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DFB-Pokal-Finale Der Meister aller Klassen

26.05.2007 ·  Die Frauen des 1. FFC Frankfurt haben sich zum sechsten Mal den DFB-Pokal gesichert. Im Endspiel setzten sich das Team um Birgit Prinz im Elfmeterschießen mit 4:1 gegen den FCR Duisburg durch. Frankfurts Torfrau Ursula Holl hielt zwei Elfmeter.

Von Frank Neumann, Berlin
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Es sollte wie so oft in der Vergangenheit eine klare Sache werden. Doch dann haben die Fußballfrauen des 1. FFC Frankfurt lange kämpfen müssen, bis sie zum sechsten Mal den DFB-Pokal als Siegerinnen in den Händen halten konnten. 4:1 im Elfmeterschießen bezwangen die Frankfurterinnen den FCR Duisburg im Berliner Finale, nachdem es nach der regulären Spielzeit 1:1 gestanden hatte. Petra Wimbersky verwandelte den entscheidenden Elfmeter für den FFC. Ursula Holl wehrte zwei Schüsse der Duisburgerinnen ab. „Das war natürlich ein Riesengefühl, die zwei Dinger zu halten“, sagte die Torhüterin.

Nationalmannschafts-Spielmacherin Renate Lingor hatte die Frankfurterinnen zuvor per Foulelfmeter (3.) in Führung gebracht. Der Ausgleich für den FCR gelang Nationalspielerin Sonja Fuss (45.). Auch schon vor dem Sieg in Berlin hätte man dem 1. FFC Frankfurt einen, wenn auch, inoffiziellen Titel verleihen konnen: nämlich den „Meister aller Klassen“. Seit 1999, als sich der damals aufs trebende Stadtteilverein SG Praunheim in 1. FFC Frankfurt umbenannte, ist der Klub aus dem Frankfurter Westen die dominierende Konstante im deutschen Frauenfußball.

Der professionellste Klub der Liga

Nicht immer unschlagbar, aber immer ganz oben mit dabei. Dreizehn (zwölf) Titel sind in diesen Jahren in der Meisterschaft, im DFB-Pokal und im Uefa-Cup schon zusammengekommen. Und alles spricht dafür, dass die Frankfurterinnen in den verbleibenden zwei Spieltagen der Bundesliga auch die Meisterschaft für die Saison 2006/2007 perfekt machen. Einzig dass in diesem Jahr beim Uefa-Cup schon im Viertelfinale das Aus kam, trübte ernstlich die Laune des umtriebigen Frankfurter Managers Siegfried Dietrich, der seit Jahren das „Triple“ als Ziel ausgibt, wie es dem FFC im Jahr 2004 gelang. Denn mehr gibt es im Frauenfußball nicht zu holen, und beim FFC will man immer alles erreichen.

DFB-Pokal-Finale: 1. FFC Frankfurt siegt im Elfmeterschießen

Dass das sportliche Leben der Frankfurter Frauenmannschaft trotzdem nicht nur aus (erfolgreichen) Wiederholungen besteht liegt zum Glück in der Natur des Fußballs, wo eben auch Zufall und Tagesform den Ausgang eines Spiels bestimmen. Die meisten anderen Faktoren aber werden beim FFC so zielstrebig zum eigenen Vorteil geplant und umgesetzt wie bei keinem anderen Klub der Liga. Darin liegt der Erfolg begründet.

Der Rest kann nicht mithalten

Der FFC verfügt über die professionellste Vereinsführung der Frauenfußball-Bundesliga, den mit mehr als 700.000 Euro höchsten Saisonetat, einen Pool von über 25 Sponsoren, darunter Hochkaräter wie die Commerzbank, einen Schnitt von 1200 Zuschauern im heimischen Stadion und nicht zuletzt den schlagkräftigsten Kader der gesamten Liga. Vierzehn von 22 Spielerinnen gehören zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft; kommende Saison wird sich diese Quote noch erhöhen, wenn die Potsdamer Stürmerin Conny Pohlers und die zweite Nationaltorhüterin Stephanie Ullrich dazustoßen. Weitere Verpflichtungen sind natürlich nicht ausgeschlossen.

Der 1. FFC ist dadurch das Aushängeschild des deutschen Frauenfußballs geworden und hat in der öffentlichen Wahrnehmung einen Bekanntheitsgrad erreicht, wie man es vom einem Frauenfußballklub kaum erwarten würde. Immerhin: Man hat sich das erarbeitet. Die Konsequenz, mit der Manager Dietrich den gesamten Frauenfußball, seine Mannschaft und einzelne Spielerinnen vermarktet, ist erstaunlich. Obwohl insgesamt Summen bewegt werden, mit denen man im Männerfußball als Low-Budget-Mannschaft dastünde. Dummerweise für Dietrich liegt dort nicht der Maßstab. Denn die restliche Liga ist kaum in der Lage mit den Riesenschritten des Frankfurter Managers mitzuhalten, auch wenn er das gerne möchte. Nicht nur die Nörgler und Neider des Erfolgs befürchten, dass das auf Dauer ein wenig langweilig werden könnte.

1. FFC Frankfurt - FCR Duisburg 4:1 i.E. (1:1,1:1)
Frankfurt: Holl - Bartusiak, Tina Wunderlich, Jones, Affeld (70. Kliehm) - Garefrekes, Pia Wunderlich (79. Hansen), Lingor (56. Weber), Smisek - Prinz, Wimbersky
Duisburg: Längert (91. Hohlfeld) - Martini, van Bonn, Krahn, Schröder - Bender - Hanebeck, Fuss, Bajramaj - Laudehr (12. Hagedorn (80. Odebrecht), Grings
Schiedsrichter: Jung (Worms-Herrnsheim)
Zuschauer: 25.000
Tore: 1:0 Lingor (3./Foulelfmeter), 1:1 Fuss (45.+1)
Elfmeterschießen: 1:0 Prinz, Martini gehalten, 2:0 Smisek, 2:1 Fuss, 3:1 Hansen, Hanebeck gehalten, 4:1 Wimbersky
Gelbe Karten: - / Hohlfeld, Bender

Quelle: FAZ.NET
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