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Veröffentlicht: 26.02.2013, 17:01 Uhr

Debatte um den Modus „An diesem Pokal wird nicht herumgebastelt“

Wegen des frühen Duells zwischen den Bayern und Dortmund entbrennt eine Debatte um den Modus im DFB-Pokal. Wolfgang Niersbach setzt auf den Status quo - und will nicht Theo Zwanzigers Posten bei der Fifa.

© picture alliance / dpa Pokalsieger 2012: Dortmund gewinnt im Endspiele gegen die Bayern - nun treffen beide schon im Viertelfinale aufeinander

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat sich vehement gegen Änderungen am Modus des DFB-Pokal-Wettbewerbs ausgesprochen. „Nein. Ein klares Nein! An diesem Pokal wird nicht herumgebastelt. Wie der Pokal ist, ist er optimal“, sagte er am Montagabend bei einem Mediengespräch in Frankfurt.

Ausgelöst hatte die Diskussion um eine Reform des DFB-Pokal die Viertelfinalpartie zwischen Bundesliga-Tabellenführer Bayern München und Double-Gewinner Borussia Dortmund am Mittwoch (20.30 Uhr / Live im DFB-Pokal-Ticker bei FAZ.NET). Eines der beiden derzeit überragenden Fußball-Teams in Deutschland wird damit bereits in der Runde der letzten Acht ausscheiden.

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„Es ist schade, dass es das Viertelfinale ist und ab dem Halbfinale der Glanz etwas fehlt“, sagte der ehemalige Bayern-Kapitän und frühere Nationalspieler Stefan Effenberg der „Bild“-Zeitung. Er schlug eine Setzliste ähnlich der im Tennis vor. Der Meister und der Tabellenzweite der Vorsaison würden im Pokal gesetzt und könnten erst im Endspiel gegeneinander spielen.

Zuletzt waren auch Forderungen der Zweitligavereine nach einem automatischen Heimrecht bei Spielen gegen Erstligaklubs laut geworden. Auch dies wird von Niersbach abgelehnt. Derzeit gibt es dieses Heimrecht nur für Amateur-Teams bei Partien gegen Mannschaften aus der Bundesliga oder zweiten Bundesliga.

„Die Uefa mache ich, aber die Fifa ...“

Niersbach geht derweil fest davon aus, dass Deutschland zu den EM-Gastgebern 2020 gehören wird. „Meine Prognose ist, wir werden dabei sein. Wir werden eines der 13 Länder sein“, sagte Niersbach. Das Fußball-Kontinentalturnier in sieben Jahren wird von der Uefa erstmals in mehreren Ländern ausgerichtet, jeder der 13 Gastgeber kann nur mit einem Spielort vertreten sein. In der vergangenen Woche hatte München als erste deutsche Stadt eine Bewerbung öffentlich gemacht. Niersbach rechnet mit Kandidaturen aus 25 Ländern.

Niersbach will zudem entgegen bisheriger Erwartungen nicht Nachfolger von Theo Zwanziger im Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes Fifa werden. „Die Uefa mache ich, aber die Fifa ... - das ist in 2015 und ich bin jetzt 62 Jahre alt. Da sollen auch mal Jüngere ran“, sagte Niersbach. Am 24. Mai dieses Jahres kandidiert der DFB-Chef für die Nachfolge Zwanzigers im Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union bei deren Kongress in London.

Wolfgang Niersbach © dpa Vergrößern Klartext: Für DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bleibt der Pokal wie er ist

Niersbach warnte aber davor, die Wahl als Selbstläufer anzusehen. „Es ist nicht so, dass die alle sagen, ’Hurra, da ist einer vom DFB’.“ Niersbach gilt allerdings in der Uefa-Hierarchie als sehr gut vernetzt und hat eine enge Verbindung zu Präsident Michel Platini. Die Absage an eine Fifa-Kandidatur kommt überraschend, da Niersbach aufgrund seiner guten internationalen Kontakte als logischer Nachfolger Zwanzigers auch in diesem Amt galt.

Schon in Niersbachs Funktion als DFB-Generalsekretär hatte Zwanziger ihn statt seinerselbst für diese Position vorgeschlagen. Wer stattdessen 2015 als DFB-Kandidat für das Fifa-Amt antreten soll, ließ Niersbach offen. „Wir müssen auch jüngere Gesichter aufbauen“, sagte er.

„Das entwertet die U 21-EM“

Die Entscheidung der Uefa, die U-21-Europameisterschaft künftig wieder in EM- und WM-Jahren auszurichten, stößt beim Deutschen Fußball-Bund auf Unverständnis. „Ich halte den Beschluss für unglücklich“, sagte Niersbach. Gemeinsam mit anderen Nationen wolle man bei der Europäischen Fußball-Union für ein Umdenken werben.

Die Uefa hatte entschieden, dass die Junioren-EM nach dem Turnier in Tschechien 2015 von 2016 an wieder in geraden Jahren stattfindet. Damit steht das Turnier in direkter Konkurrenz zu den Großveranstaltungen der A-Teams. „Das entwertet die U 21-EM“, sagte Niersbach. In diesem Jahr findet das Nachwuchsturnier vom 5. bis 18. Juni in Israel statt. Die deutsche Auswahl trifft in der Vorrunde auf die Niederlande, Spanien und Russland.

Stadien für EM 2020 © dpa Vergrößern Deutschland möchte Spiele der EM 2020 - nur in welchem Stadion?

Nachteil ist laut Niersbach auch, dass junge Spieler nicht für ein großes Turnier der A-Mannschaft im folgenden Jahr aufgebaut werden können. Beim deutschen Turniersieg 2009 in Schweden standen einige Spieler im Aufgebot, die ein Jahr später bei der WM in Südafrika zu den Stammkräften von Bundestrainer Joachim Löw gehörten - darunter Manuel Neuer, Sami Khedira und Mesut Özil.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 

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