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Doping im Fußball Die Unschuldslämmer sind längst entlarvt

 ·  Peter Neururers jüngste Doping-Vorwürfe waren alt. Während der Trainer nun rasch den Rückzug versucht, sind auf anderen Ebenen immer die gleichen Muster zu erkennen: Funktionäre und Ärzte spielen das Thema Doping herunter.

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Kain Weißufer

Freie Bahn für Epo

Wenn man den Fokus zurück auf die deutschen Fußballvereine lenkt und sich mit gewissen Personenkonstellationen der Betreuerstäbe beschäftigt, kommt man beispielsweise bei Schalke 04 aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ging doch etwa vor der Tour de France 2006 die damalige medizinische Betreuerin des Dopingsünders Floyd Landis im Rehazentrum "Medicos Aufschalke" ein und aus oder war der ehemalige Bianchi-Teamkollege von Jan Ullrich, Thorsten Wilhelms, auch zuletzt noch ins Fitness-Training der "Knappen" involviert. Und just zu einem Zeitpunkt, da die Dopingwelle auch auf den deutschen Fußball zuzurollen droht, verkündet die medizinische Abteilung das Ausscheiden des Schalker Mannschaftsarztes Dr. Rarreck. Hat da jemand kalte Füße gekriegt?

Ein Schelm, der Böses dabei denkt...

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Kain Weißufer

Freie Bahn für Epo Teil VI

Epo, als Dopingpräparat verabreicht, führt im übrigen nicht nur zu einer übernatürlichen Ausdauerleistungsfähigkeit, sondern sorgt darüber hinaus für eine schnellere Regeneration nach sportlicher Leistung. So wäre es gerade für die europäischen Spitzenmannschaften mit Mehrfachbelastung von großem Interesse, in Sachen Epo die Sportmoral mal außer Acht zu lassen. Trainingskontrollen finden ja eh nicht statt....

In der momentan vor allem auf Deutschland bezogenen Doping-Debatte vergisst man auch schnell, dass eine italienische Spitzenmannschaft wie Juventus Turin, in den Jahren 1994 bis 1998 nachweislich mit Epo-Doping nachgeholfen hat. Immerhin sprangen in dieser Zeit 3 Scudetti, ein italienischer Pokalsieg und jeweils ein Champions- und Weltpokalsieg heraus. Epo im Fußball bringt also nichts?

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Kain Weißufer

Bahn frei für Epo Teil V

Eines jedoch wird auch ein Sportmediziner oder Fußballlehrer kaum bestreiten können, nämlich dass die Ausdauer, also die Fähigkeit des Körpers gegen Ermüdung anzukämpfen, nicht nur die basalste, sondern auch die leistungsbestimmendste Eigenschaft eines Fußballers ist. Was bringt einem Fuballer seine geballte technische Raffinesse oder einer Mannschaft die gewiefteste Taktik, wenn bereits nach 70 Minuten der "Akku" leer ist. Warum spielte jüngst eine deutsche Fußball-Nationalmannschaft fast eine gesamte Halbzeit lang ohne Torerfolg gegen den "Fußballzwerg" San Marino und ließ in der zweiten Hälfte einen wahren Torreigen folgen? Warum fallen in der Schlussviertelstunde eines Fußballspiels durchschnittlich die meisten spielentscheidenden Tore? Weil die Gewinnermannschaft ihren kondtionellen Vorteil gegenüber dem Gegner ausspielt. Epo im Fußball bringt also nichts?

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Kain Weißufer

Bahn frei für Epo Teil IV

Auch Epo-Doping - von vielen Sportmedizinern im Fußball fälschlicherweise als nicht zielführend abgetan - könnte im Training angewandt werden, ohne aufzufallen, da das durch Injektion verabreichte Präparat im Regelfall nach 48 Stunden nicht mehr nachweisbar ist, die Wirkung allerdings noch über einen viel längeren Zeitraum anhält. Da im Wettkampf keine Blutkontrollen durchgeführt werden, kann auch kein ungewöhnlich hoher Hämatokrit-Wert festgestellt werden. Ergo ist das eigentlich dichteste Doping-Kontrollnetz der Welt völlig sinnentlehrt.Sicherlich ist die Ausdauer im Fußball nur ein Puzzle-Teil beim Betrachten der leistungsbestimmenden Faktoren. Sicherlich erreicht man durch Epo-Doping keine bessere Ballbehandlung. Sicherlich wird man durch Epo-Doping kein taktischer Fuchs.

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Kain Weißufer

Bahn frei für Epo Teil III

In Wahrheit ist das "dichteste Doping-Kontrollsystem der Welt" wohl auch eines der uneffektivsten. Bei etwa 900 unter Vertrag stehenden Profis der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga finden innerhalb einer Saison gerade einmal 70 Trainingskontrollen der beauftragten NADA statt. Anders ausgedrückt wird lediglich 0,2 Prozent dieser Fußballprofis pro Spielwoche zur Abgabe einer Urinprobe während des Trainings gebeten. Will man allerdings Dopinganalytikern wie Professor Geyer von der Deutschen Sporthochschule Köln Glauben schenken, so ist gerade die Trainingsphase die Zeit, in der unerlaubte Mittel sinnvollerweise zum Tragen kommen.

