29.09.2004 · Die Bayern machen ihr stärkstes Saisonspiel und besiegen Ajax Amsterdam in der Champions League 4:0. Roy Makaay trifft dreimal. Leverkusen ließ dem Erfolg gegen Real Madrid ein 2:4 bei Dynamo Kiew folgen.
Dank seines überragenden „Tor-Garanten“ Roy Makaay hat Bayern München Kurs auf das Achtelfinale der Champions-League genommen.
Der Niederländer erzielte beim 4: 0 (2:0) gegen Ajax Amsterdam drei Treffer (28., 44., 52. Foulelfmeter), legte das vierte durch Ze Roberto (55.) auf und verhalf dem deutschen Rekordmeister damit zum Sprung an die Tabellenspitze in der Gruppe C. Der „Mister Europacup“ der Münchner hatte bereits im ersten Vorrundenspiel bei Maccabi Tel Aviv (1:0) den entscheidenden Treffer erzielt und hat nach zehn Spielen in der „Königsklasse“ für den viermaligen Landesmeister-Champion nun zehn Tore zu Buche stehen. Mit sechs Punkten reisen die Bayern nun am 19. Oktober zu Juventus Turin.
Makaay - Torschütze und Vorbereiter
Vor 50.000 Zuschauern im Münchner Olympiastadion boten die Bayern dank Makaay ihre beste Leistung unter Trainer Felix Magath. Dabei wirkte sich vor allem der Führungstreffer des Torjägers belebend aus. Eine gute halbe Stunde lang war ein vorsichtig agierender FC Bayern gegen die gefährlichen Niederländer nicht so recht ins Spiel gekommen. Als Makaay aber nach einem Traumpaß über 40 Meter von Owen Hargreaves den Ball aus 20 Metern ins Tor gewuchtet hatte, spielten die Bayern wie ausgewechselt.
Die Bayern boten nun 15 Minuten lang eine eindrucksvolle Vorstellung, die ihren krönenden Abschluß im 2:0 des 29 Jahre alten niederländischen Nationalspielers fand: Der Torjäger verwandelte dabei einen Freistoß von Ze Roberto per Kopf. Zuvor hatte Ajax-Torhüter Lobont seine liebe Mühe und Not gehabt, weitere Gegentreffer zu verhindern. Unter anderem fischte er einene Freistoß des starken Hargreaves aus dem Winkel, eine Minute später reagierte er bei einem Kopfball von Pizarro glänzend.
Nach der Pause beschränkten sich die Bayern nicht auf die Verwaltung ihres Vorsprungs. Nachdem Lobont den an ihm vorbeiziehenden Pizarro im Strafraum umgerempelt hatte, verwandelte Makaay den fälligen Foulelfmeter abgeklärt zum 3:0. Nur drei Minuten später glänzte der Torjäger dann als Vorbereiter und legte Ze Roberto den Ball zum vierten Bayern-Treffer auf. Auch danach wollten die Bayern den Zuschauern noch etwas bieten, ließen nun aber verständlicherweise die letzte Konsequenz im Angriff vermissen. Gefahr für das Bayern-Tor von Oliver Kahn entstand auf der anderen Seite nicht.
Bayern-Coach Felix Magath freute sich über den wichtigen Sieg, der den Bayern eine gute Ausgangslage für die verbleibenden Gruppenspiele verschafft: „Der Knoten ist geplatzt, weil jedem die Bedeutung dieses Spiels klar war. Es war entscheidend, daß wir die schnellen Ajax-Angreifer im Griff hatten. Wir waren eine kompakte Einheit und konnten deswegen das Spiel kontrollieren. Was Roy Makaay gezeigt hat, war sensationell. Nicht nur seine Tore, sondern auch die Vorbereitungen dazu sind einmalig und allein schon das Eintrittsgeld wert.“
Ajax-Trainer Ronald Koeman mußte nach dem Spiel zugeben, daß Wunderstürmer Roy Makaay den Unterschied ausmachte. „Auf diesem Niveau braucht es Konzentration und Qualität, um zu Null zu spielen. Wenn man das nicht hat, zieht man den Kürzeren. Nach dem zweiten Tor war alles vorbei. Wir mussten noch 45 Minuten spielen, weil das die Regeln sind. Es ist klar, daß unsere Mannschaft auf diesem Niveau nicht mithalten kann. Für Bayern ist es fantastisch, einen Makaay zu haben. Wir haben solche Spieler nicht, und das macht auf diesem Level den Unterschied aus.“
Tor und Rote Karte für Woronin
Bayer Leverkusen dagegen hat der Champions-League-Alltag wieder eingeholt: Zwei Wochen nach der 3:0-Gala gegen Real Madrid verlor die Mannschaft von Trainer Klaus Augenthaler das erste Auswärtsspiel der Gruppe B bei Dynamo Kiew mit 2:4 (0:1), womit der ukrainische Meister mit sechs Punkten die alleinige Tabellenführung übernahm.
Der eingewechselte Ukrainer Andrej Woronin (59.) und Kapitän Jens Nowotny (68.) auf Vorarbeit von Woronin erzielten die Bayer-Tore zum zwischenzeitlichen 2:1 vor 80.000 Zuschauern im Olympia-Stadion. Dann verspielte Bayer aber die gute Ausgangsposition durch eine leichtfertige Spielweise und Undiszipliniertheiten. Woronin flog in der 83. Minute per Gelb-Roter Karte vom Platz, nachdem er gemeckert hatte. Für Dynamo trafen der Brasilianer Diogo Rincon (30./69.) und der ebenfalls eingewechselte Rumäne Florin Cernat (74./90.+2). Nowotny feierte nach fast sechswöchiger Verletzungspause trotz der Niederlage ein gelungenes Comeback.
Bayer spielte zwar wesentlich engagierter als zuletzt beim 0:3 in Stuttgart, konnte aber nicht an die Glanzvorstellung gegen Madrid anknüpfen. Eine gute Chance der Werks-Elf besaß der Brasilianer Robson Ponte (35.), der aus 25 Metern nur die Latte traf. Aber auch Kiew verzeichnete drei Aluminiumtreffer.
Nur ein Ukrainer in der Startelf
Kiew hatte in seiner Anfangsformation in Torhüter Alexander Schowkowskij nur einen Ukrainer aufgeboten. Dafür spielten drei Brasilianer, zwei Kroaten, ein Nigerianer, ein Lette, ein Marokkaner, ein Serbe und ein Rumäne. Für Bayer wurde es immer dann gefährlich, wenn die Ukrainer das Tempo erhöhten und fast überfallartig zum Angriff ansetzten.
In der zweiten Halbzeit verspielte Bayer mit großen Unkonzentriertheiten die gute Ausgangsposition. Ansonsten hätten die Rheinländer durch einen Zähler mitnehmen können. Die Angriffsbemühungen in der Schlußphase brachten keinen Erfolg mehr. Stattdessen erhöhte Kiew mit einem Konter auf 4:2.
Bayer-Trainer Klaus Augenthaler zeigte sich nach der herben Niederlage sehr enttäuscht: „Wir hatten Kiew am Boden und haben sie dann selbst wieder stark gemacht. Vor dem 2: 2 musste Juan den Ball einfach wegköpfen. Da müssen wir einfach cleverer sein. Juan wollte seinen Fehler dann anschließend wieder wettmachen, bekommt aber vorne den Freistoß nicht und fehlt uns dann hinten. So haben wir das 2:3 gekriegt.“
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |