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DFB-Besuch in Auschwitz „Zeichen von Verantwortung“

 ·  Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, schlägt vor, dass die Nationalelf während der Fußball-EM die Gedenkstätte Auschwitz besucht. In DFB-Kreisen kommt der öffentliche Aufruf dem Vernehmen nach nicht gut an.

Artikel Bilder (4) Lesermeinungen (21)

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Karl Gustav
Karl Gustav (turmoil) - 10.03.2012 13:18 Uhr

den wunsch

den wunsch eines herrn graumann kann man auch mal unerfüllt lassen - unkommentiert. er ist schließlich nicht der papst, sondern vertreter einer interessengruppe. und dabei ganz sicher keine glückliche wahl.

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William Snurp
William Snurp (W_Snurp) - 09.03.2012 20:45 Uhr

Schon erstaunlich...

... einerseits wird seit geraumer Zeit das Image der Nationalmannschaft als Multi-Kulti-Truppe gefördert, andererseits sollen jetzt Spieler wie Mesut Özil, Sami Khedira, Cacau und - um der Absurdität noch die Krone aufzusetzen - unsere gebürtigen polnischen Spieler "deutsche historische Verantwortung" tragen. Es ist sicher ein gutes Zeichen, als sportlicher Repräsentant seines Landes, diesen Ort zu würdigen. Mit historischer Verantwortung hat das aber sicher nichts zu tun.

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Günter Busse

Wenn Hr.Grauman direkt an den DFB herangetreten wäre,

wäre es ok gewesen. Aber warum dann der indirekte Weg über die Medien, über die Sportbild?
Damit der DFB nicht "nein" sagen kann? Oder um dem DFB einfach die Entscheidung
abzunehmen?
Hr.Graumann sollte für seine Methoden vom "Schiedsrichter" gerügt werden, denn fair war
das nicht. Warum hat man bei Äusserungen von Menschen wie Hr.Graumann immer ein schlechtes Gefühl? Weil er im Grunde ein Politiker ist, der bestimmte Interessen verfolgt?
.
Der DFB sollte m.E. "nein" sagen. Warum sollten die Spieler während eines wichtigen Turniers damit belastet werden? Ich kann mir nicht vorstellen, das der Trainer damit einverstanden ist. Bei einem Fussballturnier geht es darum, zu gewinnen, und dem hat sich alles unterzuordnen!
Es spricht natürlich nichts dagegen, wenn DFB-Bürokraten einen Termin in Auschwitz wahrnehmen, oder die Mannschaft ausserhalb eines Turniers - aber auf keinen Fall während der
EM.
.

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Peter Slater

DFB-Abgesandte waren im Holocaust-Museum in Israel ...

Also, ich bin dagegen ( nicht wie diese Dagegen-Partei ! ) weil irgendwo der Fussball im Vordergrund stehen soll und Geschichte und Politik sollten sich moglichst aus dem Fussball heraus halten, sonst offnen wir andere Turen und bekommen diese dann nicht mehr zu. Jeder Mensch und Schuler in Deutschland ist sich der Geschichte ihrer Vergangenheit bewusst ... Ausserdem ist der Vorschlag einseitig, denn dieser Besuch wurde nur den DFB-Spielern treffen und andere Nationen wurden verschont bleiben und diese Spieler konnten sich daraus Vorteile im Spiel gegen Deutschland verschaffen ... Das Fussballturnier soll das bleiben, was es ist und lehne ein geschichtlich - politisches Fussballturnier fur Deutschland ab.

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Ulrich Lösekrug

"Ein Zeichen von Verantwortung"

Wenn Herr Graumann, ohne sich zuvor diskret und vertrauensvoll an den DFB zu wenden, über die Medien eine vermeintliche Verpflichtung des DFB einklagt, dann scheinheilig von "Wunsch eines Fußballfans" spricht (und damit sicherlich mehr als die von anderen geforderte "Sensibilität" vermissen läßt), erscheinen seine Absichten in einem zweifelhaften Licht:Engagement für eine gute Sache oder Selbstdarstellung? Der DFB ist integer genug, als daß er sich zu Schau-Aktionen nötigen lassen müßte.

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Thomas Berger
Thomas Berger (tberger) - 09.03.2012 16:44 Uhr

"Verantwortung"

Wenn Spieler der Nationalmannschaft tatsächlich für den Holocaust Verantwortung tragen, sollte man sich dringend um jüngere Spieler bemühen.

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klaus keller
klaus keller (klkeller) - 09.03.2012 16:31 Uhr

Ich habe im Deutschlandfunk gehört das die Nazis den Begriff Nationalmannschaft eingeführt haben

es ist doch eigenartig für was eine Fuballmannschaft so alles stehen soll, gehts nicht ne Nummer kleiner. Mir geht dieses nationale gehabe auf den Wecker.Die leute spielen Fußball.