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Kain Weißufer

Bahn frei für Epo Teil II

Selbst bei scheinbar ernsthaft geführten Doping-Debatten wie zuletzt im "Aktuellen Sportstudio" glänzt die Moderatorin mit einfältigen Äußerungen wie etwa: "Ich hoffe, dass wir in zehn Jahren keine Diskussion mehr zum Thema Doping führen müssen." Ein Fauxpas, der dem gemeinen Sportfan sicherlich nicht aufgefallen sein dürfte. Aber auch in der schreibenden Zunft sind Auswüchse erkennbar, die der kritschen journalistischen Distanz ein Dorn im Auge sein müssten, aber im Eifer des Gefechts eine bittere Normalität darstellen; wenn sich etwa ein Reporter der größten deutschen Sportzeitschrift in Modelmannier mit einem Akteur des VfB Stuttgart nach der jüngst gewonnenen Meisterschaft samt Meisterschale in einem Hotelbett ablichten lässt - ein Zustand, der untragbar ist, aber kein kritisches Nachfragen nach sich zieht.

Spricht man Offizielle des größten Deutschen Sportverbandes, des DFB, auf das Thema Dopingkontrollen an, so hört man unisono, dass das Kontrollnetz im deutschen Fußball das dichteste der Welt sei.Gemeint ist damit das Wettkampfkontrollsystem. Dass dies allerdings nur die eine Seite der Medaille ist, wird bewusst unter den Teppich gekehrt.

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Kain Weißufer

Bahn frei für Epo Teil I

Will man sogenannten oder auch selbsternannten Fußball-Experten Glauben schenken, so hat der deutsche Fußball in puncto Doping eine blütenreine Weste.
Es bringe schlichtweg nichts und des deutschen liebste Sportart sei viel zu komplex, um erfolgsversprechend den Verlockungen der Vorteilsnahme zu erliegen.
Da kommen beispielsweise Sportmediziner in den Medien zu Wort, deren Bemühungen, Licht ins Dunkel zu bringen, vom Gros der Sportjournalisten kommentarlos abgenickt werden, als seien die Äußerungen als Axiom zu betrachten.

Diese Mentalität des unkritischen Sportjournalismus ist hierbei eine hausgemachte Problematik: Zum einen arbeiten gerade in den öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten ehemalige Spitzensportler als Berichterstatter ,zum anderen rekrutiert sich ein weiterer nicht zu unterschätzender Teil der journalistischen Gilde aus dem Fanblock der Fußball-Edelanhänger mit Presseausweis.

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R Rossi

Bringt nichts im Fußball?

Doping bringt nichts im Fußball? Den Bierhof möcht ich sehen, der in der Kabine sagt: Laufen bringt nichts, Kampf bringt nichts, Leidenschaft bringt nichts. Jeder, der einmal Manschaftssport betrieben hat, weiß, dass der schlimmste Gegner der ist, der schneller und länger rennt.
Dass hier ein dermaßen an den Haaren herbeigezogenes Argument gebraucht wird, lässt vermuten, dass ganz schön viel Dreck am Stecken hängt.

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Jean Harlsson

Der eigentliche Skandal...

... ist, dass im dt. "professionellen" Fussball die Qualitaet trotz Doping ist wie sie ist!

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Lothar Krist
Lothar Krist (buji2007) - 18.06.2007 20:53 Uhr

Doping im Fußball

Bitte, das ist doch pure Schönrederei, was Kindermann da betreibt! Was ist das eigentlich für ein Arzt? Er sollte eigentlich wissen, wie leicht man einen Spieler, der dopt, also Drogen nimmt, von einem sauberen Spieler unsterscheiden kann, insb dann, wenn vor dem Spiel etwas eingenommen wird und in der Pause. Dafür muss man nur bei den Interviews nach Spielende ein wenig aufpassen. Viele der Spieler haben dabei riesige Pupillen, manche schiageln richtiggehend durch die Gegend.
Oder wenn ein junger Spieler von einem unterklassigen Verein kommt und dann innerhalb kürzester Zeit ein Muskelpaket aufbaut, also da weiß man dann auch, dass der etwas nimmt und dass dies nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Ein Trainer oder gar ein Vereinsarzt, der heute angibt, dass er nichts davon gewusst hat, der ist entweder ein Depp oder er lügt.
Ich habe auch Fußball gespielt, bin heute 50, es ist also schon eine Zeit her, aber wir haben damals in den 80ern auch gedopt, allerdings nicht unmittelbar vor einem Spiel, so wie sie das heute tun, siehe die riesigen Pupillen bei den Interviews.

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Thomas Seifert

Den Kindermann zum Gärtner gemacht...

Das Problem ist ja nicht so sehr das bekannte Muster, nach dem Herr Kindermann reagiert - wie alle Sportmediziner und Funktionäre in allen Sportarten, sobald irgendein Insider sich verplappert oder gar ernsthaft ausplaudert: Es sind immer nur Einzelfälle. Stimmt ja auch - jeder Massentrend lässt sich natürlich von Einzelfall zu Einzelfall betrachten...

Peter Neururer - wie die meisten Insider - kann aus seinem persönlichen Erfahrungshorizont natürlich nur über "Einzelfälle" sprechen, seien es Spieler oder Mannschaften. Worüber auch sonst?

Um mehr zu erfahren über ein eventuelles System, das dahinter steckt, muss man schon ins Zentrum des Spinnennetzes vordringen - dorthin, wo die Fäden zusammenlaufen... Tja, und wer sitzt genau dort? Herr Kindermann. Dass so jemand in dieser Position Aufklärung verhindern und mögliche Kronzeugen einschüchtern darf, ist der eigentliche Skandal.

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Jahrgang 1965, Korrespondent für Sport in Berlin.

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