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Deutsche Uefa-Cup-Gegner Wer erfolgreich ist, wird klein gekauft

08.11.2007 ·  Die Premier League dreht sich um die vier Top-Klubs, deren finanzieller und sportlicher Vorsprung stetig wächst. Die Teams dahinter, wie der FC Everton oder die Bolton Wanderers, liefern sich einen teilweise besinnungslosen Wettbewerb um überteuerte Spieler.

Von Christian Eichler
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Vor Beginn der Saison war David Moyes nachdenklich. „Es wird immer schwerer, sich und sein Team bemerkbar zu machen“, sagte der Trainer des FC Everton. Die Premier League dreht sich um die vier Top-Klubs, deren finanzieller und sportlicher Vorsprung stetig wächst. Die Teams dahinter, im verzweifelten Kampf um Anschluss, liefern sich einen teilweise besinnungslosen Wettbewerb um überteuerte Spieler.

Manchmal funktioniert das wie bei Manchester City (60 Millionen Euro für Sommer-Transfers, derzeit Tabellenplatz drei); meistens aber nicht, wie in West Ham (45 Millionen, Platz elf) oder gar in Tottenham (55 Millionen, Platz 17). Die wenigen verbliebenen Klubs, die mit ihren Ressourcen sparsamer umgehen, bleiben im Vergleich dazu eher unbemerkt. Dabei sind es zwei von ihnen, die zuletzt die Plätze hinter den Champions-League-Riesen gewonnen haben. Und die es deshalb an diesem Donnerstag im Uefa-Cup nach Bayern verschlägt: Everton nach Nürnberg (21.05 Uhr, FAZ.NET-Liveticker) und die Bolton Wanderers nach München (19.00 Uhr).

Typische Plazierungsabfolge 15, 7, 17, 4, 11, 6

Typisch für die Klubs hinter den großen vier ist ein Pendelverkehr in der Tabelle. Eine gute Saison, schon werden zwei, drei Top-Spieler weggekauft; es folgt eine schlechte Saison zur Konsolidierung, dann wieder eine gute, und so geht es weiter und weiter. Everton kam, seit der Schotte Moyes das Steuer 2002 übernahm, in der Liga auf die Plazierungsabfolge 15, 7, 17, 4, 11, 6.

Derzeit aber scheint der einzige Verein Englands, der mehr als hundert Spielzeiten in der obersten Liga bestritten hat, neue Konstanz gefunden zu haben, zuletzt gelangen fünf Siege nacheinander. Everton verfügt mit dem Spanier Arteta über einen der besten offensiven Mittelfeldspieler der Liga, neben ihm hat sich der aus Dortmund geliehene Südafrikaner Steven Pienaar gut eingespielt. Mit der einzigen Großinvestition der Saison, 16 Millionen Euro für den Nigerianer Yakubu, kam auch neue Torgefahr. Gratis kam der Deutsche Stefan Wessels als zweiter Torwart hinter dem Amerikaner Tim Howard.

Jussi Jääskeläinen verliert fast alle Punkte

Doch die Stabilität in der zweiten Reihe der Premier League bleibt wacklig, wie nun Bolton erlebt. Unter Trainer Sam Allardyce hatte das frühere „Fahrstuhlteam“ die vergangenen vier Spielzeiten auf den Plätzen sechs bis acht abgeschlossen. Dann wechselte „Big Sam“ im Sommer nach Newcastle, und Nachfolger Sammy Lee brachte nicht das psychologische Geschick mit, durch das Allardyce aus notorischen Problemprofis wie Anelka oder Diouf ein Team geformt hatte. Lee hielt sich keine drei Monate. Unter dem Neuen, Gary Megson, haben die Wanderers zuletzt durch ein 1:1 in der Nachspielzeit in West Ham wenigstens den letzten Tabellenplatz verlassen.

Seit Abwehrchef Ben Haim ablösefrei zu Chelsea wechselte, fehlt Bolton die Sicherheit. Und vorn droht der Torlieferant abhandenzukommen, denn Anelka bietet sich, Zeitungsberichten zufolge, „jedem großen Verein der Premier League“ persönlich an. Zum Glück hat der Klub einen Mann, der sich mit Verlusten auskennt, mit Punktverlusten zumal. Er ist einer der besten Torhüter der Premier League. Leider bleibt im Namen des Finnen Jussi Jääskeläinen in englischen Zeitungen mangels Tastaturen mit dem Umlaut „ä“ von sieben Punkten meist nur einer übrig: „Jaaskelainen“. Aber ein Punkt in München, das wäre ein Gewinn.

Quelle: F.A.Z., 08.11.2007, Nr. 260 / Seite 33
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Jahrgang 1959, Sportkorrespondent in München.

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