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Draxler-Kommentar: : Preisschild in der Provinz

Gefährliches Spiel: Schalke wirbt mit der Vertragsverlängerung Julian Draxlers Bild: dpa

Schalke vermarktet die Vertragsverlängerung von Julian Draxler etwas sehr offensiv. Das Bedienen romantischer Fan-Gefühle ist gefährlich. Eigentlich geht es nur um die Ablösesumme.

          Zwei Derbysiege konnten den Schmerz nicht lindern. Wie sehr muss die Schalker Fußballseele gequält worden sein in dieser Saison, in der der ungeliebte Nachbar Borussia Dortmund den Aufstieg zur internationalen Größe geschafft hat: als Sieger der „Todesgruppe“ in der Vorrunde der Champions League und als stolzer Finalist, der sich im Halbfinale ein zweites Mal über Real Madrid hinwegsetzte.

          Wie tief müssen Neid und Minderwertigkeitskomplex sitzen, um die Vertragsverlängerung mit Julian Draxler bis 2018 als Triumph zu bezeichnen und ihn mit einem Autokorso zu feiern. Acht Kleinlaster mit überdimensionalen Plakaten verkündeten im Ruhrgebiet die Botschaft - auch in Dortmund, wo zuletzt Jungstar Mario Götze von den Bayern weggekauft wurde.

          Draxlers neuen Kontrakt als Sieg zu begehen, ist nichts als Etikettenschwindel. Schalke hat seinen vielversprechendsten Spieler nicht bis 2018 an sich gebunden und sich somit gegen das europäische Großkapital durchgesetzt, sondern ihm lediglich ein Preisschild angeklebt. Das soll laut Informationen der „Bild“-Zeitung bei 45 Millionen Euro liegen. Für diese Summe könnte der Mittelfeldspieler jederzeit aus seinem Vertrag herausgekauft werden.

          Wenn Draxler 2018 noch in Schalke spielt, dann nur, weil seine Entwicklung nicht gehalten hat, was sein Talent verspricht - wenn er auf dem provinziellen Niveau bleibt, das seinen Klub auszeichnet.

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