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Champions-League-Halbfinale : Der FC Messi lässt sogar Real verblassen

Uruguayisch-brasilianisch-argentinische Allianz: Suarez, Neymar und Messi (von links) Bild: Picture-Alliance

Messi-Neymar-Suarez und Ronaldo-Benzema-Bale: Barcelona und Real Madrid verfügen über die gefährlichsten Sturmreihen der Welt. In der Champions League sind die Katalanen den Königlichen jedoch überlegen.

          Die Aktion von Leo Messi gegen Jérôme Boateng, die dem 2:0 des FC Barcelona gegen den FC Bayern vorausging, war kein normales Dribbling, sondern einer der magischen Momente der Saison: eine instinktive Bewegung mit perfektem Timing, die schon die völlige Sinnlosigkeit des gegnerischen Tacklings antizipierte – weshalb der Gegner gleich den Weg frei machte, indem er umfiel wie ein Kegel. Spott über Boateng ist dabei unangebracht. Die Scheinwerfer sollten allein auf Messis Zauberkunst gerichtet sein. Für sie hat der Siebenundzwanzigjährige schon viermal den „Fifa Ballon d’Or“ gewonnen, die wichtigste Individualtrophäe, die der Weltfußball zu vergeben hat.

          Paul Ingendaay

          Europa-Korrespondent des Feuilletons in Berlin.

          Als die spanische Zeitung „El País“ jetzt vom „FC Messi“ schrieb, war allerdings eine neue Stufe im Verhältnis von Star und Mannschaft erreicht. Und genau das zeichnet den runderneuerten FC Barcelona dieser Saison aus, der in nichts mehr an die ermüdete Tiki-Taka-Truppe der beiden herben Niederlagen gegen den FC Bayern vor zwei Jahren erinnert: Leo Messi hat in Neymar und Luis Suárez nicht nur zwei Weltklassestürmer völlig unterschiedlichen Typs an seiner Seite, er ist auch Regisseur und Torjäger eines ganz auf ihn eingestellten Teams. „Er darf sich bewegen, wo er will“, hat Trainer Luis Enrique dekretiert. „Es darf nur kein Ungleichgewicht entstehen.“

          Zwischen Messi und seinem Coach flogen in den ersten Monaten ein paar Funken. Doch seit einer krisenhaften Niederlage im Januar stehen die Zeichen auf Harmonie. „Willst du, dass Cristiano wieder den Ballon d’Or gewinnt?“, soll Routinier Xavi seinen Kameraden damals gefragt haben. Nach diesem Moment der Einkehr erlitt Barça nur noch eine einzige Niederlage, und das Triple ist in greifbare Nähe gerückt. „Es gibt keinen Tag“, sagte Neymar kürzlich, „an dem ich nicht von Messi lerne.“ Der wiederum ließ den Sturmpartner großzügig einen Elfmeter schießen. „El País“ spricht treffend vom „Messi-Ökosystem“.

          Nicht nur des Dribbelkönigs wegen stehen die Halbfinalrückspiele der Champions League im Zeichen der beiden mutmaßlich besten Sturmreihen der Welt. Lustig bei alldem ist, dass die sechs Angreifer für spanische Vereine spielen, aber keiner von ihnen Spanier ist. Das Trio des FC Barcelona - Lionel Messi, Neymar da Silva, Luis Suárez - setzt sich aus Lateinamerikanern zusammen, das von Real Madrid - Cristiano Ronaldo, Karim Benzema, Gareth Bale - ist rein europäisch.

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          Der feine Unterschied zwischen dem argentinisch-brasilianisch-uruguayischen Verbund auf der einen Seite und dem portugiesisch-französisch-walisischen auf der anderen besteht darin, dass Messi & Co. ihre Arbeit mit dem 3:0 gegen die Bayern vor dem Rückspiel an diesem Dienstag (20.45 Uhr / Live im ZDF, bei Sky und im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET) schon getan haben. Real dagegen muss im Bernabéu-Stadion das 1:2 von Turin aufholen. Noch vor ein paar Wochen wären die Ancelotti-Männer gegen Juve eindeutiger Favorit gewesen. Doch nach dem besorgniserregenden Auftritt vom vergangenen Dienstag haben sich die Vorzeichen verschoben. Die Halbfinal-Hinspiele lieferten den Beweis, dass die Barça-Sturmreihe in starker Form ist. Und dass die Real-Angreifer schwächeln.

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