Die ganze Stadt vibrierte vor Aufregung und Vorfreude. Wohin man schaute: rot-weiß. Wohin man hörte: FC Bayern. München war bereit für das Finale, München war bereit für den Titel. Doch dem FC Bayern ist in dieser Saison das Sieger-Gen abhanden gekommen.
Wie in der Meisterschaft, wie im DFB-Pokal konnte die Mannschaft von Trainer Heynckes im entscheidenden Moment nicht liefern. Vielleicht hat ihr Borussia Dortmund den Nerv gezogen. Die Erfahrung von fünf Niederlagen in Serie macht es auch schwierig, das mia-san-mia-Gefühl zu konservieren. Nicht nur die Borussia glaubt nicht mehr an die Unverwundbarkeit der Bayern, auch die Bayern selbst nicht mehr.
Es war nicht wirklich schlecht, was der deutsche Rekordmeister am Samstagabend bot, auf jeden Fall besser als das, was Chelsea zeigte. Aber gegen ein von Grund auf defensives Londoner Team hätte es mehr bedurft als ehrliches Bemühen und den ein oder anderen gelungenen spielerischen Ansatz: mehr Wucht, mehr Präzision, mehr Durchsetzungsvermögen.
Die Engländer waren schwer auszuspielen, aber sie waren lange nicht so stark und gefährlich wie der deutsche Rivale. Das Umschalten in die Offensive erfolgte in einem Tempo, das den Münchnern entgegen kam. Doch selbst das Führungstor von Thomas Müller in der 83. Minute reichte nicht aus, um den Triumph zu sichern. Das Elfmeterschießen brachte den endgültigen Niederschlag.
Eine Saison der verpassten Gelegenheiten
So groß die Trauer und Enttäuschung in München an diesem Abend waren, es galt lediglich, eine Saison der verpassten Gelegenheiten zu beklagen, nicht das Ende einer Ära. Die Perspektiven für die Bayern in den kommenden Jahren sind nach wie vor hervorragend. Die Mannschaft ist jung, talentiert, hungrig und schon jetzt gut genug, um sich gegen Real Madrid im Halbfinale der Champions League, wenn auch knapp, durchzusetzen.
Und es ist genügend Kapital vorhanden, um sie noch weiter personell zu verstärken. Was fehlt ist vielleicht ein Trainer, der noch mehr Leidenschaft weckt und eine noch überzeugendere Spielidee entwickelt. In dieser Spielzeit lullten sich die Bayern zu häufig in ihrer Scheinüberlegenheit ein, ohne ein durchschlagendes Mittel zum Erfolg zu finden.
Rückschlag für Ambitionen der Nationalmannschaft
Für die Ambitionen der Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft ist die Niederlage ein schwerer Rückschlag. Acht frustrierte und müde Bayern wieder aufzurichten, das ist eine anspruchsvolle Aufgabe für Bundestrainer Joachim Löw. Aber unmöglich ist sie nicht. Vor der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea stand Rudi Völler vor dem selben Problem wie jetzt Löw.
Fünf Leverkusener reisten zur WM-Vorbereitung mit der Erfahrung der verlorenen Meisterschaft, des verlorenen Pokalfinales und des verlorenen Champions-League-Finales an. Und wie endete die WM? Natürlich mit Platz zwei. Damals wurde das Erreichen des Endspiels allerdings schon als Erfolg gefeiert, diesmal soll es unbedingt der Titel werden. Das Scheitern der Bayern im Champions-League-Finale dahoam hat die Chancen dafür verringert.
Wurst-Uli wird´s schon richten
Helmut Smith (fmsus)
- 21.05.2012, 10:36 Uhr
Chelsea war einfach besser, und der Fernsehkommentator eine Katastrophe
Alexander Baumann (axi1200)
- 21.05.2012, 08:24 Uhr
Gerechtigkeit?!
Uwe Wagner (view)
- 21.05.2012, 07:54 Uhr
Müller war nicht platt....
Uwe Wagner (view)
- 21.05.2012, 07:42 Uhr
Bayern besser??? Was habt Ihr gesehen, Bayernfans?
Gerhard Grell (EchtGrell)
- 21.05.2012, 07:28 Uhr