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Champions League : Jupp Heynckes und die neuen Bayern

  • -Aktualisiert am

Drei Tore für drei Punkte: Robben, Hummels und Kimmich (von links) freut es. Bild: dpa

Erst der Kantersieg in der Bundesliga, nun das 3:0 gegen Celtic in der Champions League: Die Bayern sind unter ihrem neuen alten Trainer zurück in der Erfolgsspur. Doch nun warten drei ganz schwere Aufgaben.

          Für Joshua Kimmich und Kingsley Coman war der erfolgreiche Arbeitstag eigentlich schon vorbei. Nach ihrer Auswechslung hatten sich die beiden Spieler des FC Bayern bereits ein blaues Shirt übergestreift und hätten nach Schlusspfiff sofort nach links abbiegen können, die Treppe in die Katakomben der Münchner Arena hinunter. Aber sie liefen lieber noch einmal auf den Platz, um sich gemeinsam mit den Kollegen vor der Fankurve zu präsentieren.

          Champions League

          Alle zusammen drehten sie anschließend eine Runde in der Münchner Arena. Die Stimmung war bestens, vor allem natürlich wegen des 3:0-Sieges im dritten Gruppenspiels der Champions League über Celtic Glasgow, der die Bayern dem Ziel Achtelfinale ein Stück näher brachte. „Man sieht, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht“, stellte Sportdirektor Hasan Salihamidzic fest.

          Das Miteinander, der Teamgeist und der Spaß spielen wieder eine große Rolle beim FC Bayern seit Jupp Heynckes vor einer guten Woche das Training übernommen hat. Im Eiltempo scheint er bereits einen Teil der Baustellen behoben zu haben, die ihm sein Vorgänger Carlo Ancelotti hinterlassen hat. Der deutsche Rekordmeister tritt wieder als Mannschaft auf, nicht nur beim Feiern nach Schlusspfiff, sondern vor allem auf dem Platz.

          „Das sind die ersten Schritte“, sagt Heynckes, der spürt, dass die Spieler „sehr motiviert und aufnahmebereit“ sind. Gegen Celtic war sich der 33 Jahre alte Arjen Robben nicht zu schade, hinten auszuhelfen – und bekam für ein besonders gelungenes Tackling nach einem 30-Meter-Spurt sogar Sonderapplaus vom Publikum in der Münchner Arena. „Wir müssen nicht 22 oder 23 Freunde sein, aber wichtig ist, dass wir uns aufeinander verlassen können“, sagte der Niederländer nach seinem 100. Champions-League-Spiel.

          Heynckes hat die Rotation vorerst ausgesetzt, ließ gegen Glasgow mit Ausnahme des an der Schulter verletzten Javier Martinez, den Sebastian Rudy ersetzte, mit jener Mannschaft spielen, die vier Tage zuvor den SC Freiburg mit 5:0 besiegt hatte. „Wir haben viel Qualität, aber wir brauchen auch Automatismen und da ist zu viel Rotation nicht gut“, sagte Robben. Auch sein Sturmkollege Robert Lewandowski, der unter Ancelotti einer der wenigen Konstanten war, ist froh, dass seine Mitspieler im Angriff nicht ständig wechseln. „Die Mannschaft braucht es, oft im gleichen System zu spielen. Dann kann man mit geschlossenen Augen spielen.“

          Zwar herrscht noch kein blindes Verständnis, aber die Offensivaktionen wirkten wieder durchdacht – und führten gegen die überforderten Glasgower mit Köpfchen zum Erfolg. Vor dem 1:0 in der 17. Minute hatte Lewandowski den Ball Richtung Tor geköpft, den Abpraller verwandelte Thomas Müller. Das 2:0 erzielte Joshua Kimmich per Kopf (29.), ebenso wie Mats Hummels das 3:0 (51.) nach einer Ecke.

          Erfolgreiche Rückkehr in die Champions League: Jupp Heynckes siegt mit den Bayern Bilderstrecke
          Erfolgreiche Rückkehr in die Champions League: Jupp Heynckes siegt mit den Bayern :

          Womöglich waren die Breisgauer in der Bundesliga und die Schotten in der Champions League die idealen Gegner, um das in dieser Saison verlorengegangene Selbstverständnis zurückzugewinnen. Nun sieht es fast so aus, als ob das nie weg gewesen wäre. „Wir haben nicht vergessen, wie man Fußball spielt“, sagte Lewandowski. „Aber manchmal braucht die Mannschaft ein Reset.“ Der Neustart ist mit acht Toren in zwei Partien gelungen, aber auch gegen Celtic gab es ein paar Fehlermeldungen, vor allem in der Schlussphase des Spiels, als der Gegner plötzlich zu viel Raum hatte und sich Chancen erspielte. Auf der anderen Seite vergaben die Münchner die Gelegenheit, noch ein paar Tore zu erzielen. „An der Feinabstimmung“, gab Müller zu, müsse man noch arbeiten. „Es ist nicht alles Gold, was glänzt.“

          In den kommenden Wochen steht das System FC Bayern vor viel größeren Herausforderungen, als es Freiburg und Celtic gewesen waren. Die Spiele im Pokal und in der Bundesliga gegen RB Leipzig sowie das Prestigeduell mit Tabellenführer Borussia Dortmund taugen schon eher dazu, die Arbeit von Heynckes und die Leistungsfähigkeit der Mannschaft einzuordnen. „Wir sind so weit, dass wir alle Spiele gewinnen können“, findet Kimmich. Sein neuer Trainer sieht dies etwas anders „Wenn man sehr erfolgreich sein möchte“, sagte Heynckes. „dann muss man noch einiges ändern. Und das braucht Zeit.“

          Quelle: FAZ.NET

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