http://www.faz.net/-gtl-7512h
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 13.12.2012, 09:57 Uhr

Ehemaliger Schiedsrichter Amerell starb wohl an Herzinfarkt

Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Manfred Amerell ist nach ersten Erkenntnissen der Polizei an einem Herzinfarkt gestorben. Gewissheit über die Todesursache soll ein toxikologisches Gutachten bringen.

© dpa Manfred Amerell 1947 - 2012

Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Manfred Amerell ist aller Voraussicht nach an einem Herzinfarkt gestorben. Das bestätigte die Münchner Polizei am Donnerstagmorgen, nachdem bereits mehrere Medien vorab darüber berichtet hatten. Die Obduktion habe gezeigt, dass in jedem Fall ein Herzinfarkt vorgelegen habe, sagte eine Sprecherin. Eine endgültige Aussage zur Todesursache wollen die Beamten allerdings erst in ein bis zwei Wochen treffen, wenn das toxikologische Gutachten ebenfalls vorliegt und beispielsweise auch eine Vergiftung ausgeschlossen werden kann.

Amerell war am Dienstagnachmittag in einer Wohnung im Münchner Stadtteil Neuhausen im Alter von 65 Jahren tot aufgefunden worden. Die Feuerwehr hatte sich nach Hinweisen eines Bekannten Amerells über eine Drehleiter Zugang zur Wohnung des ehemaligen Schiedsrichter- Sprechers im vierten Stock verschafft.

Amerell hatte im Schiedsrichterskandal mit dem früheren Fifa-Referee Michael Kempter über Jahre hinweg abseits des Fußballplatzes für Schlagzeilen gesorgt. Auch mit dem früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger hatte er sich über Monate eine juristische Auseinandersetzung nach der nächsten geliefert, galt am Ende als Feindfigur beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Zwanziger äußert Bedauern

Zwanziger reagierte mit Bedauern auf Amerells Tod. „Die Nachricht macht betroffen“, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Leider ist es zu seinen Lebzeiten nicht gelungen, das Verständnis von sachgerechter Amtsausübung in Abhängigkeitsverhältnissen zwischen DFB und ihm in Übereinstimmung zu bringen.“ Zuletzt hatte Amerell eine Klage gegen den Verband wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte auf Schadensersatz angehen wollen, gegen Kempter war zudem ein Strafantrag wegen versuchten Prozessbetrugs in Arbeit.

Ein Mediationsverfahren zwischen Zwanziger und Amerell war noch im vergangenen Jahr gescheitert. „Schade, denn es gab zweifelsfrei auch gute Zeiten in seiner aktiven Schiedsrichter- und Funktionärslaufbahn“, sagte Zwanziger. Er hatte sich in der Affäre zwischen Amerell und Kempter früh auf die Seite des jungen Referees gestellt, der Amerell sexuelle Übergriffe vorgeworfen hatte. In einem gerichtlichen Vergleich zog er später jedoch seine in mehreren Interviews getätigte Aussage zurück, Amerell klar signalisiert zu haben, keine sexuellen Kontakte zu wollen. Er habe seine Ablehnung möglicherweise nicht ausreichend wahrnehmbar ausgedrückt, so Kempter. Amerell hatte sexuelle Übergriffe stets bestritten.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET/dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Fehlalarm in Homberg Landratsamt wegen verdächtiger Tasche geräumt

Rund 200 Mitarbeiter haben wegen einer verdächtigen Tasche das Homberger Landratsamt verlassen. Die Polizei nahm einen Mann fest. Am Ende entpuppte sich das Ganze aber als Fehlalarm. Mehr

26.08.2016, 18:28 Uhr | Rhein-Main
Mord an Freundin Sechs Jahre Haft für früheren Sprintstar Pistorius

Wegen Mordes an seiner Freundin ist der südafrikanische frühere Sprintstar Oscar Pistorius zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Richterin Thokozile Masipa hat in Pretoria das Strafmaß gegen Pistorius verkündet, der seine Freundin Reeva Steenkamp im Februar 2013 durch die geschlossene Toilettentür seines Hauses erschossen hatte. Der Sportler selbst beteuert, er habe sie mit einem Einbrecher verwechselt. Mehr

26.08.2016, 18:50 Uhr | Gesellschaft
Trumps Wahlkampfchef Bannon Breitseiten erst für Amerika, dann für Europa

Dass Donald Trump den Rechtsaußen-Blogger Stephen Bannon zum Wahlkampfchef berufen hat, finden viele Amerikaner zum Fürchten. Dabei hat Bannon mit dem Portal Breitbart News angeblich noch etwas anderes vor. Mehr Von Nina Rehfeld, Phoenix

27.08.2016, 10:10 Uhr | Feuilleton
Tüftler aus Italien Selbstgebaute Sportwagen von Filandi

Moreno Filandi träumte von einem schicken Sportwagen. Genug Geld dafür hatte er allerdings nicht. Deswegen baut der italienische Automechaniker sich in seiner Freizeit einfach seine eigenen Sportwagen: Zum Beispiel den Filandi Uragano, ein Supersportwagen mit 600 PS und 340 km/h Spitzengeschwindigkeit. Mehr

26.08.2016, 17:50 Uhr | Technik-Motor
Schießerei in Sachsen-Anhalt Wie gefährlich sind die Reichsbürger?

Lange Zeit wurden sie als Spinner belächelt. Doch nach dem Schusswechsel, den sich ein Reichsbürger mit der Polizei lieferte, stellt sich die Frage: Welche Gefahr geht von einer Bewegung aus, die diesen Staat nicht anerkennt? Mehr Von Timo Frasch

27.08.2016, 10:17 Uhr | Politik

Goldesel streck dich, Herz versteck dich

Von Evi Simeoni

Es gibt Leute, die haben Geld wie Heu. Und es gibt welche, die machen Geld mit Heufressern. Glückwunsch! Für sentimentalen Kinderkram bleibt den Pferdehändlern keine Zeit. Mehr 0