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Deutscher Fußball-Bund Präsident Niersbach - „Das ist okay so“

07.12.2011 ·  „Ich traue mir die Aufgabe zu“, sagt der bisherige Generalsekretär Niersbach, dessen Kandidatur sowohl von Beckenbauer als auch von Zwanziger unterstützt wird.

Von Peter Heß
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© dapd Vom Pressechef zum Generalsekretär zum Präsidenten: Wolfgang Niersbach

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat eines seiner dringenden Probleme schnell gelöst. Fünf Tage nachdem DFB-Präsident Theo Zwanziger seinen Rücktritt für Oktober 2012 angekündigt hatte, präsentierte er seinen designierten Nachfolger. Generalsekretär Wolfgang Niersbach wird sich auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag im kommenden Herbst als einziger Kandidat zur Wahl stellen. „Ich habe gewaltigen Respekt vor dem Amt, aber auch Selbstvertrauen: Ich bin bereit“, sagte der 61 Jahre alte Rheinländer, und fügte an: „Ich war immer ein Mannschaftsspieler. Der Präsident sollte kein Solist sein. Er ist mehr wie der Kapitän einer Fußballmannschaft.“

Niersbach war schon unmittelbar nach Zwanzigers Rücktrittsankündigung am Freitagabend als Favorit für die Nachfolge genannt worden, zögerte jedoch. Einerseits mag er die Aufgaben, die mit dem Amt des Generalsekretärs verbunden sind, andererseits war ihm die Zustimmung der Amateurverbände nicht gewiss.

Einstimmiges Votum der Verbände

„Aus Respekt vor den Amateurverbänden habe ich mich nicht geäußert, ich wollte erst ihre Rückendeckung“, sagte Niersbach. Die erfolgte am Mittwochmorgen überraschend deutlich: Beim Treffen der Vertreter der fünf Regionalverbände mit dem DFB-Präsidium erhielt der Generalsekretär ein einstimmiges Votum.

Der für den Amateurbereich zuständige DFB-Vizepräsident Hermann Korfmacher sagte: „Wir bestätigen mit Freude, dass wir uns Wolfgang Niersbach sehr gut als Präsidenten vorstellen können, wir sind über seine Kandidatur erleichtert. Die Zustimmung erfolgte unisono, wir wünschen ihm viel Fortune bei seiner neuen Aufgabe.“

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© dpa Von vornherein Ersatzmann für Niersbach? Erwin Staudt

So war der Weg frei für DFB-Präsident Zwanziger, Niersbach als seinen Nachfolge-Kandidaten vorzustellen: „Ich freue mich riesig, wir kennen uns seit 20 Jahren und sind uns freundschaftlich verbunden. Wir diskutierten manchmal kontrovers, waren aber immer loyal. Ich muss zugeben, dass ich unheimlich viel Druck gemacht habe, dass er sich für die Kandidatur entscheidet.“

Niersbach: Völlig sauberer Prozess

Diese Aussage steht im Widerspruch dazu, dass Zwanziger zuvor schon mit Erwin Staudt über eine mögliche DFB-Präsidentschaft gesprochen hatte. Der frühere Präsident des VfB Stuttgart bestätigte Unterredungen mit Zwanziger und bekannte sich zu seinen Ambitionen.

Was manche als doppeltes Spiel bezeichnen könnten, erklärte Zwanziger so: „Ich hatte schon 2010 Wolfgang Niersbach gefragt, ob er mein Nachfolger werden wolle. Damals war er noch nicht soweit. Daran erinnerte ich mich im Sommer 2011, als ich mich endgültig zum Rücktritt entschloss. Deshalb wollte ich eine Alternative haben, falls er wieder absagen würde. Aber ich bin froh, dass meine erste Alternative zugesagt hat.“ Bleibt die Frage, wieso Zwanziger nicht zuerst auf Niersbach zuging, bevor er Alternativen suchte.

Der alte Generalsekretär und kommende Präsident sprach von einem völlig sauberen Prozedere. Bei einem Treffen mit Zwanziger und Staudt habe der Stuttgarter mit offenen Karten gespielt: „Ich kenne Herrn Staudt seit 20 Jahren, damals schloss ich einen Sponsorvertrag für den DFB mit ihm in seiner Eigenschaft als IBM-Manager ab. Seitdem sind wir in Kontakt, seitdem ist er mir sympathisch.“

Löw: „Teamplayer mit angenehmem Führungsstil“

Staudt habe ihm versichert, nicht anzutreten, sobald Niersbach sich zur Kandidatur entschlösse. Und so kam es dann auch. „Das ist okay so“, sagte der frühere Präsident des VfB Stuttgart am Mittwoch der Deutschen Presseagentur. Die Wahl des gebürtigen Düsseldorfers bei einem außerordentlichen Bundestag im kommenden Oktober ist nur Formsache und trifft auf breite Zustimmung.

Bundestrainer Joachim Löw sagte: „Es ist eine gute Entscheidung, dass Wolfgang Niersbach als DFB-Präsident kandidiert. Er ist ein Teamplayer mit großer Erfahrung und angenehmem Führungsstil. Ich bin sicher, dass er auch in der neuen Rolle einen engen Draht zur Nationalmannschaft halten und unsere Arbeit optimal unterstützen wird.“

Auch die Liga steht eindeutig hinter Niersbach. „Wolfgang Niersbach ist als Mann des Ausgleichs bekannt, der stets die Interessen des gesamten Fußballs im Blick hat und großes Ansehen in allen Bereichen des DFB genießt“, sagte Ligapräsident Reinhard Rauball. Niersbach sieht das Kernproblem des Fußballs darin, was in den Stadien passiert: „Wir müssen der Gewalt Herr werden, das geht aber nur in Zusammenarbeit mit allen anderen Kräften.“

Aber trotz aller Schwierigkeiten, mit denen er es während seiner 33 Jahre beim DFB zu tun bekommen habe, sehe er den Fußball vor allem positiv: „Der DFB ist doch alles in allem sehr gut aufgestellt. Für mich ist es immer noch pure Freude, Fußball gestalten zu dürfen.“ Demnächst nicht mehr als hauptamtlicher Geschäftsführer, sondern als ehrenamtlicher Präsident. Ob er sich das leisten könne, wurde er gefragt: „Ich werde nicht meine Gehaltsabrechnung zeigen, aber es ist kein Problem.“

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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