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AS Monaco in Königsklasse : Geschrumpfter Zwergstaat

  • -Aktualisiert am

Monacos Bester: Kapitän Falcao. Bild: Picture-Alliance

In dieser Saison wird Monaco in Frankreich fast gar nicht beachtet. Dabei sind die Monegassen diejenigen die mit dem hohen Tempo der Pariser Schritt halten konnten. Bei RB Leipzig soll es in der Königsklasse so weiter gehen.

          Nicht ausverkauft! Es muss der Mannschaft der AS Monaco, die auch in dieser Saison zu Hause trotz Meisterschaftsgewinn und internationalem Höhenflug meist vor karger Kulisse spielt, wie Hohn vorkommen, dass ihr nicht einmal auswärts in der Champions League ein volles Haus vergönnt ist. Vor dem Auftaktmatch der Monegassen bei RB Leipzig an diesem Mittwoch hatten französische Medien mehrheitlich belustigt festgestellt, dass noch etliche Karten zu haben waren.

          Ansonsten wurde wenig aus dem Fürstentum vermeldet: Paris Saint-Germain dominierte wie schon seit Wochen die Berichterstattung. Der Verein aus dem Zwergstaat ist zwar gewohnt, dass Aufmerksamkeit und Interesse ihm gegenüber eher verhalten sind, aber in dieser Saison wird Monaco in Frankreich fast gar nicht beachtet. Die Namen von Sidibé und Diakhaby klingen eben nicht so klangvoll wie der von Neymar, dem neuen Superstar von PSG.

          Die Ligakonkurrenz schwankt ihrerseits zwischen Neid und Bewunderung und scheint schon zu Saisonbeginn durchweg bereit zur kampflosen Kapitulation vor der Übermacht der Financiers aus Qatar. Mangelnde Anerkennung und mediale Missachtung wurmen Monaco insofern besonders, ist es doch die einzige Mannschaft, die in den ersten Wochen erfolgreich mit dem hohen Tempo der Pariser Schritt halten konnte. PSG hat bislang jedes seiner fünf Spiele mit mindestens drei Toren Differenz gewonnen, meist waren es sogar mehr.

          Wenn die Ligue 1 in dieser Saison auch nur halbwegs spannend bleiben will, ist sie zwingend auf starke Monegassen angewiesen. Dass Monaco am Wochenende bei OGC Nizza beim 0:4 unterging, wiegt vor dem ersten internationalen Aufeinandertreffen mit den Sachsen daher doppelt schwer. Für Trainer Leonardo Jardim geht es nach der ersten Saisonniederlage nun vor allem um „schnelles Vergessen“. Nach den Gründen forscht nicht nur Jardim irritiert.

          An den Abgängen, welche die Monegassen im August zu verkraften hatten, sollte es eher nicht liegen. Schließlich wurden die ersten vier Saisonpartien auch ohne das Defensivbollwerk Tiemoué Bakayoko und Linksverteidiger Benjamin Mendy gewonnen. Und an Kylian Mbappé, der von der kauflustigen Pariser Vereinsführung zum zweitteuersten Spieler der Welt gemacht wurde, liegt Monacos Einbruch ebenfalls nicht. Der 18 Jahre alte Stürmer saß auch vor seinem Wechsel zu Paris wegen der Transferquerelen nur noch auf der Bank. Die Tore hatten andere geschossen. Nicht etwa Thomas Lemar, für den Arsenal London noch am letzten Transfertag 100 Millionen Euro geboten hatte, sondern der vermeintlich alternde Kolumbianer Falcao.

          Seit Lemar sein Länderspieldebüt mit der französischen Nationalmannschaft vor zwei Wochen mit zwei Toren krönte, ist der 21-Jährige aus Guadeloupe angeschlagen. Gegen Leipzig wird Jardim wohl auf seinen offensiven Mittelfeldspieler verzichten müssen. Umso wertvoller scheint mit sieben Toren in fünf Spielen Kapitän Falcao.

          Wertvoller noch als Mbappé, den Monaco offiziell zwar nur für ein Jahr „verliehen“ hat, dessen Erfüllungsklausel „Nichtabstieg“ für die Kaufoption aber von einem solch absurden Automatismus ist, dass die Uefa den vereinbarten Preis von 180 Millionen Euro den Parisern schon in diesem Jahr auf die bereits bedenklich hohe Rechnung setzen will. Dass aus Nyon nun schon Worte wie „Wettbewerbsausschluss“ wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay zu vernehmen sind, haben sie auch beim zweiten französischen Repräsentanten in Monaco deutlich vernommen. Alleinige Aufmerksamkeit wäre ihnen dann garantiert

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