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Bayern-Präsident Hoeneß : „Wir sind nicht so arrogant, wie ihr alle glaubt“

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„Da muss man ein bisschen Geduld haben“: Uli Hoeneß. Bild: Picture-Alliance

Trotz des Siegs in der Champions League bleibt die Lage beim FC Bayern angespannt. Nach dem 2:0 über Athen spricht Präsident Uli Hoeneß über Trainer Kovac, seine Worte gegen Bernat und das Topspiel in Dortmund.

          Präsident Uli Hoeneß (66) von Bayern München hat Trainer Niko Kovac vor dem Bundesliga-Gipfel bei Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) den Rücken gestärkt. Seine Aussage von Anfang Oktober, er werde Kovac „bis aufs Blut“ verteidigen, habe nach wie vor Gültigkeit, sagte Hoeneß nach dem 2:0 (1:0) in der Champions League gegen AEK Athen: „Daran hat sich nichts geändert, meine Aussagen gelten nicht nur für zwei, drei Wochen.“

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          Hoeneß warb um Verständnis für die aktuellen Schwächen des deutschen Fußball-Rekordmeisters. „Wir haben eine Mannschaft, die im Umbruch ist, einen jungen Trainer, der sich hier reinarbeiten muss. Da muss man ein bisschen Geduld haben“, sagte er. Für Hoeneß sind die Rollen im Bundesliga-Topspiel am Samstag gegen Spitzenreiter Dortmund klar verteilt. „Wir fahren nicht als Favorit nach Dortmund, sondern als Außenseiter – zum ersten Mal seit langer Zeit. Meines Wissens sind die noch vier Punkte vor uns“, sagte der 66 Jahre alte Hoeneß.

          Einen Auswärtssieg mochte er nicht als Münchner Ziel ausgeben. „Man kann ja nicht nach Dortmund fahren und sagen, ich will einen Dreier einfahren. Dortmund hat bis jetzt eine sehr gute Saison gespielt“, sagte Hoeneß. „Wir müssen schauen, dass wir da ein gutes Spiel machen.“ Bei einer Niederlage würde sich der Rückstand des deutschen Rekordmeisters auf sieben Punkte erhöhen. „Wir sind nicht so arrogant, wie ihr alle glaubt. Die Meisterschaft würden wir immer gerne haben, aber wenn es mal nicht so ist, wird der FC Bayern auch nicht untergehen.“

          Auch Kovac (47) sieht den BVB im Vorteil. „Sie sind leichter Favorit, weil sie zu Hause spielen“, sagte der Coach: „Gegen Dortmund müssen wir uns sicherlich noch steigern, aber das wird ein ganz anderes Spiel. Dortmund spielt auch nach vorne, das wird uns Räume öffnen und die Möglichkeit geben, Tore zu erzielen.“ Der Einsatz von Bayerns Altstar Arjen Robben ist dabei fraglich. „Es geht besser. Aber man muss sehen, ob er die nächsten Tage trainieren kann", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Robben (34) hatte gegen die Griechen wegen einer Knieblockade gefehlt. Dafür stand der zuletzt angeschlagene James am Mittwochabend im Kader der Bayern und wird auch im Topspiel beim BVB einsatzfähig sein. Verzichten muss Trainer Kovac weiter auf die verletzten Thiago, Corentin Tolisso und Kingsley Coman.


          Hoeneß bedauert derweil seine verbale Entgleisung gegen den früheren Bayern-Profi Juan Bernat. „Das eine oder andere Wort, das ich gebraucht habe, würde ich nicht wieder machen. Das hat mir sehr leid getan, Juan Bernat beleidigt zu haben für seine Spielweise in einem Spiel. Das würde ich nicht wieder machen“, sagte er. Hoeneß hatte dem im Sommer abgegebenen Bernat in einer denkwürdigen Pressekonferenz der Münchner Vereinsführung vor rund drei Wochen bescheinigt, im Champions-League-Spiel gegen den FC Sevilla in der vergangenen Saison „einen Scheißdreck“ gespielt zu haben. Danach sei klar gewesen, dass man sich von dem 25-Jährigen trennen wolle.

          Inzwischen spielt der Spanier bei Paris Saint-Germain, für das Bernat am Dienstag in der Champions League beim 1:1 in Neapel den Führungstreffer erzielte. „Ich habe mit großer Freude festgestellt, dass er auch noch Tore schießen kann“, sagte Hoeneß. Die viel kritisierte Pressekonferenz würde er „im Wesentlichen wieder so machen“, sagte der 66-jährige Hoeneß. „Die Geschichte letztes Wochenende im Spiegel hat bewiesen, dass die dringend notwendig war.“ Das Nachrichtenmagazin hatte über neue Pläne für eine europäische Superliga berichtet, in denen auch der FC Bayern eine Rolle spielt. Die Münchner bekennen sich nach eigenen Angaben jedoch zur Bundesliga und zu den bestehenden Europapokal-Wettbewerben unter dem Dach der Uefa. Die Pläne seien „dem FC Bayern weder bekannt, noch habe der FC Bayern an Verhandlungen hierzu teilgenommen“, entgegnete der deutsche Rekordmeister.

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