25.11.2009 · Der VfL Wolfsburg verspielt in Moskau die vorzeitige Achtelfinalqualifikation. Bei der 1:2-Niederlage in Moskau ist Torschütze Edin Dzeko die tragische Figur. Der deutsche Meister muss für das sichere Weiterkommen nun gegen Manchester United punkten.
Von Christian Otto, MoskauKühl und sachlich, den eisigen Temperaturen im riesigen Luschniki-Stadion angepasst, hatten sie angefangen. Aber irgendetwas im Team des VfL Wolfsburg, der den Einzug in das Achtelfinale der Champions League und damit den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte schon vor Augen hatte, war in der zweiten Halbzeit tüchtig durcheinander geraten. Der deutsche Fußball-Meister musste sich, nachdem er durch einen Treffer des in bislang jedem Champions-League-Auswärtsspiel erfolgreichen Torjägers Edin Dzeko in der 19. Minute mit 0:1 in Führung gegangen war, seinem überraschend starken Rivalen ZSKA Moskau noch mit 1:2 geschlagen geben. Thomas Necid (58.) mit einem Kopfball und Milos Krasic (66.) mit einem herrlichen Schuss in den rechten Torwinkel sorgten dafür, dass aus Wolfsburger Sicht das großen Zittern in der Königsklasse des europäischen Fußballs beginnt.
Besonders ärgerlich für den VfL war, dass Dzeko wenige Minuten vor dem 1:1 die Vorentscheidung zunichte gemacht hatte. Der eigentlich im passiven Abseits stehende Bosnier hielt seinen Fuß Zentimeter vor der Linie in einen Schuss von Obafemi Martins, der auch ohne Dzekos Eingreifen im Tor gelandet wäre - der Treffer wurde zurecht nicht gegeben. „Mit dem 2:0 hätten wir sicher gewonnen, das war der Knackpunkt“, sagte ein frustrierter Trainer Armin Veh. „Wir haben die Riesenchance verpasst, den Sack zuzumachen. Dabei hatten wir alles im Griff.“ Für VfL-Geschäftsführer Jürgen Marbach folgt nun im letzten Gruppenspiel gegen Manchester United „genau das, was wir eben nicht wollten: Ein Alles-oder-Nichts-Spiel gegen Manchester.“
Im Luschniki-Stadion irritierte ZSKA zunächst mit einem Polizeiaufgebot sondergleichen. Ohne ersichtlichen Grund waren eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff 2000 Sicherheitskräfte in Armee-Uniform aufmarschiert - dabei war die riesige Arena nur zu etwa einem Viertel gefüllt. 12 bis 15 Soldaten postierten sich vor jedem Eingang, im gesamten Stadion zogen sie in Einmeter-Abständen einen Ring um das Spielfeld.
Finalstimmung gegen Manchester
Der VfL hat dieses so wichtige Spiel in der russischen Hauptstadt, wo schon ein Remis zum Einzug in die Endrunde gereicht hätte, am Ende leichtfertig noch aus der Hand gegeben. Die Russen verblüfften lediglich in der Schlussphase mit ihrem gefürchteten Kurzpassspiel, das sie auf dem heimischen Kunstrasen bestens beherrschen.
Immer wieder musste VfL-Torhüter Diego Benaglio sein ganzes Können aufbieten und seine Vorderleute anbrüllen. Aber alles Engagement des Schweizers half nicht gegen eine Mannschaft, die die Wolfsburger im Hinspiel noch mit 3:1 souverän besiegt hatten und die gestern einen erstaunlichen Schlussspurt mit vielen Flankenläufen hinlegte. Als die Gegentreffer gestern erst einmal gefallen waren, fanden die VfL-Spieler um Kapitän Josue nicht mehr zurück in eine Partie, die wie ein Langweiler begonnen hatte und schrecklich endete. Einen schwachen Eindruck hinterließ vor allem die Defensiv-Abteilung der Wolfsburger, die auch in der Bundesliga mit 23 Treffern in 13 Begegnungen alles andere als souverän aufgetreten ist.
Es läuft damit auf ein spannendes Finale in der Gruppe B am 8. Dezember hinaus, das sie unbedingt verhindern wollten. Im abschließenden Vorrundenspiel empfängt der VfL Wolfsburg nämlich den Gruppen-Favoriten Manchester United und ist dabei um seine Aufgabe nicht zu beneiden.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |