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Fans empört : DFB überklebt Anti-Rassismus-Plakat

Zum Finale der U19-Meisterschaft zwischen Hannover und Hoffenheim ist ein antirassistisches Plakat überklebt worden. Die Fans sind empört, der Deutsche Fußball-Bund verteidigt sich.

          Eigentlich hängt am Oberrang der Südkurve des Stadions in Hannover seit 2005 das Transparent „96-Fans gegen Rassismus“. Doch vor dem Finale der U19-Meisterschaft zwischen Hannover 96 und der TSG Hoffenheim am vergangenen Sonntag ist die Bande vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verdeckt worden. Dort, wo sonst Werbung, Fahnen und eben dieser antirassistische Spruch hängt, klebte eine schwarze Folie. Deshalb hat der DFB nun Ärger mit den Fans von Hannover 96. „Wir sind empört, dass der DFB aus dem Vorfall von St. Pauli nicht gelernt hat“, sagt Silvia Müller vom „Arbeitskreis 96-Fans gegen Rassismus“ zu FAZ.NET. „Wenn das innerhalb solch kurzer Zeit passiert, kann das einfach kein Versehen sein.“

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Im Stadion von St. Pauli hatte der DFB vor knapp einem Monat beim Training vor dem Länderspiel gegen Polen das Transparent „Kein Fussball den Faschisten“ teilweise abgedeckt, sodass dort nur noch „Kein Fussball“ stand. Der DFB begründete seine Handlung mit einer „Neutralisation“, was bedeutet, dass die Stadien frei von Werbung und politischen Botschaften sein müssten.  DFB-Präsident Niersbach bat St. Pauli später um Entschuldigung.

          Nachdem sich das Hannoveraner Fanprojekt im Netz über das Verhalten des DFB beschwert hatte, reagierten viele Fans mit Unverständnis.

          Wenn in Hannover ein Länderspiel gewesen wäre, hätte Silvia Müller nicht protestiert. „Aber bei einem Spiel von Hannover gehört das Plakat einfach dazu.“ Zudem bestünde die Arbeit des Projektes vor allem aus Aufklärung. Und die sei bei einem Jugendspiel wie dem U19-Finale besonders wichtig.



          Laut DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock ist der DFB noch während des Spiels auf den Vorfall aufmerksam gemacht worden. Daraufhin habe man das Gespräch mit den Fanprojekt geführt. „Wir haben den Fans erklärt, dass dem Stadion ein einheitliches Aussehen gegeben wurde und es dabei bedauerlicherweise auch zur Abdeckung dieser Botschaft gekommen ist“, teilte Sandrock mit.  „Die Verleihung des Julius-Hirsch-Preises an das Fan-Projekt Hannover im Jahr 2009 zeigt, wie sehr wir das Engagement der 96-Fans gegen Rassismus schätzen.“

          Doch genau das nehmen viele Fans dem DFB nicht ab: “Billige Ausrede“ schreibt einer bei Facebook, “Die Herren vom DFB haben nichts gelernt“ ein anderer. Und so fordert auch das 96-Fanprojekt dass der DFB seine Praxis der „Neutralisation“ verändert. „Künftig sollte der DFB vor den Spielen mit den Fanbeauftragten sprechen und klären, ob es Botschaften gibt, die nicht abgehängt werden sollten“, sagt Müller.

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