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Aktualisiert: 19.04.2017, 15:29 Uhr

Aus in Champions League Bayern widerspricht Bericht über Polizei-Einsatz

Nach dem Aus in Madrid kochen die Emotionen bei den Bayern hoch. Vor allem zwei Münchner beschimpfen den Schiedsrichter heftig. Dass die Polizei einschreiten muss, dementieren die Münchner.

© dpa Arturo Vidal (links) und Schiedsrichter Viktor Kassai werden keine Freunde mehr.

Den Schuldigen für das Aus hatte der FC Bayern fix ausgemacht. Schiedsrichter Viktor Kassai lag gegen Real Madrid wiederholt daneben. „Das kann im Fußball passieren, aber nicht so eine Serie von Fehlern“, rügte Münchens Coach Carlo Ancelotti. „Ich muss sagen, ich habe heute zum ersten Mal so etwas wie wahnsinnige Wut in mir, Wut, weil wir beschissen worden sind. Wir sind beschissen worden, im wahrsten Sinne des Wortes“, erklärte der Vorstandsvorsitzende in der Nacht zum Mittwoch in seiner Bankettansprache.

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Kassai übersah bei zwei Real-Treffern und einem Bayern-Tor die Abseitsstellung. Dazu gab der Ungar nach zuvor nicht mit einer Karte geahndeten Vergehen von Arturo Vidal den Platzverweis für eine regelkonforme Aktion. „So kämpfst du gegen etwas, auf das du keinen Einfluss hast“, haderte Bayern-Star Arjen Robben. Kassai, der im April 2012 beim Elfmeterkrimi der Münchner im Halbfinale bei Real Schiedsrichter war und auch auf dem Weg zum Titel 2013 im Halbfinale im Spiel gegen Barcelona pfiff, erwischte einen schwarzen Tag.

Der 41-Jährige war zuletzt kein Glücksbringer für deutsche Teams. Wolfsburg verlor in der Vorsaison gegen Manchester (1:2) und Real (0:3). Beim 4:4 zwischen Leverkusen und Rom war der Ungar im Einsatz. Einen gravierenden Fehler leistete sich Kassai bei der EM 2012. Er verweigerte der Ukraine gegen England ein reguläres Tor. Die Ukraine schied nach dem 0:1 aus. Das Tor hätte sowieso nicht zählen dürfen, weil Kassai zuvor eine Abseitsposition übersah.

© Opinary

Da sein umstrittener Platzverweis mitentscheidend für das bittere Viertelfinal-Aus des FC Bayern in der Champions League war, reagierte Vidal besonders ungehalten. „Wenn zwei Top-Mannschaften gegeneinander spielen, darf der Schiedsrichter nicht der Clown sein, der das Spiel zur Show macht und Real den Vorzug gibt“, schimpfte der Chilene in Richtung Referee Viktor Kassai.

Einmal in Rage war der Mittelfeldspieler nicht mehr aufzuhalten. „Es ist furchtbar, furchtbar. Man könnte sich umbringen“, klagte Vidal in der Nacht auf Mittwoch. Der ungarische Schiedsrichter hatte den Südamerikaner in der 84. Spielminute wegen der zweiten Gelben Karte des Platzes verwiesen – nach einer Aktion, die kein Foul war.Der deutsche Meister rettete sich zwar mit 2:1 in die Verlängerung, kassierte dann aber drei Tore und schied aus. Im Hinspiel (1:2) hatte Vidal Bayerns einziges Tor erzielt und einen Elfmeter verschossen.

45941978 Für Torwart Manuel Neuer ist die Saison vorzeitig beendet. © dpa Bilderstrecke 

„Als wir 2:1 führten, hatten sie Angst“, sagte Vidal nach dem Rückspiel über die Madrilenen. „Aber dann fing der Schiedsrichter mit seiner Show an, und mit einem Mann weniger ist es sehr schwer.“ Der Nationalspieler warf Kassai vor, Bayern den Sieg gestohlen zu haben. „Dieser Raub darf in der Champions League nicht durchgehen.“

Angeblich entlud sich die Wut mehrerer Bayern-Akteure gegen Kassai in heftigen verbalen Attacken. Nach übereinstimmenden Informationen mehrerer spanischer Medien sollen Robert Lewandowski, Vidal und Thiago den Ungarn bis in dessen Kabine verfolgt und dort heftig beschimpft haben. Letztlich habe die Stadion-Polizei einschreiten müssen, um die Bayern-Profis zu beruhigen. Die Zeitung „Marca“ berichtete, bereits im Tunnel seien nach dem Abpfiff laute und wütende Schreie zu hören gewesen. Einige Spieler hatten Kassai aufgelauert und ihn „auf jede mögliche Art beleidigt“, wie das Blatt schrieb. Trainer Ancelotti soll sich laut „Marca“ erbost bei Uefa-Funktionären beschwert haben. Die Uefa teilte am Mittwoch auf Anfrage mit, dass nach dem Spiel keine disziplinarischen Verfahren eingeleitet worden seien. Auf Anfrage widersprach der FC Bayern den Berichten. Kein Spieler habe den Unparteiischen beleidigt oder sei in die Kabine gestürmt. Auch die Polizei habe nicht eingreifen müssen.

© ZDF

Nach einem Polizeieinsatz gegen die eigenen Fans in Madrid hat sich der FC Bayern bei der Uefa beschwert. In der Halbzeitpause waren Polizisten im Bayern-Block des Bernabeu-Stadions unter anderem mit Schlagstöcken gegen Zuschauer vorgegangen, wie TV-Bilder zeigten. Bei dem Einsatz soll es dem Vernehmen nach um ein kleines Banner gegangen sein. Der deutsche Rekordmeister sprach in einer Erklärung von „teilweise heftigen Attacken der spanischen Polizei“ und einem Vorgehen, das „völlig deplaziert und maßlos“ sei. „Der FC Bayern hat bereits Beschwerde bei der Uefa gegen das Vorgehen der spanischen Polizei eingelegt. Des Weiteren wird der FC Bayern eine Erklärung über die Vorgänge von der spanischen Polizei einfordern“, hieß es.

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