Ich würde gerne wissen wer das Zahngold und die Eheringe eingeschmolzen hat und wer davon profitiert hat, vielleicht sogar bis heute. Das hätte einen Bezug zu Realität. Bei mancher Firmengeschichtsschreibung ist zwischen 1939 und 1945 immernooch eine große Lücke.
Einen Bezug zur Geschichte könnte man auch herstellen in dem man die Namen der ermordeten
Schüler oder ehem Schüler an einer Schule mit einer Tafel dokumentiert. Oder die Namen der deportierten an Bahnhöfen. Da hätte ich eine Verbindung mit der ich etwas Anfangen kann, mit Fussballern in der Gedenkstäärte nicht.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.03.2012 19:23 Uhr
Peter Slater

Falsch "Herr Keller" der Mutterland des Fussballs hatte die 1. Nationalmannschaft ...

... und in Grossbritannien gibt es zahlreiche Fussballclubs, die ab 1862 gegrundet wurden. Der alteste Fussballklub der Welt ist Notts County FC das 1862 gegrundet wurde und England erstellte die 1. Ansammlung von Fussballern aus verschienden Klubs ... Das Hitler-Deutschland den Begriff "Nationalmannschaft" fur ihre Zwecke benutzten, das ist moglich, aber sie erfanden nicht den Begriff "Nationalmannschaft".

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klaus keller
klaus keller (klkeller) - 09.03.2012 16:15 Uhr

Ist es ein Zeichen der Toleranz und der Normalität in Auschwitz Fußball zu spielen ?

Warum den nicht, ein Freundschaftsspiel gegen eine polnische Mannschaft. Ich weis allerdings nicht ob es dort ein Stadion gibt und in der Gedenkstätte zu spielen finde ich abwegig.

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Oliver ten Hoevel

Was für eine Verantwortung?

Ich finde diese permanenten Versuche der heute in Deutschland lebenden Bevölkerung Verantwortung für WKII-Verbrechen einzureden verrückt. Es gibt keine Erbschuld!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.03.2012 08:15 Uhr
George Rauscher

Herr Heinemann,

Das mit der Erbschuld steht im alten Testament. Deutschland hat -soweit überhaupt religiös - den Christlichen Glauben, und im Neuen Testament geht es um Liebe und Vergebung, nicht Rache, Erbschuld und Opferung der eigenen Kinder um einen grollenden Gott zu besänftigen.

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Jörg Heinemann

Warum sollte es keine Erbschuld geben?

Die in diesem Lande herrschende Religion bekennt sich zur Erbsünde. Warum sollte jemand, der an die Erbsünde glaubt nicht auch an eine Erbschuld glauben?
Machen sich Leugner dieser Erbschuld des Antisemitismus verdächtig?

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Rolf Meyer
Rolf Meyer (Meyer1691) - 09.03.2012 14:46 Uhr

Verantwortung auf die Schultern nehmen

Wenn Dieter Graumann einen "Wunsch" äußert, kann man den nicht abschlagen, weil man sonst moralisch in einer Ecke landet, in der man in Deutschland niemals landen darf.

Aber welche geschichtliche Verantwortung sollen eigentlich Spieler wie Dennis Aogo, Jerome Boateng, Sami Khedira, Mesut Özil, Cacau, Mario Gomez und Miroslav Klose auf ihre Schultern nehmen?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.03.2012 17:06 Uhr
Adrian Barwasser

ganz einfach

Die Verantwortung für den jeweiligen Holocaust ihrer Nationen (auf die Reaktionen darauf würde ich mich echt freuen! siehe Erdogan und die Türkei...)
Aber ist es wirklich die Aufgabe von Sportlern, eine ergriffene Miene aufzusetzen und aller Welt vorzuheucheln, sie würden sich so schrecklich verantwortlich fühlen, nur um dadurch als moralisch korrekt zu gelten?
Ich dachte immer dafür hätten wir schon Politiker...

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Wolfram Obermanns

Schade!

Da alles, was der DFB jetzt in Auschwitz macht, auf Zuruf geschieht, ist es nur noch die Hälfte wert.

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Hans Bethe
Hans Bethe (hbethe) - 09.03.2012 14:04 Uhr

Mehr Bedeutung als nur ein schlechtes Gewissen

Bei allen Vorbehalten, die man mit Recht gegen einige Äußerungen des Zentralrates der Juden vorbringen mag (und durchaus vor dem Hintergrund, dass mancher Jude in Deutschland sich eine andere Vertretung wünschen würde) ist der Vorschlag eine gute Idee und bedarf durchaus einer "quasi-offiziellen" Stellungnahme.

Dass jeder fünfte Jugendliche nicht weiß, was Auschwitz überhaupt ist, ist frustrierend. Das schlechte Gewissen für das dritte Reich wird über die Generationen weitergereicht, aber keine konkreten Informationen, aus denen man lernen könnte. Jedenfalls offensichtlich nicht in allen Teilen der Bevölkerung. Die Nationalmannschaft dürfte auch in denjenigen Teilen, die mit Auschwitz nichts anzufangen wissen, einen hohen Einfluss haben. Ein Besuch in Auschwitz wäre ein wichtiger Beitrag, das Thema wieder breiter zur Sprache zu bringen.

