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Ehre nach Bronze Bundesverdienstkreuz für Löw

11.07.2010 ·  Bundespräsident Wulff will ihn mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland auszeichnen. Ob er aber seinen Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund verlängert, bleibt unklar. Bundestrainer Löw im Gespräch.

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Joachim Löw, Deutschland ist wie schon vor vier Jahren WM-Dritter geworden. Wie lautet Ihr Fazit nach dem Turnier in Südafrika?

Für uns war es ein ganz bemerkenswertes Turnier. Was wir geschafft haben, hätte man vor acht oder neun Wochen nicht erwarten können. Aber wir haben auch nach den vielen Verletzungen in der Vorbereitung hart gearbeitet und viel investiert. Viele Spieler hatten noch nie ein Turnier gespielt. Wir haben dann aber sehr viele Tore erzielt und den dritten Platz erreicht. Darauf können wir alle stolz sein.

Wie haben Sie es geschafft, dass Ihre Mannschaft nach der Halbfinalniederlage gegen Spanien gegen Uruguay noch einmal so stark auftreten konnte?

Wir haben natürlich einen Tag gebraucht, um die Enttäuschung über die verpasste Finalteilnahme zu verarbeiten. Aber wir wollten nicht mit leeren Händen nach Hause fahren. Das hat man gegen Uruguay auch gespürt. Welche Moral, welcher Wille und welche Kraft in der Mannschaft steckt, wurde vor allem nach dem Rückstand deutlich. Kompliment an die Mannschaft. Wir haben verdient gewonnen. Unsere Leistung entspricht einem Titel.

Die Mannschaft hat wie schon 2006 in Deutschland eine unglaubliche Begeisterung ausgelöst. Wie haben Sie die Stimmung in der Heimat empfunden?

Das war natürlich fantastisch, wie uns unsere Fans vor Ort, aber besonders auch in Deutschland unterstützt haben. Deshalb war es uns auch wichtig, im kleinen Finale noch einmal alles zu geben. Für mich war aber neben dem sportlichen Erfolg wichtig, wie sich das Team insgesamt präsentiert hat. Ich habe sehr zu schätzen gelernt, dass die Mannschaft auch neben dem Platz ein hervorragendes Bild abgegeben hat. Wir hatten ein seriöses Teamwork, es herrschte Respekt untereinander. Und wir haben nicht nur miteinander, sondern auch füreinander gespielt. Deshalb bin ich besonders stolz darauf, dass wir als Mannschaft Deutschland so bei der WM präsentiert haben.

Schmerzt es nicht dennoch, dass es nicht zum ganz großen Coup gereicht hat?

Ich glaube, es gibt keinen Grund, in irgendeiner Form enttäuscht zu sein. Das waren wir kurzzeitig nach der Halbfinal-Niederlage. Aber es war wichtig, auch das letzte Spiel in einem Turnier zu gewinnen und mit einem guten Gefühl nach Hause zu fahren. Champions stehen wieder auf, wenn sie mal verloren haben, das kennen wir vom Boxen. Natürlich wären wir gerne zum Finale nach Soccer City gefahren, aber die Stimmung ist auch so ausgezeichnet. Denn wir haben allen Grund, zufrieden zu sein. Wir können uns mit einem unheimlich guten Gefühl in den Urlaub verabschieden. Ich bin froh und glücklich über so einen Turnierabschluss.

Was fehlt denn noch, um den Traum vom vierten Stern in vier Jahren zu verwirklichen?

Ich habe noch keine Analyse gemacht. Aber ich habe schon vor dem Turnier gesagt, dass nur eine Mannschaft Weltmeister werden kann, die Fußball spielt und offensiv agiert. Diesen Fußball haben wir gezeigt. Unsere Mannschaft hat während des Turniers weltmeisterlich gespielt. Wir haben aus unseren Möglichkeiten das Beste gemacht.

Sind Sie auch froh, wenn Sie in den nächsten Tagen ein wenig Ruhe haben?

Ja, ich bin froh, mal ein paar Tage abzuschalten. Seit einem halben Jahr haben Oliver Bierhoff, mein Trainerteam und ich uns fast täglich mit der WM beschäftigt, das spürt man natürlich irgendwann, denn die Arbeit hat viel Kraft gekostet. Ich kann mir aber vorstellen, dass in den nächsten Tagen bei mir eine gewisse Leere eintritt.

Bis Ende des Monats muss aber die Entscheidung fallen, ob Sie Ihren Vertrag als Bundestrainer verlängern. Oder ist diese Entscheidung für Sie schon gefallen?

Nein, der Stand ist genauso wie während der gesamten WM-Tage. Es haben zu diesem Thema in Südafrika überhaupt keine Gespräche stattgefunden, auch nicht nach dem Spanien-Spiel, das wäre auch völlig unangebracht gewesen. Ich brauche jetzt ein bisschen Zeit und Ruhe, um meine Gedanken zu ordnen. Unter den aktuellen Eindrücken kann ich noch keinen vernünftigen Gedanken fassen. Ich werde dann wie geplant mit Oliver Bierhoff vorab ein Gespräch führen und dann sehen, was wir alle gemeinsam wollen. Ich will keine emotionale Entscheidung treffen und muss mir darüber im Klaren werden, ob ich auch in Zukunft die Kraft habe, die Mannschaft weiter voranzutreiben.

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