http://www.faz.net/-gtm-9elf9
Bildbeschreibung einblenden

Platzverweis für Ronaldo : „Rot und Tränen“

Raus mit Dir: Felix Brych schickt Ronaldo vom Feld. Bild: dpa

Weltweit wird die Rote Karte für Cristiano Ronaldo diskutiert. Die Medien kommentieren den tränenreichen Abgang und kritisieren den deutschen Schiedsrichter Felix Brych. Ronaldos Schwester reagiert polemisch.

          Die Hinausstellung von Cristiano Ronaldo im Spiel seines neuen Klubs Juventus Turin beim FC Valencia hat dem deutschen Schiedsrichter Felix Brych weltweit Kritik und auch Häme beschert und die internationalen Medien zu kreativen Schlagzeilen animiert.

          Die italienische Sporttageszeitung „Gazzetta dello Sport“ schrieb auf Seite eins: „Juve zu zehnt stärker als der Schiedsrichter“ und widmete der Vorgeschichte Brychs mit dessen misslungenem Auftritt bei der Weltmeisterschaft im Spiel Serbien gegen die Schweiz eine Geschichte. Damals hatte Brych gegen Serbien ein Stürmerfoul gepfiffen und sich nicht des Ratschlags des Videoassisitenten bedient, der vermutlich nach Ansicht der Bilder zu einem Strafstoß für Serbien geraten hätte. „Wir hoffen, dass der Videobeweis bald eingeführt wird. Der Schiedsrichter wurde von seinem Kollegen verraten. Das ist ein ungerechter Platzverweis“, schrieb die Zeitung und gab Brychs Assistenten Marco Fritz die Schuld, der dem Schiedsrichter zu Rot geraten hatte.

          Die französische Sportzeitung „L'Equipe“ titelte zu Ronaldos Abgang mit verweinten Augen zweideutig mit „Rot und Tränen“ in Anspielung an die Wendung „Blut und Tränen“. „Das Drama von CR7“, schrieb unterdessen die spanische Sportzeitung „Marca“ am Mittwochabend nur wenige Minuten nach dem ersten Platzverweis für Ronaldo in seinem 154. Champions-League-Spiel. „Cristiano geht weinend vor Machtlosigkeit“, hieß es bei der spanischen Sportzeitung „AS“.

          Juve-Trainer Massimiliano Allegri bemängelte nach dem Abpfiff, dass der Videobeweis den Platzverweis hätte verhindern können. „Ich kann nur sagen, dass der Videoassistent dem Schiedsrichter hätte helfen können, die richtige Entscheidung zu treffen“, sagte der Italiener: „Das ist sehr enttäuschend. Wir hätten deshalb fast verloren, und Ronaldo wird uns im nächsten Spiel fehlen.“ Ronaldo dürfte vermutlich zumindest im nächsten Spiel gegen Young Boys Bern gesperrt sein, eventuell verpasst er auch seine Rückkehr nach Old Trafford zu seinem früheren Klub Manchester United. Die Entscheidung der Uefa-Disziplinarkommission diesbezüglich fällt am 27. September.

          Polemik der Schwester

          Auf Instagram kommentierte Ronaldos Schwester Katia Aveiro den ersten Platzverweis ihres Bruders in der europäischen Königsklasse mit geharnischten Worten: „Schande über den Fußball – Gerechtigkeit wird kommen.“ Zahlreiche User und Fans unterstützten den Post.

          Der deutsche Schiedsrichter Brych hatte dem Portugiesen beim Königsklassen-Spiel zwischen seinem neuen Klub Juventus Turin und dem FC Valencia nach einer vermeintlichen Tätlichkeit in der 29. Minute die Rote Karte gezeigt. Viele sahen dies als eine harte Entscheidung. Trotz einstündiger Unterzahl setzte sich Juve am Ende mit 2:0 (1:0) durch.

          „Sie wollen meinen Bruder zerstören, aber Gott schläft nie. Eine Schande“, schrieb Ronaldos ältere Schwester weiter. Der fünfmalige Weltfußballer war erst vor dieser Saison von Real Madrid nach Turin gewechselt. Es war sein erster Platzverweis im 154. Spiel in der Königsklasse.

          Weitere Themen

          Vom Taxifahrer zum Bürgermeister

          Pierre Kompany : Vom Taxifahrer zum Bürgermeister

          Pierre Kompany, Vater des Fußball-Nationalspielers Vincent Kompany, ist zum ersten schwarzen Bürgermeister in Belgien gewählt worden. Er war 1975 aus Zaire geflohen.

          Topmeldungen

          Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bringen Opel nicht vorwärts.

          Auto-Kommentar : Opel am Diesel-Pranger

          Die Liste der Autobauer, gegen die deutsche Staatsanwälte ermitteln, wird immer länger. Opel treffen die Ermittlungen hart – weil die Sanierung alle Kräfte braucht. Und die Autobauer müssten eigentlich klimafest werden.
          Historisch ist die Anmutung des Berliner Kammergerichts. Das Bitcoin-Urteil ist dagegen zukunftsweisend.

          Bitcoin-Urteil : Niederlage für Bafin – aber kein Sieg für Krypto-Fans

          Der Handel mit Bitcoin ist kein Bankgeschäft – und erst recht keine Straftat. Das hat das Kammergericht Berlin geurteilt und die Finanzaufsicht Bafin gerügt. Deutlich wird vor allem, wie groß der juristische Handlungsbedarf ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.