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Champions League Messi ist zu schnell für Stuttgart

18.03.2010 ·  Der VfB Stuttgart ist im Achtelfinale der Champions League ausgeschieden. Die Schwaben hatten bei der 0:4-Niederlage bei Titelverteidiger FC Barcelona keine Chance. Superstar Lionel Messi traf zweimal für „Barca“.

Von Peter Penders, Barcelona
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Niemand wird sagen können, dass der FC Barcelona ein großes Geheimnis aus seiner Taktik gemacht hat. „Wir können ja nur offensiv“, hatte Josep Guardiola, der Trainer der Katalanen, vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den VfB Stuttgart gesagt. Das aber kann der Titelverteidiger erwiesenermaßen sehr gut, was er zum Leidwesen der Schwaben eindrucksvoll demonstrierte. Beim 4:0 war der VfB hoffnungslos unterlegen, obwohl er wusste, was auf ihn zukam.

Das Abschlusstraining beider Mannschaften hatte Spuren hinterlassen. Beim FC Barcelona musste Spielmacher Xavi wegen einer Zerrung passen, was angesichts der Flut von erstklassigen Mittelfeldspielern des FC Barcelona leichter zu verkraften schien als das plötzliche Problem des VfB Stuttgart. Nationalspieler Serdar Tasci stand wegen Adduktorenbeschwerden nicht einmal mehr im Kader der Schwaben, die damit kurzfristig ihre Innenverteidigung umstellen mussten. Für Tasci durfte von Beginn an Georg Niedermeier verteidigen. Überraschender saß bei den Katalanen Zlatan Ibrahimovic, der Torschütze beim 1:1 in Hinspiel, nur auf der Ersatzbank.

Das defensive Mittelfeld - Träsch, Khedira und Kuzmanovic - sollte schon weit vor dem eigenen Strafraum die zu erwartende Angriffswelle des FC Barcelona im besten Fall aufhalten, zumindest aber abschwächen. Das schien zunächst gut zu gehen, aber frühzeitig begannen die Katalanen, im Angriff ständig ihre Positionen zu tauschen. Zunächst ohne große Wirkung - bis zur 13. Minute.

Lionel Messi startete kurz hinter der Mittellinie einen seiner Sololäufe, und als Kuzmanovic viel zu spät versuchte, sich dem Argentinier in den Weg zu stellen, war es schon zu spät. Umringt von vier Stuttgartern, schoss der Superstar des FC Barcelona den Ball von der Strafraumgrenze unhaltbar für Lehmann unter die Latte. „Barcelona war klar besser, Messi war absolut der entscheidende Mann“, sagte VfB-Trainer Christian Gross. „Wir haben ihn bei der Ballannahme nicht gestört, er ist schnell und dann nicht zu stoppen.“ Messi hatte schon die vorangegangen sechs Tore des FC Barcelona in der spanischen Meisterschaft erzielt, nun ging seine Show auch in der Champions League weiter.

Ähnlich desaströs wie einst die Bayern

„Aber es ist ja nicht nur Messi, den man ausschalten muss“, hatte Gross vor der Partie gewarnt. Damit wäre dem VfB aber schon viel erspart geblieben, denn der Argentinier kann nicht nur Tore schießen, er kann sie auch sehenswert einleiten. Nach seinem Zauberpass auf Touré, der sich im Rücken von Celozzi auf der linken Außenbahn freigeschlichen hatte, musste Pedro den Ball nach dem Querpass des Nationalspielers der Elfenbeinküste zum 2:0 (22.) nur noch ins leere Tor prallen lassen.

Danach mussten die 5800 mitgereisten VfB-Fans befürchten, dass ihre Mannschaft ähnlich wie der FC Bayern im vergangenen Jahr schon in der ersten Halbzeit unter die Räder kommen würde. Die Katalanen schienen plötzlich einfach viel mehr Spieler als ihr Gegner auf dem Platz zu haben, aber selbst bei genauem Nachzählen blieb es bei zehn Feldspielern im blauroten Dress. Stuttgart aber lief trotzdem hinterher und hatte Glück, als Thierry Henry nach einer knappen halben Stunde freistehend vor Lehmann am Ball vorbeirutschte. Nur selten startete der VfB den Versuch, einen Entlastungsangriff vorzutragen - meistens blieb es bei der guten Absicht. Zu einer gefährlichen Aktion vor dem Tor von Victor Valdés reichte es vor der Pause nicht.

Mit Marco Gebhart, der für Außenverteidiger Celozzi kam, wechselte Gross zur Pause einen offensiveren Mittelfeldspieler ein, schließlich musste der VfB mindestens zwei Tore schießen, um doch noch weiterzukommen. Träsch rückte dafür auf die Verteidigerposition, aber am Spielgeschehen änderte sich nur wenig. Valdés blieb beschäftigungslos, und die erste Chance hatte wieder der FC Barcelona. Tourè wurde von Messi an der Strafraumgrenze freigespielt, aber sein Schuss flog knapp am VfB-Tor vorbei.

Aufgeschoben war in diesem Fall aber nicht lange aufgehoben, denn drei Minuten später machte es Messi (60.) zur Abwechslung wieder einmal selber. Alves hatte den Ball per Hackentrick zum Argentinier weitergeleitet, und nach einer kurzen Drehung überwand der Weltfußballspieler des vergangenen Jahres Lehmann zum zweiten Male in dieser Partie.

Die Partie war entscheiden - dann durfte Ibrahimovic mitspielen

Die Partie war damit entschieden, und nun durfte auch Ibrahimovic mitmachen, der für Mittelfeldspieler Busquets kam. Getroffen aber hätte beinahe wieder Messi, aber Lehmann brachte nach 68 Minuten soeben noch die Fingerspitzen an den Ball. Es war vermutlich der letzte internationale Auftritt des hoch motivierten ehemaligen deutschen Nationaltorhüters, der sich kurz der Pause eine Gelbe Karte wegen Meckerns einhandelte, weiterhin den Kontakt zu Schiedsrichter Alain Hamer suchte und hielt, was noch zu halten war.

Das war noch genug, aber an diesem Abend aber hätte es nicht einmal gereicht, wenn er Vierzigjährige tatsächlich, wie von Gross gefordert, das „Spiel seines Lebens“ gemacht hätte. So einfach lässt sich der FC Barcelona vermutlich nicht aufhalten.

FC Barcelona - VfB Stuttgart 4:0 (2:0)
FC Barcelona:
Valdés - Daniel Alves, Piqué, Puyol, Maxwell -Busquets (66. Ibrahimovic), Touré, Iniesta (88. Bojan Krkic) - PedroRodriguez, Messi, Henry (79. Milito)
VfB Stuttgart: Lehmann - Celozzi (46. Gebhart), Niedermeier,Delpierre, Molinaro - Träsch, Kuzmanovic, Khedira, Hleb - Cacau,Pogrebnjak (70. Marica) Schiedsrichter: Hamer (Luxemburg)
Zuschauer: 80.000
Tore: 1:0 Messi (13.), 2:0 Pedro Rodriguez (22.), 3:0 Messi (60.), 4:0 Bojan Krkic (89.)
Gelbe Karten: - / Kuzmanovic, Lehmann, Pogrebnjak

Quelle: F.A.Z.
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