10.02.2010 · Der DFB-Machtkampf ist offiziell beendet. Die Ruhe zwischen dem Verband und der sportlichen Leitung ist jedoch trügerisch. Nach der WM ist für Nationalmannschaftsmanager Bierhoff wohl Ende.
Von Michael HoreniAm Dienstag haben Bundestrainer Löw, Manager Bierhoff, DFB-Generalsekretär Niersbach und Präsident Zwanziger - in der Reihenfolge ihres Auftretens - eine eigene Pressekonferenz gebraucht, um im Rollenspiel zu erklären, was Fußball-Deutschland schon seit Tagen weiß: dass die vier Führungskräfte im Zuge der geplatzten Vertragsverhandlungen große Fehler vor der WM gemacht haben. Bierhoff entschuldigte sich im Namen der Mannschaftsleitung für die schriftliche Fixierung der finanziell und strukturell überzogenen Forderungen (die dann aber nicht bedauert wurden).
Niersbach und Zwanziger bekannten sich dafür zum Kommunikationsdefizit mit ihren leitenden Angestellten, nachdem sie bemerkt hatten, wie weit man sich voneinander entfernt hatte - und der Generalsekretär bedauerte das Ultimatum des Verbandes sowie die damit einhergehenden Indiskretionen. Für das Debakel, das die Spitzen des deutschen Fußballs vier Monate vor der WM im Anti-Teamwork angerichtet haben, fand der Generalsekretär nach den abgehobenen Auseinandersetzungen eine ganz bodenständige Formulierung: „Was sind wir doch für Hornochsen, dass wir das in der Öffentlichkeit zulassen.“
Aber außer Zerknirschung in verschiedenen Stufen - stark ansteigend von Liebling Löw über Zwanziger, Niersbach bis zum Buhmann Bierhoff - war von Gemeinsamkeiten noch immer wenig zu spüren in der aufgewühlten Welt des DFB. In der Zentrale ging es am Dienstag vor allem darum, den Schaden auf dem Weg zur Weltmeisterschaft zu begrenzen. Offiziell wurde der Streit, der das WM-Projekt immer stärker bedrohte, für beendet erklärt. Aber in vielen Äußerungen und in den Gesichtern ließ sich trotz aller bemühter Versöhnlichkeit der Vertrauensverlust nicht verhehlen, der zwischen den Parteien nicht so einfach zu beheben sein dürfte, wie man sich das auf der eilig einberufenen Pressekonferenz wünschte.
Hoffentlich ist Löw in Teamansprachen deutlicher
Denn inhaltlich bleibt man sich fremd. Die Vertragsgespräche mit dem Bundestrainer sind weiter bis nach der WM vertagt. Aber nur eine zügige Verlängerung hätte dem allgemeinen Bekenntnis, stets und immer noch dasselbe Ziel zu verfolgen, neue Glaubwürdigkeit verschaffen können. Aber das geht nicht mehr in dieser Konstellation. Am Dienstag ist auch das mögliche Verfallsdatum der bisher scheinbar unverbrüchlichen Beziehung zwischen Bierhoff und dem Bundestrainer aufgeblitzt. Löw erklärte, dass er zur gemeinsamen Sache bis Südafrika bereit sei.
Und darüber hinaus? Da schwieg er - und ließ danach verlauten, dass Bierhoff sein erster Ansprechpartner bleibe. Auch das klang schon eindeutiger - und wird die Diskussion, ob der DFB den ungeliebten Manager mit dem ausgeprägten merkantilen Zug wie gewünscht los wird, kaum eindämmen. Nach den Forderungen mit fehlender Bodenhaftung könnten die öffentlichen Attacken, trotz allgemeinen Bedauerns der DFB-Führung, ihr Ziel erreichen. Da wünschte man sich, dass sich Löw zumindest in seinen Teamansprachen verständlicher macht. Die Frage bleibt, ob sich der Bundestrainer bei der WM sportlich für weitere Verhandlungen qualifiziert - und wenn, ob er dann überhaupt noch mag.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 20 | 31 | 43 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 20 | 33 | 41 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 20 | 21 | 41 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 20 | 19 | 40 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Werder Bremen | 20 | -1 | 32 | ![]() |
| 6. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 20 | 1 | 31 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 20 | -2 | 30 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 21 | -11 | 27 | ![]() |
| 9. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 20 | -2 | 24 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Köln | 20 | -11 | 24 | ![]() |
| 11. | ![]() |
VfB Stuttgart | 20 | -2 | 23 | ![]() |
| 12. | ![]() |
Hamburger SV | 20 | -9 | 23 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 20 | -6 | 22 | ![]() |
| 14. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 20 | -12 | 21 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hertha BSC | 20 | -6 | 20 | ![]() |
| 16. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 20 | -9 | 18 | ![]() |
| 17. | ![]() |
FC Augsburg | 20 | -14 | 17 | ![]() |
| 18. | ![]() |
SC Freiburg | 21 | -20 | 17 | ![]() |