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Comeback in der Fußball-Nationalelf Andreas Hinkel - es ist viel passiert

04.09.2008 ·  Drei Jahre nach seinem 17. und bisher letzten Länderspiel ist Andreas Hinkel zurück im Kreis der Nationalelf. Der Profi, der nun in Schottland spielt, hatte kaum mehr mit einer Einladung gerechnet - viel war passiert in der Zwischenzeit.

Von Elisabeth Schlammerl
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Der Bart wirkt ein bisschen ungewohnt, denn Andreas Hinkel ist in der Regel glattrasiert. Oder war es wenigstens – früher. Damals, als er noch in der Bundesliga spielte und regelmäßig zum Kader der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gehört hatte, vor der Weltmeisterschaft 2006. Nun ist der Rechtsverteidiger von Celtic Glasgow wiederaufgetaucht, zurückgekehrt in den DFB-Kader, drei Jahre nach seinem 17. und bisher letzten Länderspiel.

„Die Einladung hat mich schon überrascht“, sagt Hinkel. Er hatte sich fast schon damit abgefunden, dass seine Karriere in der Nationalmannschaft beendet ist. Seit zwei Jahren habe er nichts gehört von Bundestrainer Joachim Löw, hatte er noch im Juni lamentiert. „Ich habe keine Lobby.“ Am vergangenen Wochenende, nach der 2:4-Niederlage im Stadtderby gegen die Rangers, rief dann Assistenztrainer Hansi Flick bei ihm an, um ihn für die beiden WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein an diesem Samstag und Finnland am kommenden Mittwoch zu nominieren. Später sprach auch noch der Chef persönlich mit dem 26 Jahre alten Schwaben.

„Wir haben immer wieder mal über ihn gesprochen“

Löw versicherte ihm, er sei nie aus dem Blickfeld gewesen. „Wir haben immer wieder mal über ihn gesprochen“, sagt der Bundestrainer. Und nun, nach den vielen Absagen, sei es eine gute Gelegenheit für den Rückkehrer, „sich bei uns zu zeigen. Er hat ein gutes Offensivpotential.“ Hinkel weiß, dass er nicht allzu viel erwarten darf. Auf der rechten Seite wird wohl zunächst der Bremer Clemens Fritz spielen. „Ich bin froh, dass ich wieder dabei bin, will Spaß haben und werde mich voll reinhängen.“

Es ist viel passiert in Hinkels Karriere seit seinem letzten Auftritt im Nationaltrikot beim 0:2 gegen die Slowakei in Bratislava. Und die Nationalmannschaft hatte erheblichen Einfluss an diesen Veränderungen. Als ihn der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann nicht für die WM 2006 nominierte, „sagte ich mir, ich brauche einen Neuanfang“. Er verließ den VfB Stuttgart und wechselte zum FC Sevilla.

„Ich habe mich im Ausland eigentlich wohl gefühlt“

Richtig glücklich wurde er in Spanien sportlich allerdings nicht, denn auf seiner Position war der Brasilianer Dani Alves gesetzt. Er kam in der Primera División nur sporadisch zum Einsatz. Aber er möchte die Zeit in Sevilla nicht missen. „Das war eine 1a Mannschaft, und da lernt man die Winnermentalität. Das hat mich auf alle Fälle geprägt.“ Eineinhalb Jahre wartete Hinkel, dass sich etwas änderte – vergeblich. Er hätte im vergangenen Winter nach Dortmund wechseln können, entschied sich aber für Schottland. „Ich habe mich im Ausland eigentlich wohl gefühlt. In jedem Land lernt man was Neues dazu, es wird anders trainiert, es gibt andere Philosophien. Und in der Bundesliga wusste ich ja schon, wie es abläuft.“

Die Entscheidung im Januar scheint nicht falsch gewesen zu sein: Bei Celtic hat er bisher nur eine Halbzeit versäumt, ist dort mittlerweile eine Stammkraft – und vielleicht bald wieder deutscher Nationalspieler.

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