Home
http://www.faz.net/-gtm-15it9
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Samstag, 11. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

DFB-Machtkampf Fremde Freunde

10.02.2010 ·  Der DFB-Machtkampf ist offiziell beendet. Die Ruhe zwischen dem Verband und der sportlichen Leitung ist jedoch trügerisch. Nach der WM ist für Nationalmannschaftsmanager Bierhoff wohl Ende.

Von Michael Horeni
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (4)

Am Dienstag haben Bundestrainer Löw, Manager Bierhoff, DFB-Generalsekretär Niersbach und Präsident Zwanziger - in der Reihenfolge ihres Auftretens - eine eigene Pressekonferenz gebraucht, um im Rollenspiel zu erklären, was Fußball-Deutschland schon seit Tagen weiß: dass die vier Führungskräfte im Zuge der geplatzten Vertragsverhandlungen große Fehler vor der WM gemacht haben. Bierhoff entschuldigte sich im Namen der Mannschaftsleitung für die schriftliche Fixierung der finanziell und strukturell überzogenen Forderungen (die dann aber nicht bedauert wurden).

Niersbach und Zwanziger bekannten sich dafür zum Kommunikationsdefizit mit ihren leitenden Angestellten, nachdem sie bemerkt hatten, wie weit man sich voneinander entfernt hatte - und der Generalsekretär bedauerte das Ultimatum des Verbandes sowie die damit einhergehenden Indiskretionen. Für das Debakel, das die Spitzen des deutschen Fußballs vier Monate vor der WM im Anti-Teamwork angerichtet haben, fand der Generalsekretär nach den abgehobenen Auseinandersetzungen eine ganz bodenständige Formulierung: „Was sind wir doch für Hornochsen, dass wir das in der Öffentlichkeit zulassen.“

Aber außer Zerknirschung in verschiedenen Stufen - stark ansteigend von Liebling Löw über Zwanziger, Niersbach bis zum Buhmann Bierhoff - war von Gemeinsamkeiten noch immer wenig zu spüren in der aufgewühlten Welt des DFB. In der Zentrale ging es am Dienstag vor allem darum, den Schaden auf dem Weg zur Weltmeisterschaft zu begrenzen. Offiziell wurde der Streit, der das WM-Projekt immer stärker bedrohte, für beendet erklärt. Aber in vielen Äußerungen und in den Gesichtern ließ sich trotz aller bemühter Versöhnlichkeit der Vertrauensverlust nicht verhehlen, der zwischen den Parteien nicht so einfach zu beheben sein dürfte, wie man sich das auf der eilig einberufenen Pressekonferenz wünschte.

Hoffentlich ist Löw in Teamansprachen deutlicher

Denn inhaltlich bleibt man sich fremd. Die Vertragsgespräche mit dem Bundestrainer sind weiter bis nach der WM vertagt. Aber nur eine zügige Verlängerung hätte dem allgemeinen Bekenntnis, stets und immer noch dasselbe Ziel zu verfolgen, neue Glaubwürdigkeit verschaffen können. Aber das geht nicht mehr in dieser Konstellation. Am Dienstag ist auch das mögliche Verfallsdatum der bisher scheinbar unverbrüchlichen Beziehung zwischen Bierhoff und dem Bundestrainer aufgeblitzt. Löw erklärte, dass er zur gemeinsamen Sache bis Südafrika bereit sei.

Und darüber hinaus? Da schwieg er - und ließ danach verlauten, dass Bierhoff sein erster Ansprechpartner bleibe. Auch das klang schon eindeutiger - und wird die Diskussion, ob der DFB den ungeliebten Manager mit dem ausgeprägten merkantilen Zug wie gewünscht los wird, kaum eindämmen. Nach den Forderungen mit fehlender Bodenhaftung könnten die öffentlichen Attacken, trotz allgemeinen Bedauerns der DFB-Führung, ihr Ziel erreichen. Da wünschte man sich, dass sich Löw zumindest in seinen Teamansprachen verständlicher macht. Die Frage bleibt, ob sich der Bundestrainer bei der WM sportlich für weitere Verhandlungen qualifiziert - und wenn, ob er dann überhaupt noch mag.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel
Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   20  31   43 Gleichheit zur Vorwoche
2.  Logo: Bayern München
Bayern München   20  33   41 Gleichheit zur Vorwoche
3.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   20  21   41 Gleichheit zur Vorwoche
4.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   20  19   40 Gleichheit zur Vorwoche
5.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   20  -1   32 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   20  1   31 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   20  -2   30 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   21  -11   27 Verbesserung zur Vorwoche
9.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   20  -2   24 Verschlechterung zur Vorwoche
10.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   20  -11   24 Verschlechterung zur Vorwoche
11.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   20  -2   23 Gleichheit zur Vorwoche
12.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   20  -9   23 Gleichheit zur Vorwoche
13.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   20  -6   22 Gleichheit zur Vorwoche
14.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   20  -12   21 Gleichheit zur Vorwoche
15.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   20  -6   20 Gleichheit zur Vorwoche
16.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   20  -9   18 Gleichheit zur Vorwoche
17.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   20  -14   17 Gleichheit zur Vorwoche
18.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   21  -20   17 Gleichheit zur Vorwoche

1899 Hoppenheim

Von Michael Horeni

Wer eine Viertelmilliarde in sein Hobby steckt, will mehr als den besten Platz im Stadion. Doch Dietmar Hopp wird derzeit zum Problem für seinen Klub TSG Hoffenheim. Mehr 1