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1:1 gegen Monaco : Europa verleiht Leipzig noch keine Flügel

Nicht ganz glücklich: Willi Orban und Leipzig werden in der Champions League gebremst Bild: Reuters

Premiere in der Champions League mit gemischten Gefühlen: RB Leipzig muss sich mit einem Punkt gegen Monaco begnügen. Die Franzosen bremsen die Debütanten aus. Die Ausgangslage bleibt aber günstig.

          RB Leipzig ist nicht fulminant, aber dennoch erfolgversprechend in die Champions League gestartet. Mit einem gerechten 1:1 bei der Premiere gegen den Gruppenfavoriten AS Monaco hat sich der Europapokal-Neuling die Chance erhalten, am Ende die K.-o.-Runde in den kommenden Duellen mit Besiktas Istanbul und dem FC Porto zu erreichen. Leipzig war durch Emil Forsberg (31. Minute)in Führung gegangen, musste aber umgehend den Ausgleich durch Youri Tielemans (33.) hinnehmen.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Monaco trat reifer und kontrollierter auf, aber Leipzig setzte seinen aus der Bundesliga bekannten Tempofußball dagegen, der aber in der Champions League auf diesem Niveau immer wieder gebremst wurde. Aber schmerzhaftes Lehrgeld musste die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl bei ihrem Debüt in einem ausgeglichenen Spiel nicht zahlen, dafür war Leipzig in der Defensive über neunzig Minuten zu stabil.

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          Sportdirektor Ralf Rangnick hatte schon vor dem ersten internationalen Auftritt Bayern-Präsident Uli Hoeneß widersprochen, der gesagt hatte, ohne Erfahrung könne man in der Champions League nicht viel erreichen. „Leicester City ist auch ohne viel Erfahrung unter die letzten Acht gekommen. Außerdem haben wir ja jetzt keine Bubi-Truppe mehr“, hatte Rangnick vor dem Duell gegen den Champions-League-Halbfinalisten der Vorsaison gesagt. Hasenhüttl war sogar noch weiter gegangen, als er feststellte, dass er überhaupt keinen Grund sehe, „warum man Meisterschaften oder die Champions League nicht mit jungen Mannschaften gewinnen kann. Ganz im Gegenteil.“ Auch wenn der Gewinn der Champions League, wie er hinzufügte, natürlich für Leipzig als Neuling natürlich nicht das Ziel sein könne.

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          Und wie sah es in der Wirklichkeit aus in Leipzig, knapp dreißig Jahre nach der Rückkehr der großen Sportstadt in den Fußball-Europapokal? RB bekam schnell zu spüren, dass internationaler Spitzenfußball mit dem Bundesliga-Alltag nicht viel zu tun hat. Monaco ließ sich den Debütanten eine Viertelstunde lang austoben, dann versuchten der Favorit allmählich die Kontrolle zu übernehmen. Das gelang allerdings nur phasenweise. Meist neutralisierten sich die Teams im Mittelfeld. In der ersten halben Stunde gab es in einem taktisch interessanten Spiel daher auch keine nennenswerte Torchance, den letzten Pässe fehlte auf beiden Seiten immer wieder die Präzision.

          Die dynamischeren Leipziger drangen daher ohne den verletzten Naby Keita mit ihrem schnellen Konter- und Kombinationsspiel kaum bis in die Spitze durch. Monaco erging es mit seiner reiferen und ruhigeren Spielanlage allerdings auch nicht anders.

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          Leipzig war das aktivere und aggressivere Team, aber die Führung fiel trotzdem wie aus dem Nichts. Ein langer Pass von Halstenberg aus der eigenen Hälfte landete kurz hinter der Mittellinie bei Forsberg, der auf der nun völlig offenen linken Seite dem Tor entgegensprintete, während sich Werner als Vollstrecker in der Mitte anbot. Aber Forsberg fasste sich ein Herz und versuchte es aus spitzem Winkel selbst - und traf wuchtig in die kurze Ecke zum 1:0 (33.).

          So schnell und überraschend wie die Führung kam, ging sie auch wieder dahin. Nahezu im Gegenzug machte Monaco aus einem nicht allzu vielversprechenden Angriff das 1:1. Leipzig hatte im Strafraum nach einem von Forsberg an der Außenlinie nachlässig geführten Zweikampf zwei Kopfduelle nacheinander verloren, den Kopfball von Tielemans konnte Torwart Peter Gulacsi zwar mit dem Arm noch abwehren, aber im Nachsetzen war der Belgier schneller und stocherte den Ball über die Linie. Ein Schreck, der das Stadion verstummen ließ.

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          Leipzig blieb auch nach der Pause seiner Linie treu, mit Tempo und Energie den direkten Weg zum Tor zu suchen. Timo Werner kam dem Ziel in der 51. Minute gefährlich nahe, aber ein, zwei Meter fehlten dann beim Abschluss doch. In der zweiten Halbzeit war die Partie von Beginn an weitgehend ausgeglichen, aber begeisternden Fußball bekamen die Zuschauer nicht geboten. Dafür waren beide Mannschaften auch zu sehr darauf bedacht, ihre Defensiven bei den jeweils gefährlichen Ansätzen des Gegners nicht zu entblößen.

          Auch wenn sie mehr investierten, das letzte Risiko wagte auch Leipzig nicht. In der 82. Minute hatte RB seine beste Gelegenheit, aber der eingewechselte Augustin scheiterte an Torwart Benaglio. Aber auch mit dem Unentschieden gegen den Halbfinal-Teilnehmer der vergangenen Saison war in Leipzig ein Anfang gemacht. Einer, mit dem auch das Publikum zufrieden war. Der Neuling wurde mit Applaus verabschiedet. Und auf das nächste Heimspiel im Europapokal muss in Leipzig ohnehin niemand mehr lange warten.

          „Wir hätten uns natürlich mehr gewünscht. Wir haben ein Superspiel gemacht, das ist ärgerlich“, sagte Torjäger Yussuf Poulsen, der vor der Partie seinen Vertrag vorzeitig bis 2021 verlängert hatte. „Es war ein gerechtes Unentschieden“, urteilte dagegen Gäste-Torwart Diego Benaglio, der vor der Saison aus Wolfsburg nach Monaco gewechselt war.

          Quelle: F.A.Z.

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