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Nach Champions-League-Aus : Der deutsche Profifußball im Umbruch

Das Ausscheiden von Borussia Dortmund gegen den AS Monaco entzieht sich jeder sportlichen Bewertbarkeit. Bild: dpa

Erstmals seit 2009 hat kein deutscher Verein das Halbfinale der Champions League erreicht. Der Niedergang des deutschen Fußballs scheint nahe. Aber nicht alle Resultate taugen für solche Schlüsse.

          Die Mechanismen im Fußball sind so herrlich viel einfacher als das Spiel selbst. Im Erfolgsfall wird alles mit Hochglanz überzogen und grenzenlos überhöht – etwa im Mai 2013, als Bayern München und Borussia Dortmund den Kampf um die Krone des europäischen Fußballs unter sich austrugen und die Bundesliga deshalb vielen als die stärkste Spielklasse der Welt galt. Das wiederholte sich ein Jahr später, nach der Nacht aller Fußballnächte in Rio de Janeiro. Nun hat erstmals seit 2009 kein deutscher Verein das Halbfinale der Champions League erreicht – der Niedergang des deutschen Fußballs scheint nahe.

          Einzelne Resultate taugen aber für derart weitreichende Schlüsse nicht. Das Ausscheiden von Borussia Dortmund gegen den AS Monaco entzieht sich aufgrund des bis heute ungeklärten Anschlags auf die Mannschaft ohnehin jeder sportlichen Bewertbarkeit. Übersehen wird daneben, dass der AS Monaco Tabellenführer in Frankreich und die vielleicht unterschätzteste Mannschaft im europäischen Spitzenfußball ist, während der BVB in einer Umbruchphase steckt, nachdem in den vergangenen Jahren die besten Spieler weggekauft worden waren.

          Und die Bayern? Ja, sie sind nach ihrem eigenen Verständnis gescheitert. Sie haben eine etwas in die Jahre gekommene Mannschaft, deren Verjüngung unter dem neuen Trainer Ancelotti arg ins Stocken geraten ist. Aber die Bayern sind, mit Nebengeräuschen wie einem vergebenen Elfmeter im Hinspiel, Fehlentscheidungen des Schiedsrichters und dem Pech angeschlagener Spieler, immerhin am Titelverteidiger Real Madrid gescheitert – einem jener wenigen Klubs, die noch ein Stückchen größer sind als die Münchner. Der aktuelle Tabellenführer in Spanien wiederum stand zwar 2014 und 2016 als strahlender Sieger der Champions League da – war in den beiden Finalpartien gegen den Ortsrivalen Atlético allerdings auch mit Glück überschüttet worden.

          Nun den Niedergang der Bayern oder gar des deutschen Fußballs wegen des Scheiterns der Klubs im Viertelfinale kommen zu sehen wäre ziemlich wagemutig. Die Erfahrung lehrt, dass die Münchner ihre Schlüsse ziehen werden. 2012 waren sie nach dem im eigenen Stadion verlorenen Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea in viel desolaterem Zustand als heute – der deutsche Fußball nach dem Aus der Nationalmannschaft im EM-Halbfinale übrigens auch.

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