31.05.2005 · Champions-League-Gewinner Dietmar Hamann fällt für den Confederation-Cup aus. Bei dem Mittelfeldspieler wurde ein Ermüdungsbruch festgestellt. Klinsmann nominierte Marco Engelhardt aus Kaiserslautern nach.
Bundestrainer Jürgen Klinsmann muß für die WM-Generalprobe abermals umdisponieren. Am Dienstag wurde bei Dietmar Hamann, der erstmals seit Juni 2004 wieder zur deutschen Nationalmannschaft angereist war, ein Ermüdungsbruch des großen Zehs im rechten Fuß diagnostiziert - der Champions-League-Gewinner vom FC Liverpool fällt damit für den Konföderationen-Cup (15. bis 29. Juni) sowie die beiden vorherigen Länderspiele in Nordirland (Samstag) und gegen Rußland in Mönchengladbach (8. Juni) aus.
Für den 31 Jahre alten Hamann nominierte Klinsmann auf die Schnelle den Kaiserslauterer Marco Engelhardt nach. Der zweimalige Nationalspieler, der auf der Asien-Reise im vergangenen Dezember in der DFB-Auswahl debütiert hatte, befand sich im Urlaub auf Mallorca, reiste aber pünktlich zur Partie zwischen der Nationalmannschaft und Bayern München am Dienstag abend in München an. Neben Hamann wird dem Bundestrainer beim Confed-Cup auch Philipp Lahm fehlen: Am 17. Mai hatte der Verteidiger einen Kreuzbandriß erlitten.
„Dachte nicht, daß es so schlimm ist“
Klinsmann bedauerte auch den Ausfall von Hamann. „Es tut uns Leid für den Didi. Es wäre enorm wichtig für ihn gewesen zu sehen, was sich bei uns weiterentwickelt hat. Ich bin sicher, daß er sich in unsere Spielphilosophie integriert hätte“, erklärte der Bundestrainer am Dienstag und machte zugleich deutlich, wie sehr er ein Mitwirken des 58maligen Nationalspielers begrüßt hätte: „Sein Ausfall schmerzt uns genauso wie die Absage von Philipp Lahm. Aber besser, das passiert jetzt als in einem Jahr.“
Fast aber scheint es, als sollten Hamann und die deutsche Nationalmannschaft nicht mehr zusammenkommen. Sein letztes Spiel im DFB-Trikot hatte der Bayer am 23. Juni 2004 bei der Euro in Portugal bestritten, beim 1:2 gegen die „B-Auswahl“ Tschechiens. Klinsmann verzichtete zu Beginn seiner Amtszeit zunächst auf den England-Legionär, um jungen Spielern eine Chance zu geben, lud ihn allerdings zum großen Treffen der potenziellen WM-Teilnehmer im März ein. Schon damals aber konnte Hamann wegen eines Innenbandrisses nicht mitwirken.
„Es ist schon schade, daß ich jetzt wieder ausfalle“, klagte Hamann. Die Beschwerden im rechten Fuß hatten sich bereits nach dem Finale in der Champions League am vergangenen Mittwoch eingestellt, „aber ich dachte nicht, daß es so schlimm ist“. Es dauerte ohnehin sehr lange, ehe die Verletzung festgestellt werden konnte. Erst ein so genanntes Synthigramm brachte nach mehreren Untersuchungen Gewißheit. Hamann, dessen Vertrag in Liverpool ausläuft, muß für vier Wochen einen Spezialschuh tragen. Insgesamt wird er wohl sechs bis acht Wochen ausfallen.