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DFB-Präsident Niersbach Ein Mann ohne Feinde

 ·  Beim DFB ist Wolfgang Niersbach seit 24 Jahren, nun ist er Präsident. Der 61 Jahre alte Rheinländer gilt als akribischer, aber nie verbissener Arbeiter. Ohne großen Lärm gelang es ihm, Vorgänger Zwanziger zum früheren Amtswechsel zu bewegen.

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© dapd Wolfgang Niersbach ist ein glücklicher Mensch - ob er mit seinen neuen Aufgaben glücklich wird, wird sich erst noch zeigen

Wolfgang Niersbach ist am Freitag zum Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gewählt worden. In dem 61 Jahre alten Rheinländer erhält der größte Sportfachverband der Welt (6,5 Millionen Mitglieder) einen Repräsentanten, der keine Feinde hat. Weder in den eigenen Reihen, noch außerhalb.

Der Sportjournalist Niersbach arbeitet seit 24 Jahren in verschiedenen Funktionen für den DFB und ist auf jeder Position der Gleiche geblieben: ein akribischer, aber nie verbissener Arbeiter, loyal, fair im Umgang mit den Geschäftspartnern, verbindlich im Auftreten und frei von Eitelkeiten. 1988 verpflichtete ihn der DFB als Pressechef für die EM in Deutschland.

Danach stieg er zum Mediendirektor auf, war dann als Vizepräsident des Organisationskomitees für die Weltmeisterschaft 2006 maßgeblich am Erfolg des „Sommermärchens“ beteiligt. Danach hob ihn der Verband auf die Spitzenposition des Generalsekretärs.

Den Druck, für den finanziellen Erfolg des DFB verantwortlich zu sein, spürte er kaum, weil er mochte, was er tat. Niersbach sagte einmal: „Es ist immer noch die pure Freude für mich, den Fußball mit zu gestalten.“ Auf dem höchsten hauptamtlichen Posten im DFB angekommen, war Niersbachs Karriereplanung bis zur Pensionierung abgeschlossen.

Präsident wollte er nicht werden. Er verstand und versteht sich eher als Macher denn als Repräsentant. Doch im vergangenen Dezember schockierte Präsident Theo Zwanziger den DFB mit seiner Rücktrittsankündigung für Herbst 2012. Die Kandidatensuche drohte unerfreulich zu werden, Zwanzigers Favorit Erwin Staudt war nicht mehrheitsfähig.

Nun ist weniger Geschäftstüchtigkeit gefragt

Alle anderen ins Spiel gebrachten Kandidaten auch nicht. Es herrschte Unruhe. Der Mann, den sich von vornherein alle vorstellen konnten, der aber eigentlich nicht wollte, rang sich schließlich zu einer Zusage durch, nachdem die für ihn wichtigste Voraussetzung geschaffen war: die überwältigende Zustimmung aus dem Amateurlager.

Jetzt sind also Integrität, Integrationskraft und soziale Verantwortung gefragt, weniger Geschäftstüchtigkeit. In der Übergangsphase zwischen hauptamtlicher Tätigkeit und Ehrenamt hat Niersbach schon gezeigt, dass er auf den Feldern, in denen sein Vorgänger seine Stärken hatte, auch kompetent sein kann. Ohne großen Lärm ist es ihm gelungen, Zwanziger zum Wechsel im März zu bewegen, statt wie vom Vorgänger gewünscht im Oktober.

Auch sein Verzicht auf eine Abfindung als Generalsekretär, die ihm ein Gutachten zugestand, zeugt von Fingerspitzengefühl. Schließlich erfolgt der Wechsel nicht gegen seinen Willen. Statt eines Managergehaltes bezieht Niersbach jetzt eine Aufwandsentschädigung. Und natürlich seine Betriebsrente. „Das ist kein Problem“, sagt Niersbach mit süffisantem Lächeln, wenn er nach seinem Einkommensverlust gefragt wird.

Der Düsseldorfer, der mal Karnevalsprinz war, und gerne Tennis und Skat spielt, besitzt weder Sportwagen noch Yacht. Er ist glücklich, mit dem, was er hat. Ob er glücklich wird, mit den Aufgaben, die er als Präsident zu erledigen hat, wird er noch erleben.

Der neue DFB-Präsident im Porträt

Name: Wolfgang Niersbach
Geburtsdatum: 30. November 1950
Geburtsort: Nettesheim
Familienstand: geschieden, zwei Kinder

Stationen beim Deutschen Fußball-Bund:

  • 1987 - 1988 Pressechef im Organisationskomitee der EM 1988 in Deutschland
  • 1988 - 2001 DFB-Pressechef und späterer Mediendirektor
  • 2001 - 2006 Vizepräsident des Organisationskomitees der WM 2006 in Deutschland
  • 2006 - 2007 Direktor Team-Management/Jugend/Talentförderung/Trainerwesen
  • 2007 - 2012 DFB-Generalsekretär
  • seit 2. März 2012 DFB-Präsident
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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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