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DFB-Kommentar : Kompetenz durch Kommunikation

Es fehlt nicht viel: Dutt und U-21-Nationaltrainer Rainer Adrion Bild: picture alliance / dpa

Robin Dutt setzt auf die Kommunikation zwischen den Verantwortlichen im deutschen Fußball. Der neue DFB-Sportdirektor ist auf dem richtigen Weg. Nun sollte das Projekt „Nationales Leistungszentrum“ umgesetzt werden.

          Ein gutes halbes Jahr nach dem Abschied von Matthias Sammer als Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bunds zeigt sich weiterhin das große, nicht ausgenutzte Potential, das in dieser Aufgabe steckt. Nachfolger Robin Dutt hat bei der öffentlichen Vorstellung seines Konzepts in Frankfurt nun davon gesprochen, die Vormachtstellung der Spanier im Nachwuchsbereich knacken zu wollen - also genau dort, wo die systemische Überlegenheit bisher deutlicher ausfällt als bei der A-Nationalmannschaft.

          Dutt setzt auf seinem Weg vor allem auf die Kommunikation zwischen den Verantwortlichen im deutschen Fußball. Was auf den ersten Blick wie eine Selbstverständlichkeit erscheint, war aber bis zuletzt ein Kern des Problems in der Nachwuchsarbeit des Verbandes. Die Verbindung zwischen dem früheren Sportdirektor Sammer und der Nationalmannschaftsführung um Manager Bierhoff und Bundestrainer Löw war über die Jahre stets so gespannt, dass es schon als Erfolg galt, wenn offene Konflikte vermieden wurden. An Teamarbeit war nie zu denken - und eine Erweiterung der Netzwerke unter Dutts neuem Motto „Erfolg sind Alle“ schon gar nicht vorstellbar.

          Nach Sammers Wechsel im Sommer zum FC Bayern hat der Verband mit dem früheren Leverkusener Trainer zwar keinen Kandidaten gefunden, der exakt auf das Profil eines Sportdirektors passt, wohl aber einen Nachfolger, der nun zumindest ohne interne Widerstände aus dem Job genau das machen könnte, was diese Position eigentlich schon seit 2006 hergeben sollte: Übergreifende Ideen entwickeln und etablieren, die nicht schon an Machtgrenzen an der nächsten Ecke im eigenen Haus enden.

          Diesen Ehrgeiz deutet Dutt nur an. Dabei geht es längst um mehr als die Schaffung von einheitlichen Spielvorstellungen und einer kontinuierlichen Spielerentwicklung für bestimmte Positionen, vom linken Verteidiger bis zum aussterbenden Stoßstürmer. In ihren weiterreichenden Vorstellungen, wie sich der deutsche Fußball dauerhaft erfolgreich entwickeln lässt, sind sich Dutt und Bierhoff dabei fachlich schon nach wenigen Monaten so einig, dass damit auch ganz neue Dinge möglich werden können: ein nationales Leistungszentrum. Dort könnten endlich Kompetenz gebündelt und die Stärken eines großen Verbandes im internationalen Wettbewerb ausgespielt werden.

          Wenn Dutt anklingen lässt, dass solche Strukturen für künftige Titelgewinne auch der Nationalelf bedeutsamer wären als die richtigen Auswechslungen des Bundestrainers, ist dies mehr als nur ein dezenter Hinweis auf die Bedeutung dieses Projekts. Aber noch gilt es, die Landesverbände diplomatisch zu überzeugen - um ein Leistungszentrum Wirklichkeit werden zu lassen, dessen neue Impulse der deutsche Fußball trotz seines Aufschwungs gut gebrauchen kann.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

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          Quelle: F.A.Z.

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