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Mittwoch, 19. Juni 2013
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DFB-Kommentar Harmonie statt Innovation

 ·  Robin Dutt folgt auf Matthias Sammer. Die Besetzung der Position des Sportdirektors orientierte sich an hergebrachten Mustern. Neue Ansätze hatten im Auswahlprozess keine Chance. Reicht das bei den hohen Ansprüche des DFB?

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© REUTERS Vieles wirkt schon eingespielt beim DFB und dem neuen Sportdirektor Robin Dutt

Was war das damals für ein Theater, als Jürgen Klinsmann sich vor der WM 2006 dafür einsetzte, für die neue Stelle des Sportdirektors beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) einen zwar fußballfremden, aber dafür mit hoher sportwissenschaftlicher Kompetenz ausgestatteten Experten aus dem Elitesport vorzusehen. Ins Auge gefasst hatte der frühere Nationalcoach den Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters und sorgte damit in den alteingesessenen Zirkeln des Verbandes für einen Eklat.

Was daraus wurde, ist bekannt. Peters fiel im DFB-Präsidium durch, setzt seine Ideen nun seit Jahren beim Bundesligaklub in Hoffenheim um – dafür entschieden sich die Funktionäre beim DFB für den verdienten Nationalspieler, Europameister und Trainer Matthias Sammer.

Die Zeiten der Konfrontation zwischen den forschen Protagonisten der Nationalmannschaft mit Klinsmann, dann Löw und Bierhoff auf der einen Seite sowie der arrivierten Verbandsnomenklatura sind vorbei. Und auch dem zum FC Bayern abgewanderten Sammer kann nicht nachgesagt werden, er hätte mit seinen Entscheidungen als Sportdirektor keinen Erfolg gehabt.

Doch was mit der damaligen Kritik am Profil des Sportdirektorpostens ausgedrückt wurde, hat jetzt mit der Verpflichtung Robin Dutts als Nachfolger Sammers weiterhin Bestand. Die Besetzung der Position orientierte sich an hergebrachten Mustern einer nicht gerade innovationsfreudigen Branche.

Wäre es nicht wichtig, innovativ in die Zukunft zu blicken?

Gesucht wurde der „Fußballlehrer mit Lizenz“, wie DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Mittwoch bei der Vorstellung Dutts betonte – ein Mann, dem die Nachwuchsarbeit nicht fremd sei und der über Erfahrung im Amateur- und Profifußball verfügen müsste. Das ist gut. Aber ausreichend für die hohen sportlichen Ansprüche des DFB in den nächsten Jahren? Neue, überraschende, vielleicht erst einmal unbequem erscheinende Ansätze möglicher Kandidaten hatten schon im Auswahlprozess für den Posten keine Chance.

Der enge Bezug des Sportdirektors zur Fußballpraxis (man spricht im Fußball seit Jahrzehnten vom nötigen „Stallgeruch“) wird vom Verband weiterhin als wesentlich wichtiger eingeschätzt als eine Ausrichtung dieser Funktion in einer Art sportwissenschaftlichem Denk-Zentrum. Das ist schade. Dutt hat schon gesagt, dass er sich nicht für neue Konzepte zuständig sähe. Aber wäre es nicht wichtig, dass gerade er innovativ in die Zukunft des Fußballs blickte?

DFB: Dutt neuer Sportdirektor

Natürlich wäre es ungerecht, den neuen Sportdirektor vorab als Fehlbesetzung zu bezeichnen. Dutt, der den Trainerjob von der Pieke auf erlernte, hat alle Chancen, sich in seiner Aufgabe gut zu entwickeln. Der DFB hat die Nachfolge Sammers schnell geregelt. Zudem scheint sich Dutt anders als sein Vorgänger auf einer Wellenlänge mit Bundestrainer Löw zu befinden. Konfliktpotential wird nicht erwartet. Vieles wirkt jetzt schon sehr eingespielt. Es bleibt abzuwarten, welch prägenden Einfluss Dutt auf den sportlichen Fortschritt des Verbands haben wird.

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Jahrgang 1965, Sportredakteur.

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