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Auftaktsieg bei U21-EM : Gnabry wird zum deutschen Starthelfer

Der Puls stimmt: Serge Gnabry (l.) und Maximilian Arnold bejubeln das 2:0 gegen Tschechien. Bild: dpa

Ein Sieg zum EM-Auftakt galt als Muss – und die deutsche U21 löst die Aufgabe gegen Tschechien letztlich souverän. Meyer und Gnabry erzielen die Tore beim 2:0-Sieg, bei dem vor allem der Neu-Münchner überzeugt. Doch es gibt auch Warnsignale.

          Verlieren verboten! Diesem Leitmotiv musste die deutsche U21-Nationalmannschaft am Sonntag in Tychy bei ihrem ersten Auftritt während der Europameisterschaft in Polen unbedingt folgen. Schließlich erreichen in den drei Gruppen nur die Gruppensieger und der beste Gruppenzweite das Halbfinale. Nach zehn Siegen in den zehn Spielen der Qualifikation hieß es also für einen der Mitfavoriten des Turniers, nahtlos an diese Serie anzuknüpfen, sollte nicht schon der Start zum großen Handikap werden. „Wer hier nicht mit der richtigen Einstellung reingeht“, hatte Cheftrainer Stefan Kuntz noch am Vortag gesagt, „wird an Boden verlieren.“

          Roland Zorn

          Sportredakteur.

          Kuntz’ Spieler waren klug genug, sich nicht zu überschätzen und erreichten mit einem 2:0-Erfolg durch die Tore von Meyer (44. Minute) und Gnabry (50.) ihr erstes Zwischenziel vergleichsweise souverän. Bei diesem Stand konnte es sich Selke sogar leisten, einen von Zima parierten Handelfmeter nicht zu nutzen (85.). Am Mittwoch geht es in Krakau gegen Dänemark, ehe am Samstag der dickste Brocken mit Italien folgt.

          Meyer hat die Sommergrippe auskuriert

          Kuntz war froh, seine Trainerpremiere bei einer EM mit der bestmöglichen Besetzung angehen zu können. Mittelfeldlenker Max Meyer hatte seine Sommergrippe auskuriert, und Abwehrchef Niklas Stark war seine Ermüdungsreaktion im rechten Fuß rechtzeitig losgeworden. Beide gehörten zu den Anführern der deutschen Mannschaft in dieser Partie, die sich mehr und mehr zugunsten der deutschen Junioren entwickelte.

          Spieler des deutschen U21-Teams freuen sich über das 1:0. Bilderstrecke

          Gnabry, in seinem Tatendrang kaum aufzuhalten, besaß zwei vorzügliche Gelegenheiten, als er, freigespielt von Mittelstürmer Selke, sein Ziel nur knapp verfehlte (5.) und danach mit einem Solo an Torhüter Zima scheiterte, der den Ball an den Pfosten lenkte (28.). Das Tor zum 1:0 aber schoss der Schalker Meyer mit dem Blick fürs Wesentliche, als er aus halblinker Position Zima ausguckte und mit einem haltbar anmutenden Flachschuss überwand (44.). Die Pausenführung belohnte die bessere Elf, die im Zweifel immer nach spielerischen Lösungen suchte.

          Bestenfalls Lösungen mit Knalleffekt wie in der 50. Minute, als Arnolds langer Ball vom Tschechen Sacek derart ungeschickt abgewehrt wurde, dass daraus eine Vorlage für Gnabry wurde. Der spektakulärste deutsche Spieler ließ sich danach nicht mehr bitten und vollstreckte zum 2:0. Den deutschen Spannungsabfall danach machten sich die Tschechen trotz guter Gelegenheiten nicht zunutze. Schick, mit zehn Treffern der beste Schütze der Qualifikation, vergab zwei große Gelegenheiten (57./87.), und der deutsche Torhüter Pollersbeck überstand einen Augenblick der Schwäche im Duell mit Jantko unbestraft (59.).

          Somit hinterließ der gute Turniereinstand der Deutschen auch ein paar Warnsignale, die einer noch höheren Konzentration beim nächsten Mal dienlich sein könnten. Kuntz’ junge Männer können weiter davon träumen, in Polen ihre eigene Geschichte zu schreiben, und vielleicht sogar zum Turnierende mit den bisher einzigen deutschen Europameistern aus dem Jahr 2009 gleichziehen.

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