http://www.faz.net/-gtl-8y26i

Manipulation in dritter Liga? : DFB und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen Osnabrücker

  • Aktualisiert am

Spieler des VfL Osnabrück stehen unter Manipulationsverdacht. Bild: Picture-Alliance

Osnabrücker Spieler stehen in der dritten Liga unter dem Verdacht der Manipulation. Sie sollen von anderen Gegenleistungen für einen Sieg am letzten Spieltag verlangt haben. Doch der DFB kommt ihnen zuvor.

          Spieler des VfL Osnabrück stehen nach dem Saisonende in der dritten Fußball-Liga unter Manipulationsverdacht. Wegen des Verdachts der versuchten Einflussnahme im Abstiegskampf ermittelt der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der DFB hat auch eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt und die eigene Ethikkommission eingeschaltet. Dies teilte der DFB am Samstag mit, nachdem sich die zweite Mannschaft von Werder Bremen durch ein 1:0 gegen den VfR Aalen gerettet hatte. Der SC Paderborn stieg nach seinem 0:0 beim VfL Osnabrück dagegen ab.

          Nach Angaben des DFB ging bei seinem Ombudsmann ein Hinweis ein, wonach Osnabrücker Spieler versucht haben sollen, Gegenleistungen von Bremer Spielern dafür zu erhalten, dass sie sich in der VfL-Partie gegen Paderborn um einen Sieg bemühen. DFB-Vizepräsident Rainer Koch habe daraufhin Ermittlungen veranlasst.

          Der DFB-Kontrollausschuss informierte in Abstimmung mit den Staatsanwaltschaften in Bochum und Osnabrück am Freitag bei einem Ortstermin in Osnabrück die Vereinsführung. Zudem wurde mehrere Spieler befragt, danach empfahl der Kontrollausschuss, drei tatverdächtige Akteure nicht einzusetzen. Der Verein kam dem nach. Der VfL Osnabrück bestätigte in einer Mitteilung am Samstag die Untersuchungen.

          Die digitale F.A.Z. PLUS
          F.A.Z. Edition

          Die digitale Ausgabe der F.A.Z., für alle Endgeräte optimiert und um multimediale Inhalte angereichert

          Mehr erfahren

          „Wir haben uns unmittelbar bereit erklärt, alle erforderlichen Maßnahmen zur Aufklärung der im Raum stehenden Vorwürfe gegen wenige Spieler des VfL Osnabrück zu unterstützen“, sagte Geschäftsführer Jürgen Wehlend am Samstag in einer Pressemitteilung des Vereins. Er ergänzte: „Da die Untersuchungen des DFB andauern, bitten wir um Verständnis dafür, uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht im Detail zum Stand der Untersuchungen des Kontrollausschusses äußern zu können.“

          Offensichtlich gebe es einige Spieler, die den Ruf des Vereins aufs Spiel gesetzt hätten, sagte Wehlend im ARD-Interview. Namen wollte er nicht nennen, die Betroffenen seien bis zur Aufklärung suspendiert. Kapitän Christian Groß habe sich aber nichts zu schulden kommen lassen. Osnabrück ist zum zweiten Mal von einem derartigen Vorgang betroffen. 2009 hatte der damalige VfL-Spieler Thomas Cichon eine Manipulationsabsprache sowie die Zusage von Bestechungsgeld an ihn gestanden. Bei der Zweitliga-Partie des VfL Osnabrück beim FC Augsburg (0:3) habe er nicht mit vollem Einsatz gespielt, erklärte Cichon später vor Gericht.

          Weitere Themen

          Der Weltfußballer des Jahres Video-Seite öffnen

          Fifa-Gala in London : Der Weltfußballer des Jahres

          Nach je fünf Titeln für Cristiano Ronaldo und Lionel Messi setzte sich der 33-jährige Kroate, der bei Real Madrid unter Vertrag steht, gegen Ronaldo und den Ägypter Mohamed Salah durch.

          Das Schweigen der Ultras

          Bundesliga-Aktionsspieltag : Das Schweigen der Ultras

          Durch demonstratives Schweigen über 18:30 Minuten protestieren Bremer Fußballfans gegen das Diktat des Bezahlfernsehens: „Football is for you and me - not for fucking Pay-TV.“

          Das deutsch-türkische Wettrennen um die EM

          2024 : Das deutsch-türkische Wettrennen um die EM

          Eine stabile Währung, große Stadien, Rechtssicherheit: Im Rennen um die Fußball-EM 2024 liegen die Deutschen angeblich vorn. Dass die Türkei keine Menschenrechtsstrategie vorlegte, rügte sogar die Uefa.

          Topmeldungen

          Brinkhaus schlägt Kauder : Bis es zu spät war

          Angela Merkel hätte Volker Kauder zum Abtreten bewegen können. Sie tat es nicht. Nun folgen die Abgeordneten ihr nicht mehr. Warum hielt sie an Kauder fest?

          Katholische Kirche : Ein tiefer Blick in die dunkle Vergangenheit

          Die Ergebnisse eines Forschungsprojekts über den Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche erschüttern selbst die erfahrensten Wissenschaftler. Die Reaktion der Kirche: Sie will sich bessern – wieder einmal.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.