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Akademie in Frankfurt am Main : Das Jahrhundertprojekt des DFB

So soll die DFB-Akademie in Frankfurt aussehen Bild: dpa

Neue Heimat, Thinktank und Geschäftsmodell: Weltmeister-Manager Oliver Bierhoff plant mit der DFB-Akademie den ganz großen Wurf. Doch der Widerstand in Frankfurt ist größer als gedacht. An diesem Sonntag wird beim Bürgerentscheid abgestimmt.

          Nicht alles ist Stress und Anspannung für Oliver Bierhoff in diesen Tagen. Und auch nicht alles Fußball. Am Mittwochabend genoss er die Ablenkung beim vierten Basketball-Finale zwischen den Bayern und Bamberg in München, am Freitag vergnügte er sich mit einer Runde Golf im Rahmen eines Benefizturniers. Dazwischen aber, am Donnerstag, war volle Konzentration gefragt vom Teammanager der Nationalmannschaft. Wahlkampf, dichtgedrängte Termine in der Frankfurter Verbandszentrale, Endspurt.

          Bierhoff spricht routiniert und auffallend unaufgeregt, wenn es um das „Jahrhundertprojekt“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geht, eigentlich gar nicht wie ein Wahlkämpfer. Nicht nur, weil er seine Argumente für das, was da vom kommenden Jahr an auf dem Gelände der Frankfurter Galopprennbahn entstehen soll, ja schon unzählige Male vorgetragen hat. Sondern auch, weil der Verband Zurückhaltung als Strategie ausgegeben hat in dieser heiklen Angelegenheit.

          Ganz anders als die Plakate, die einen überall in der Stadt anbrüllen. „Kein DFB-Palast auf unsere Kosten!“, zum Beispiel. Oder: „Pferde statt Beton“, bildlich untermalt von einer jungen Dame mit treuherzigem Blick und wehendem Haar, die sich an einen Pferdekopf schmiegt. Und natürlich die Sache mit dem angeblichen „84-Mio-Geschenk an DFB-Bosse“. Das alles hat sich den Frankfurtern eingehämmert in den vergangenen Wochen, ob es ihnen gefiel oder nicht.

          Dem DFB gefiel es nicht. Ein bisschen lässt deshalb auch Bierhoff die Zügel locker, als er auf den Tag der Entscheidung zu sprechen kommt, diesen Sonntag. „Von der anderen Seite“, sagt er, „sind nur Emotionen geweckt, aber keine Fakten präsentiert worden.“ Er habe „Vertrauen in die Intelligenz der Frankfurter Bürger“. Und, selbst wenn er das so nicht sagt, sicher auch in die Kraft des Fußballs.

          Alles unter einem Dach mit diversen Fußballfeldern – so ist die Idee

          Aus Sicht der Gegner wiederum geht es nicht zuletzt genau darum: um die (All-)Macht dieses Sports. Wo heute zumindest hin und wieder noch Pferde im Galopp ihre Runden drehen, im Stadtteil Niederrad, soll von Ende 2018 an alles um das runde Leder kreisen. Dann, so der Plan, wird der DFB voller Stolz seine Akademie eröffnen und mit ihr in ein neues Zeitalter aufbrechen - es sei denn, der erste Bürgerentscheid in der Geschichte der Stadt stoppt das Ganze.

          Die DFB-Akademie ist Bierhoffs Projekt. Er war es, der 2007 zum ersten Mal die Idee eines nationalen Leistungszentrums ins Spiel brachte. So, wie die Franzosen es mit ihrem Clairefontaine schon lange haben. Und, wenn auch in weniger mondäner Form, die Spanier, Italiener, Argentinier oder inzwischen auch die Engländer.

          „Wir brauchen ein sportliches Zuhause“

          Es dauerte aber eine Weile, ehe Bierhoff im eigenen Verband Gehör fand, erst Anfang 2013 wurde das Projekt auch formell auf den Weg gebracht. „Glücklicherweise hat dieses Präsidium den Mut und auch die Weisheit gehabt, dieses Projekt zu genehmigen“, sagt Bierhoff - und holt gleich noch ein wenig weiter aus. „1990 wurde gesagt, der deutsche Fußball wird auf Jahre unschlagbar sein, weil der Ost-Fußball dazukam. Dann haben wir uns zehn Jahre ausgeruht, auf die Schulter geklopft und sind im Jahr 2000 aufgewacht und haben gemerkt, dass viele an uns vorbeigezogen sind. Den Fehler dürfen wir jetzt nicht wieder machen. Ich sehe, dass andere Nationen aufholen.“

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