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Deutscher Fußball-Bund Niersbach folgt Zwanziger

Der bisherige Generalsekretär Wolfgang Niersbach wird auf dem DFB-Bundestag einstimmig zum neuen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes gewählt. Vorgänger Theo Zwanziger erhielt zuvor das Bundesverdienstkreuz.

© dpa Vergrößern Der neue und der alte DFB-Präsident: Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger (rechts)

Wolfgang Niersbach ist einstimmig zum neuen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes gewählt worden. Er tritt die Nachfolge von Theo Zwanziger an. Die Wahl am Freitag galt als reine Formsache, nachdem sich der Ligaverband und das Amateurlager bereits vor dem außerordentlichen Bundestag des DFB in Frankfurt am Main schriftlich auf Niersbach festgelegt haben.

Der 61-Jährige ist seit 2007 Generalsekretär beim größten Sportfachverband der Welt und wird nun dessen elfter Präsident. Neuer Generalsekretär wird Helmut Sandrock. Zwanziger hatte im Dezember seinen Rücktritt bekanntgegeben, will aber bis 2013 in der Exekutive der Europäischen Fußball-Union (Uefa) und bis 2015 im Führungsgremium des Weltverbandes Fifa bleiben. Der 66 Jahre alte Jurist erhielt von Innenminister Hans-Peter Friedrich das Bundesverdienstkreuz.

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Mit einem Grußwort an die Delegierten und Ehrengäste hatte Niersbach zuvor den Bundestag eröffnet. „Es ist ein außerordentlicher, aber auch ein außergewöhnlicher Bundestag“, sagte er in einem Frankfurter Flughafenhotel.

Niersbach begrüßte Fußball- und Sport-Prominenz wie Franz Beckenbauer, DOSB-Präsident Thomas Bach, Bundestrainer Joachim Löw, die 1954er Weltmeister Horst Eckel und Hans Schäfer sowie die drei Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus.

Helmut Sandrock wird als Nachfolger von Niersbach neuer Generalsekretär. Dies bestätigten die 260 Delegierten. Der 55-Jährige ist damit der höchste Hauptamtliche der mehr als 200 DFB-Angestellten Sandrock, gebürtiger Aachener, war bisher Direktor für Spielbetrieb, Talentförderung, Elite- und Partnerschulen, Trainerwesen, Jugend- und Breitenfußball und U-Nationalmannschaften.

„Ich schaue zurück auf eine fantastische Zeit“

Nach siebeneinhalb Jahren an der Spitze des DFB verabschiedete sich Theo Zwanziger von seinem Präsidentenamt. „Ich bin ein zufriedener und glücklicher Mensch. Ich schaue zurück auf eine fantastische Zeit beim DFB“, sagte der 66-Jährige Jurist aus Altendiez.

Ja für Niersbach: Die Zustimmung auf dem außerordentlichen DFB-Bundestag galt schon vorher als siche © dpa Vergrößern Ja für Niersbach: Die Zustimmung auf dem außerordentlichen DFB-Bundestag galt schon vorher als sicher

Mit viel Applaus und stehend dargebrachten Ovationen würdigten ihn die 260 Delegierten. Mit den Worten „Fußball ist nicht alles, alles hat seine Zeit“ eröffnete Zwanziger seine Ansprache. „Meine Zeit im schönsten Amt, das es in Deutschland subjektiv gibt, ist vorbei. Ich freue mich auf morgen“, sagte er.

Vor der Wahl des bisherigen Generalsekretärs Wolfgang Niersbach zu seinem Nachfolger sei er überzeugt: „Du wirst ein großartiger Präsident. Er wird und muss den Fußball nicht neu erfinden“, sagte Zwanziger. „Du wirst dich nicht verändern, denn der Einzige, der versucht hat, dich zu ändern, das war ich - und ich bin gescheitert.“

Auf gute Zusammenarbeit: Niersbach-Vorgänger Zwanziger lobte die Arbeit von Horst R. Schmidt © Eilmes, Wolfgang Vergrößern Auf gute Zusammenarbeit: Niersbach-Vorgänger Zwanziger lobte die Arbeit von Horst R. Schmidt

Als großen Mitstreiter in seiner Zeit in der DFB-Zentrale in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise hob Zwanziger aber nicht Niersbach, sondern den früheren Generalsekretär Horst R. Schmidt hervor: „Hinter allem und vor allem, was der DFB ist, steht ein Name: Horst R. Schmidt.“

Zwanziger war 2004 zunächst gemeinsam mit Gerhard Mayer-Vorfelder DFB-Präsident, von 2006 an dann allein. Er wird Vorsitzender der DFB-Kulturstiftung bleiben, die künftig seinen Namen trägt. Als Abschiedsgeschenk erhielt er eine Collage und einen Gutschein für ein Familienwochenende in Bad Füssing.

„Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß“

Auch Franz Beckenbauer meldete sich vor dem Bundestag zu Wort. Der DFB braucht nach seiner Ansicht einen hauptamtlichen Präsidenten. „Der Fulltimejob lässt sich nicht länger ehrenamtlich ausüben, sondern sollte auch wie ein Spitzenamt bezahlt werden“, schrieb der „Kaiser“ in seiner Kolumne in der „Bild“-Zeitung.

Vor der Wahl seines Freundes Wolfgang Niersbach erklärte Beckenbauer: „Es kann nicht angehen, dass Niersbach bei seinem Wechsel vom Generalsekretär zum Präsidenten, der letztlich die Gesamtverantwortung trägt, finanzielle Verluste hinnehmen muss. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß.“

Die DFB-Präsidenten seit 1900

Ferdinand Hueppe (1900-1904)
Friedrich Wilhelm Nohe (1904-1905)
Gottfried Hinze (1905-1925)
Felix Linnemann (1925-1945)
Peco Bauwens (1949-1962)
Hermann Gösmann (1962-1975)
Hermann Neuberger (1975-1992)
Egidius Braun (1992-2001)
Gerhard Mayer-Vorfelder (2001-2006)
Theo Zwanziger (2004-2012*)
Wolfgang Niersbach (seit 2012)

* von 2004 bis 2006 als sogenannte Doppelspitze mit Mayer-Vorfelder als Präsident und Zwanziger als Geschäftsführender Präsident. Seit September 2006 war Zwanziger alleiniger DFB-Präsident

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

 
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