das Faszinierendste an ihm ist vielleicht, dass er auf den ersten Blick nichts tut, was ein anderer nicht auch könnte.

Er ist in seinen Einzelaktionen, seiner Ballbehandlung, seiner Schusstechnik nicht spektakulärer als andere, genauso wenig wie es Müller war. Doch er tut, wie Müller, alles Entscheidende schneller als jeder andere. Und dabei hatte sein Rekord-Torjahr 2012 mit einem für ihn eher ungewohnten Körperteil begonnen, dem Kopf. Zu sehen, wie die anderen 85 Tore, hier bei Youtube.

Es ist eigentlich unglaublich, dass ein Mittelstürmer wie Radamel Falcao im Schatten eines anderen steht, eines Messi eben. Und das sogar an einem Wochenende, an dem er beim 6:0-Sieg von Atletico Madrid gegen Deportivo La Coruna zwischen der 28. und 72. Minute fünf Tore schoss. Falcao ist mit nun 16 Toren in 14 Ligaspielen in dieser Saison der zweitbeste Schütze in den großen Ligen Europas. Dafür hat er Messi eines voraus: eine Nominierung für den „Puskas Award“, die Auswahl der drei besten Tore nach Ansicht des Internationalen Fußball-Verbandes, zu sehen hier. Es ist ein Seitfallzieher, volley nach einer Ecke, der in seiner Dynamik, Technik und Athletik atemraubend ist.

Usain Bolt mit Fußballschuhen

Die Fifa zog sich einigen Spott zu, weil sie diese Auswahl einen Tag vor dem Fallrückzieher von Zlatan Ibrahimovic gegen England schloss. Inzwischen hat der Schwede, mit 14 Toren in 13 Spielen für Paris St-Germain der aktuell drittbeste Schütze in den fünf Top-Ligen Europas, noch eine andere Höchstleistung gezeigt, einen Formel-1-Freistoß bei der 1:2-Niederlage in Nizza vor einer Woche, bei dem Messungen angeblich ein Tempo von 180 km/h ergaben.

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