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Veröffentlicht: 17.03.2017, 12:15 Uhr

FC Bayern gegen Real Madrid „Das ist das absolute Toplos“

Die Münchner treffen im Viertelfinale der Champions League auf Rekordsieger Real Madrid. Dortmund bekommt ein vermeintlich leichteres Los. Die deutschen Teams haben aber ein kleines Handicap.

© dpa Wiedersehen mit dem Ex – Real Madrids Kroos (links) trifft auf seinen früheren Klub Bayern München.

Vorgezogene Endspiele für den FC Bayern, Hauptgewinn für Borussia Dortmund: Die hungrigen Triple-Jäger aus München werden schon im Viertelfinale der Champions League gegen Titelverteidiger Real Madrid an die Leistungsgrenze gehen müssen. „Das ist das absolute Toplos, das im Topf lag“, sagte Karl-Heinz Rummenigge. Der Bayern-Chef hofft, dass man in dem europäischen „Klassiker“ eine Tradition in Europas Fußball-Königsklasse fortschreiben kann: „Es gilt die alte Regel, dass der Champions-League-Sieger seinen Titel nicht verteidigt. Das spricht nicht gerade gegen Bayern München.“

Beim BVB löste die reizvolle und zugleich lösbare Aufgabe gegen den Königsklassen-Außenseiter AS Monaco vor allem Erleichterung darüber aus, dem deutschen Clásico entgangen zu sein. „Wir wollten vor allem den Bayern aus dem Weg gehen“, erklärte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Freitag unmittelbar nach der Uefa-Zeremonie in Nyon in der Schweiz. „Insofern ist es ein gutes Los“, urteilte Watzke.

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Die neue Eurofighter-Generation des FC Schalke 04 bekommt es in der Europa League nach dem begeisternden Erfolg im deutschen Duell gegen Borussia Mönchengladbach mit Ajax Amsterdam zu tun. „Nun wollen wir in der Europa League weiter für Furore sorgen“, sagte Nationalspieler Leon Goretzka vor den Viertelfinalpartien am 13. und 20. April. Exakt 20 Jahre nach dem Uefa-Cup-Triumph von 1997 ist das Fernziel der Königsblauen nach dem emotionalen Erfolg in Gladbach nun eindeutig Stockholm. Dort findet am 24. Mai das Finale statt.

Die Bayern-Stars erfuhren von ihrem Kracherlos, als sie gerade im sonnig warmen München das Abschlusstraining für das Bundesligaspiel am Sonntag in Mönchengladbach bestritten. „Jeder Spieler von uns freut sich“, sagte Nationaltorhüter Manuel Neuer. Der rechtzeitig vor den Partien am 12. April in München und sechs Tage später im Estadio Santiago Bernabéu fit gewordene Weltmeister Jérôme Boateng sprach von „einem vorgezogenen Finale“ und äußerte eine erwartbare Prognose: „Wir brauchen zwei Topleistungen, um weiterzukommen.“

© Perform Alle News & Stars: Video-Kanal der Champions League

Besonders motiviert werden auch Trainer Carlo Ancelotti und Routinier Xabi Alonso sein, die 2014 mit Real Madrid die wichtigste Trophäe im Vereinsfußball gewinnen konnten – und dabei den FC Bayern im Halbfinal-Rückspiel in München mit 4:0 demütigten. „Die Spiele gegen Real sind speziell für mich. Es wird aufregend für mich sein, nach Madrid zurückzukommen“, sagte Ancelotti: „Real hat ein fantastisches Team, fantastische Spieler und einen fantastischen Trainer.“

Cristiano Ronaldo, Toni Kroos, dazu Zinedine Zidane auf der Bank – „aber wir sind bereit“, versprach Alonso. Der große Spanier will wie Kapitän Philipp Lahm seine Karriere am 3. Juni mit einem Finaltriumph in Cardiff beenden. „Ich verbinde mit Real Madrid viele interessante Schlachten“, sagte Lahm. Ancelotti fürchtet sich nicht: „Wir haben viel Selbstvertrauen, wir wollen die Champions League gewinnen.“ In den vergangenen drei Jahren waren die Bayern jeweils im Halbfinale gegen Spaniens Top-Trio ausgeschieden: 2014 gegen Real, 2015 gegen den FC Barcelona und 2016 gegen Atlético Madrid. Barça trifft in der Runde der letzten Acht auf Juventus Turin. Leverkusen-Bezwinger Atlético Madrid spielt gegen den englischen Meister Leicester City.

45358060 © AFP Vergrößern Um diesen Pokal geht es am 3. Juni in Cardiff.

Auch der BVB muss am 11. April zunächst vor heimischem Publikum vorlegen (Rückspiel 19. April). Die Borussia betritt Neuland, denn gegen den Spitzenreiter der ersten französischen Liga haben die Schwarz-Gelben im Europapokal noch nicht gespielt. „Wer Manchester City ausschaltet, das ist schon sehr schwer. Aber wir können nicht klagen“, sagte Watzke.

Sportdirektor Michael Zorc erwartet ein Duell „auf Augenhöhe“. Monaco hat wie der BVB eine entwicklungsfähige Mannschaft mit Jungstars wie Angreifer Kylian Mbappé (18). „Monaco hat in zwei spektakulären Spielen den Mitfavoriten ManCity bezwungen“, warnte Trainer Thomas Tuchel. Beim 3:1 im Rückspiel, mit dem Monaco das 3:5 aus dem Hinspiel aufholte, fehlte sogar noch der berühmte Torjäger Radamel Falcao verletzt. „Es ist eine sehr homogene Mannschaft mit großer individueller Klasse und einem herausragenden Trainer“, sagte Tuchel und prophezeite: „Wir benötigen zweimal unsere absolut beste Leistung, um diesen Gegner auszuschalten.“

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Das Viertelfinale der Champions League

Hinspiele:

Dienstag, 11.04.2017:

Borussia Dortmund - AS Monaco 20.45 Uhr
Juventus Turin - FC Barcelona 20.45

Mittwoch, 12.04.2017:

Atlético Madrid - Leicester City 20.45
Bayern München - Real Madrid 20.45

Rückspiele:

Dienstag, 18.04.2017:

Leicester City - Atlético Madrid 20.45
Real Madrid - Bayern München 20.45

Mittwoch, 19.04.2017:

AS Monaco - Borussia Dortmund 20.45
FC Barcelona - Juventus Turin 20.45

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Von Peter Penders

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