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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Champions League Jedes weitere Werder-Geschenk wäre eines zuviel

07.12.2005 ·  Beliebtester Gegner - diese Wertung führen die Bremer in ihrer Champions League-Gruppe an. Im entscheidenden Spiel gegen das vermeintlich schwächste Team aus Athen darf sich Werder allerdings keine weiteren Leichtsinnsfehler erlauben.

Von Frank Heike, Bremen
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In einer Wertung führt Werder Bremen die Gruppe C der Champions League mit Vorsprung an: beliebtester Gegner. Zuletzt freuten sich die Profis des FC Barcelona über die offene Spielweise der Bremer, die ihnen das 3:1 vor zwei Wochen doch sehr leicht machte. Endlich mal kein Gegner, der mauert (so wie Panathinaikos Athen Anfang November beim 0:0). Auch in Udine mag man Werder, weil die Bremer Mitte Oktober durch einen dummen Ballverlust des damals grippegeschwächten Miroslav Klose den Sieg verspielten und Udinese Calcio noch zu einem 1:1 kommen ließen.

Im Rückspiel zwei Wochen später dann wäre Werder um ein Haar zum Lieblingsgegner aller Zeiten der Norditaliener geworden, als Udine nach einem 0:3 durch drei unglaubliche Fehler in der Bremer Deckung innerhalb von sieben Minuten ausgleichen durfte, am Ende aber doch noch 3:4 verlor. Und beim Hinspiel im Regen von Athen Ende September verschlief Werder den Anfang und ermöglichte den Griechen zwei frühe Tore durch Tölpeleien in der Deckung. Den Treffern lief Bremen vergeblich hinterher und unterlag 1:2.

Magere vier statt sieben Punkte

Der Ertrag trotz dieser fortschreitenden Unzulänglichkeiten von September bis November 2005 in der europäischen Königsklasse lautet: vier magere Punkte, wo es leicht sieben hätten sein können, Platz drei in der Gruppe C. Werder Bremen, das als Dritter der Bundesliga über die Qualifikation gegen den FC Basel die Champions League erreicht hat, muß an diesem Mittwoch abend (20.45 Uhr/Live auf Premiere und im FAZ.NET-Liveticker) im Weserstadion gegen Panathinaikos Athen gewinnen, um noch ins Achtelfinale zu gelangen.

Es ist ein Endspiel gegen die Griechen, in dem die Bremer nicht nur siegen müssen, sondern auch bang nach Udine schauen werden. Denn nur, wenn die Italiener dort gegen das schon für die nächste Runde qualifizierte Barcelona verlieren, überwintert Werder im Falle eines Sieges gegen Athen in der Champions League.

Platz drei als wahrscheinlicher Ertrag

„Die Gruppenphase ist für uns sicher nicht optimal gelaufen“, sagt Sportdirektor Klaus Allofs. Und wie die Bremer so sind - nüchtern, realistisch -, haben sie intern den dritten Gruppenplatz als wahrscheinlichen Ertrag dieses abendlichen Fußball-Krimis auf zwei Schauplätzen ausgemacht. Denn schon ein 1:0 aufgrund des beim 1:2 auswärts erzielten Tores reichte, um besser zu sein als Athen und also Rang drei zu schaffen.

Dann ginge es für Werder Mitte Februar im Uefa-Pokal weiter. Auch dort warten attraktive Gegner, untere anderen auch deutsche. Doch das große Los wäre dort nicht automatisch mit großem Geld verbunden, denn die Verdienstmöglichkeiten im zweiten europäischen Wettbewerb sind vergleichsweise gering. Für das Prestige und die Weiterentwicklung der Mannschaft empfinden die Bremer es auf jeden Fall als förderlich, im Wettkampf mit den europäischen Top-Teams zu bleiben.

„Kein Gegner, bei dem man ehrfürchtig dasteht“

Die Folge eines Unentschiedens oder einer Niederlage gegen Athen wäre Rang vier - das Ende aller europäischen Träume. So weit denkt niemand bei Werder. Denn Athen hat man als schwächstes Team der Gruppe ausgemacht. Allofs sagt: „Das ist kein Gegner, bei dem man ehrfürchtig dasteht.“

Panathinaikos hat gerade bei einem kleinen Athener Lokalrivalen verloren und steht schon sieben Punkte hinter Tabellenführer Olympiakos Piräus. Erwartet wird ein Kampfspiel. Allofs sagt: „Es wird richtig zur Sache gehen. In dieser Partie müssen wir auf alles eingestellt sein, versteckte Fouls, Zeitspiel, einfach alles, was dazugehört.“

Hoffen auf Miroslav Klose

Auf keinen Fall möchte Werder ein guter Gastgeber sein und am Tag nach Nikolaus Geschenke verteilen. Die Mediziner der Bremer tun alles dafür, Naldo und Baumann wieder einsatzfähig zu bekommen, und nur zwei Wochen nach seinem Jochbeinbruch könnte auch Klose wieder mittun.

Sein Sturmkollege Ivan Klasnic soll sechs Wochen nach seiner Blinddarmoperation zumindest auf der Bank Platz nehmen. Allofs rechnet mit Kloses Einsatz und sagt: „Ich bin trotz unserer personellen Situation entspannt. Wenn wir das nicht packen, dann haben wir es in diesem Jahr auch nicht verdient.“

Quelle: F.A.Z. vom 07. Dezember 2005
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