Schuldgefühle und Entschuldigungen sind keine Aufgaben meiner Generation. Aber darauf zu achten, dass so etwas nie wieder passieren kann.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.03.2012 00:56 Uhr
Hans Bethe
Hans Bethe (hbethe) - 10.03.2012 00:56 Uhr

"Herr Slater" Tatsächlich bezog ich mich auf...

...eine sehr konkrete Umfrage des Stern ("Jeder fünfte jüngere Deutsche kennt Auschwitz nicht") mit dem besagten Ergebnis. Lesen Sie sie doch einmal nach, bevor Sie mich über die Kenntnisse der Schüler belehren. Vielleicht würden Sie dann auch eine etwas andere Perspektive zum Rest meines Beitrags finden.

Was genau möchten Sie mir mit Ihrem Rest sagen? Dass der DFB damit alles in seiner Macht stehende getan hat, um Jugendliche darauf aufmerksam zu machen? Dass wir jetzt sagen können "gut, besser wirds nicht"? Finde ich nicht. Problematiken müssen bewusst gemacht werden, die Schüler müssen erfahren, was Auschwitz war und Sie wiederum mussten erfahren, dass die Schüler es nicht wissen. Wie Sie sehen, sind wir auf einem guten Weg.

Ich denke, es ist wichtig zu wissen, was diese Demokratie wert ist, und es gibt kein grundsätzliches Anrecht darauf, im Zusammenhang mit Fußball nicht mit soetwas behelligt zu werden. Manchmal gibt es Sachen, die wichtiger sind als Trainingszeiten.

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Peter Slater

"Herr Bethe" Jeder Schuler weiss, was in Auschwitz passierte ...

... es mag wohl sein, das jeder 5. Schuler denkt, Auschwitz geht mich nichts an, das ist moglich ... im Ubrigen ist es ein europaisches Fussballturnier und keine geschichtlich-politisches Fussballveranstaltung, ausserdem haben DFB-Bedinstete in Israel das Holocaust-Museum besucht. In Deutschlands Nationalelf spielen viele, die entweder auslandische Eltern haben, oder im Ausland geboren wurden, die dann eingedeutscht wurden und das gilt auch fur alle anderen Nationalteams.

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Ulrich Stauf
Ulrich Stauf (DH7XU) - 09.03.2012 13:19 Uhr

Glaubt den der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, wirklich,

dass er sich mit dieser Erinnerungsforderung bei irgendjemanden noch Freunde macht? Wäre es nicht wirklich besser, eine Erinnerungskultur in diesem Land ohne ständige Beeinflußung Betroffener bzw. von Vertretern Betroffener entwickeln zu lassen? Die Reaktionen der breiten Öffentlichkeit auf die Zwickauer Mordserie zeigen doch eindeutigf, dass in diesem Volk eine vorhandenen Abscheu gegen den Nationalsozialismus vorhanden ist. Bedarf es dann noch immer weiterer Ermahnungen?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.03.2012 13:47 Uhr
Jan Froehlich

nachvollziehbarer Wunsch / gute Diskussion

Ich halte diesen Wunsch im Gegenteil zu der oben geäußerten Meinung für gut nachvollziehbar und finde die Diskussion auch vollkommen angemessen. Zugestandenermaßen will ich mich gar nicht fragen, ob schon einmal eine deutsche Fußballnationalmannschaft in Ausschwitz gewesen ist, weil ich einfach befürchte, dass dies noch nie der Fall war.
Hier hätte ich mir auch von Seiten der FAZ gewünscht, diese Frage zu recherchieren. In meinen Augen wäre es sehr wünschenswert, eine solche Frage, die Herr Graumann aufwirft, mit diesen Recherchen zu verbinden.
Selbst wenn dies schon einmal der Fall gewesen sein sollte, was ich mir nicht vorstellen kann, hielte ich es auch gerade jetzt für eine gute Geste, dies gerade auch mit dieser sehr populären Mannschaft noch einmal zu tun, gerade auch im Angedenken an Julius Hirsch.

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Armin Geißler
Armin Geißler (navras) - 09.03.2012 12:03 Uhr

unnötige äußerung

sich gegenüber der sport-bild dafür auszusprechen, was die nationalmannschaft zu tun habe, ist absolut deplaziert. wenn sich die mannschaft entscheidet, im ehemaligen KZ auf den holocaust aufmerksam zu machen, ist das gut und löblich. aber der zentralrat hat in der angelegenheit nix zu melden (ja, die äußerung des vorsitzenden hat für mich quasi-offiziellen status).

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Jahrgang 1965, Korrespondent für Sport in Berlin.

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