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Champions-League-Qualifikation Schalke gewinnt verdient - aber knapp

13.08.2008 ·  Der FC Schalke will in die Champions League - und hat an diesem Mittwoch mit dem 1:0 gegen Atletico Madrid einen ersten Schritt in Richtung „Königsklasse“ gemacht. Die Verletzung von Farfan trübte jedoch die Gelsenkirchener Freude.

Von Christian Kamp, Gelsenkirchen
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So darf eine Saison beginnen, von der man sich attraktiven Fußball und mehr als nur sportliche Trostpreise verspricht. Der erste Teil des „Finales“ um den Einzug in die Champions League endete für den FC Schalke 04 am Mittwochabend mit einem lange Zeit lust- und schwungvoll herausgespielten 1:0-Sieg gegen Atletico Madrid. Christian Pander erzielte in der 30. Minute mit einem direkt verwandelten Freistoß das Siegtor gegen den Vorjahres-Vierten der Primera Division - eine gute Basis für das Rückspiel am 27. August in der spanischen Hauptstadt.

„Die Atmosphäre war super, das Ergebnis leider nicht ganz. Aber ich denke, wir haben uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet“, sagte der neue Schalker Trainer Fred Rutten. „In der ersten Halbzeit haben wir sehr ordentlich gespielt, das zweite Tor hat jedoch gefehlt.“

Jefferson Farfan wird wohl pausieren müssen

Im Rückspiel wird Jefferson Farfan dann wohl nicht dabei sein: Die Neuverpflichtung schied am Mittwoch mit Verdacht auf eine Schultereckgelenksprengung aus, offenbar sind zudem Bänder in der Schulter gerissen.

Nachdem man in der vergangenen Champions-League-Saison auf den Geschmack gekommen war und erst im Viertelfinale gegen den FC Barcelona ausschied, soll die königsblaue Reise auch in diesem Jahr wieder in die europäische Beletage führen. Nun gilt Atletico Madrid durchaus als feine Adresse: Die neun spanischen Meisterschaften der Rot-Weißen mögen zwar eine Weile zurückliegen, doch Spanien - das ist seit der Europameisterschaft im Juni so etwas wie ein Versprechen auf gepflegten und zugleich effektiven Fußball, kurz: ein Versprechen auf absolutes Meisterklassen-Niveau. Keine Frage, dass die Gelsenkirchener Arena mit 54.100 Zuschauern ausverkauft war.

Ivan Rakitic mit der ersten Chance nach 60 Sekunden

Aber auch auf Schalker Seite gab es jede Menge Grund, einen neugierigen Blick auf diese doch erheblich verstärkte Mannschaft zu werfen. Nicht nur auf dem Platz, mit Farfan, für die Schalker Rekordsumme von zehn Millionen Euro verpflichtet, und Orlando Engelaar, der 5,5 Millionen kostete, gab es Neues zu begutachten - sondern vor allem auch auf der Trainerbank. Mit dem Niederländer Rutten verbindet man in Gelsenkirchen die Hoffnung auf attraktiven Fußball, den die hoch veranlagte Mannschaft im Vorjahr unter Mirko Slomka allzu oft schuldig geblieben war. „Es geht mir darum“, hatte Trainer Rutten vor dem Spiel gegen Madrid gesagt, „eine Mannschaft auf den Platz zu schicken, bei der man den Eindruck bekommt, dass sie einen Plan hat“.

Und den hatten diese Schalker: Nicht einmal 60 Sekunden waren gespielt, als Jermaine Jones eine Flanke schlug, an der Freund und Feind zunächst vorbeisprangen. Ivan Rakitic stoppte den Ball dann in bester Position, doch mit seinem Schuss aus 15 Metern fand er in Torwart Leo Franco seinen Meister. Mit Spaß und Esprit machten die Schalker weiter. Im Mittelfeld zeigte Engelaar mit Präsenz und taktischer Klasse, dass er ein Gewinn für das Team ist, und vorne sorgte das Angriffstrio mit Farfan, Rakitic und Kuranyi für gehörigen Wirbel.

Christian Pander trifft aus gut 20 Metern

In der siebten Minute war Farfan nach einem wunderbaren Pass von Rakitic schon an Torwart Franco vorbei, als der Winkel etwas zu spitz wurde. Etwas später führte der umgekehrte Versuch beinahe zum Erfolg: Flanke Farfan, Kopfball Rakitic - knapp vorbei (20.). Fast ein bisschen schade war es, dass der Führungstreffer nicht aus einer der vielen ansehnlichen Kombinationen resultierte, sondern aus einem Freistoß. Ernst war rüde gefoult worden, die passende Antwort gab Pander mit seinem Treffer aus gut 20 Metern.

Keine Frage, die Führung war überaus verdient. Fast keinen Raum ließen die Schalker ihrem Gegner. Dabei hatten auch die Madrilenen vor der Saison kräftig investiert und sich eine Reihe Transfers der besseren Kategorie gegönnt: Der holländischen EM-Teilnehmer John Heitinga war darunter, ebenso der Tscheche Tomás Ujfalusi und der Franzose Florent Sinama-Pongolle.

Vierzig Minuten lang war wenig zu sehen von Atletico, dann sorgte Sinama-Pongolle für die ersten gefährlichen Szenen vor dem Schalker Tor. Beim ersten Versuch verfehlte er knapp das Ziel (42.), mit dem zweiten scheiterte er an Mathias Schober, der im Tor den verletzten Manuel Neuer vertrat (49.).

Die Verletzung von Farfan trübte die Schalker Freude

Sollte den Schalkern nach dem Wirbel der ersten 45 Minuten doch die Luft etwas ausgehen? Ihr Spiel wirkte nach der Pause jedenfalls nicht mehr so präzise und schwungvoll. Es war erstaunlich, wie schnell das zuvor so gut gelaunte Publikum bei manch missglückter Szene die Geduld verlor - nicht nur für die Neuen mag das ein Vorgeschmack gewesen sein, wie schnell die Stimmung kippen kann in der hitzigen Schalker Arena.

Für diesmal aber waren es die Spanier, die keinen kühlen Kopf behielten. Die Gelb-Rote Karte gegen Antonio Lopez (75.) bedeutete das Ende ihrer Aussichten auf einen Teilerfolg - und damit für die Schalker eine ordentliche Ausgangsposition für das Rückspiel in zwei Wochen. Die Verletzung von Farfan trübte jedoch die Gelsenkirchener Freude.

FC Schalke 04 - Atletico Madrid 1:0 (1:0)
FC Schalke 04: Schober, Kuranyi, Rakitic (78. Asamoah) - Westermann, Höwedes, Bordon, Pander - Jones, Ernst, Engelaar - Farfán (71. Altintop)
Atletico Madrid: Leo Franco - Perea, Heitinga, Ujfalusi, Antonio López - Maxi Rodríguez, Assunção, Raúl García, Simão (85. Pernía) - Forlán, Sinama-Pongolle (68. Luis García)
Schiedsrichter: Fröjdfeldt (Schweden)
Zuschauer: 54.142 (ausverkauft)
Tor: 1:0 Pander (30.)
Gelbe Karten: Jones, Farfán, Ernst / Luis García, Pernía, Maxi Rodríguez, Heitinga, Raúl García
Gelb-Rote Karte: - / Antonio López (75./wiederholtes Foulspiel)

Quelle: F.A.Z.
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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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