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Deutscher Fußball-Bund Her mit den Reformen!

 ·  Oliver Bierhoff fordert ein DFB-Leistungszentrum und ein Sportdirektor- und Manager-Zertifikat. Dass in der Branche keine allergischen Anfälle zu vernehmen sind, zeigt die positive Wandlung im deutschen Fußball.

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© dpa Vergrößern Oliver Bierhoff (l.) hat neue Reformen vorgeschlagen, DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (r.) wird Entscheidungen darüber treffen müssen

Das Wort Reform löst im deutschen Fußball nun schon seit ein paar Jahren keine allergischen Anfälle mehr aus. Oliver Bierhoff aber kennt diese Zeiten noch allzu gut, als er im Team mit Jürgen Klinsmann erlebte, was für einen Sturm der Entrüstung man in der alten Fußballfamilie entfachen konnte, wenn man Fitnesstrainer, Psychologen oder Hockeytrainer mit frischen Ideen engagieren wollte.

Nachdem diese Revolutiönchen mittlerweile aber längst in den deutschen Alltag übergegangen sind und nicht den Zusammenbruch des deutschen Fußballs, sondern dessen Aufbruch bewirkten, sorgen neue Ansätze nun zumindest nicht mehr für kollektive Abwehrreaktionen. Leicht ist es jedoch immer noch nicht, für Innovationen die nötige Unterstützung zu bekommen.

Kein Aufschrei zu hören

Aber der Manager der Nationalelf lässt nicht locker. Über die noch aus Klinsmanns Zeiten stammende Idee, ein nationales Leistungszentrum zu errichten, an dessen sportlichem Nutzen Experten keinen Zweifel haben, soll nun unter dem neuen Präsidenten Niersbach im Herbst endlich entschieden werden.

Die Qualifizierungsoffensive im deutschen Fußball, die noch viel Luft nach ganz oben besitzt, hat Bierhoff nun weiter bereichert - mit der Forderung nach einem Sportdirektor-und Manager-Zertifikat. Während Talente immer besser gefördert werden, die Trainerausbildung allmählich, aber immer noch zu langsam nachzieht, liegen die Qualifikationskriterien für Manager weiter auf einem beklagenswerten Niveau.

Bierhoff weiß aus eigener Zusammenarbeit, dass es manchen Kollegen selbst an Grundkenntnissen mangelt. Sein Wunsch nach einem Mindeststandard in der Aus- und Fortbildung ist dabei so selbstverständlich, dass man sich nur fragt, warum sie nicht schon früher erhoben worden ist. Dass in der Branche kein Aufschrei zu vernehmen war, ist eine einzige Bestätigung für Bierhoffs Forderung.

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04.03.2012, 13:38 Uhr

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