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Champions-League-Finale Alles verloren

Die Bayern dominieren das Finale der Champions League und verlieren es im Elfmeterschießen. Schweinsteiger und Olic versagen wie zuvor Robben die Nerven. Damit bleiben die Münchner auch nach dem „Finale dahoam“ ohne Titel in dieser Saison.

© dpa Kein Glück im Elfmeterschießen: Neuer und die Bayern scheitern gegen Chelsea

„Unsere Stadt, unser Stadion, unser Pokal“ – so war vor Anpfiff auf der großen rot-weißen Fläche zu lesen, in die Tausende Bayern-Fans ein Viertel der Münchner Arena verwandelt hatten. Doch der silberne Henkelpokal, den Veteran Paul Breitner vor dem Spiel über den Rasen getragen hatte, ist am Samstagabend nicht in München geblieben.

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Er wanderte in den Besitz des FC Chelsea, der nach einer vorwiegend defensiv ausgerichteten Darbietung das dramatische Finale der Champions League 4:3 nach Elfmeterschießen gewann. Thomas Müller hatte in der 83. Minute die hochverdiente Führung für die Bayern erzielt, die sich danach dem Sieg nahe glaubten.

Doch Didier Drogba glich nach einer Ecke in der 88. Minute zum 1:1 aus. In der Verlängerung vergab Robben einen von Drogba an Ribéry verschuldeten Elfmeter, als er an Torwart Cech scheiterte. Im Elfmeterschießen verschossen die Münchner Olic und Schweinsteiger. Da half es nichts, dass Torhüter Neuer einen Strafstoß von Mata hielt und wie Gomez und Lahm auch selbst traf.

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Tieftraurig und tränenreich mussten die Bayern zusehen, wie nach ihrem „Finale dahoam“ die begehrteste Trophäe des Vereinsfußballs an die Gäste aus England ging. Während Chelsea die Champions League zum ersten Mal gewann, verpasste der FC Bayern die Chance, als erstes Team in der zwanzigjährigen Geschichte der Champions League den Titel im eigenen Stadion zu holen und zu feiern.

Dabei hatte es ausgesehen, als solle den Bayern dieser Pokal auf dem Silbertablett präsentiert werden: das beste Team der Welt, Barcelona, im Halbfinale raus, und dann ein Heim-Finale. Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge hatte nach dem Pokal-Debakel gegen Dortmund gefordert: „Wir müssen alles abrufen, um zu korrigieren, was wir uns heute eingebrockt haben. Hoffentlich stehen wir nach dem Abpfiff nächste Woche glücklicher, zufriedener und stolzer da als heute.“

Und die Bayern versuchten wirklich alles. Von Beginn an entwickelte sich eine große Überlegenheit. Die Engländer zogen sich weit zurück, meist mit elf Mann in der eigenen Hälfte, so dass die Bayern zwar viel Ballbesitz hatten, aber wenig Raum. So kam kein Tempo in den Spielaufbau, und es kamen kaum Chancen zustande, und wenn, dann verriet die mangelnde Präzision im Abschluss doch etwas Final-Nervosität.

Drama dahoam Es ist angerichtet: Mehr als 60.000 Fans warten auf den Anpfiff im Finale der Champions League © dpa Bilderstrecke 

Robben schoss aus guter Position auf die Chelsea-Tribüne (8. Minute), zwang Torwart Cech mit einem gefährlichen Schuss aufs kurze Eck zu einer Fußabwehr (21.) und hämmerte einen Freistoß mitten in die Mauer (28.). Gomez verpasste nach schönem Rückpass von Müller den Moment zum Direktschuss (19.), schaffte es nicht, Ribérys Querschläger zu kontrollieren (39.) und schloss den einzigen guten Konter der ersten Hälfte halb im Fallen mit einem 15-Meter-Schuss weit über das Tor ab (42.).

Die beste Chance eröffnete sich durch eine feine Flanke von Contento in der 36. Minute, doch Müller verzog den schwierigen Volley aus zehn Metern knapp. Chelsea dagegen tauchte kaum einmal in der ersten Halbzeit im gegnerischen Strafraum auf – den einzigen gelungenen Angriff schloss Kalou mit einem Direktschuss ab, den Torwart Manuel Neuer sicher hielt.

München wird vom Chelsea-Bollwerk gestoppt

Nach der Pause setzte sich die Bayern-Überlegenheit fort. Luiz lenkte einen Schuss von Kroos per Kopf über die Latte (48.). Robben, von Müller freigespielt, vergab die Chance aus bester Position wieder mit einem schwachen Schuss – beim Nachschuss ins Tor stand Ribéry abseits (54.).

© Impire AG, F.A.Z. FAZ.NET-Torvideo: Schweinsteigers Fehlschuss

Immer wieder suchten die Bayern rund um den Strafraum den Abschluss, wurden aber vom Chelsea-Bollwerk gestoppt. Und mussten urplötzlich in der 73. Minute zittern, als in ihrem Fünfmeterraum erst Timoschtschuk, dann Contento im letzten Moment vor Kalou retten mussten. Drei Minuten später lenkte der starke Torwart Cech einen abgefälschten Ribéry-Schuss über die Latte.

Müller setzt den Ball an die Unterkante der Latte

Doch nach 83 Minuten war Cech machtlos, als Kroos vom linken Flügel eine perfekte Flanke schlug und Müller aus fünf Metern Entfernung einen Kopfballaufsetzer über die Finger des Tschechen an die Unterkante der Latte setzte, von wo der Ball ins Tor tickte. Die Arena in ihrer roten Hälfte erlebte eine Eruption der Freude, während die blaue Hälfte verstummte.

Eine der tragischen Figuren: Bastian Schweinsteiger scheitert im Elfmeterschießen am Pfosten © REUTERS Vergrößern Eine der tragischen Figuren: Bastian Schweinsteiger scheitert im Elfmeterschießen am Pfosten

Doch fünf Minuten später sangen plötzlich die Engländer, denen eine einzige Ecke zum Ausgleich reichte, während die Bayern bei mehr als einem Dutzend Ecken wegen schwacher Ausführung keinerlei Gefahr erzielt hatten. Mata schlug den Ball hinein, Drogba entwischte Boateng und wuchtete den Ball ins Netz.

Die Bayern haben die Geschichte nicht auf ihrer Seite

Es folgte eine packende Verlängerung, in der endlich auch Chelsea sich an einem offenen Spiel beteiligte. Robben vergab die große Elfmeterchance, auf der Gegenseite rettete der kleine Lahm per Kopf vor dem Kopfballriesen Drogba, ehe der eingewechselte Olic fast zum Bayern-Helden wurde.

Es kam zum Elfmeterschießen, in dem die unglücklichen Bayern diesmal nicht die Geschichte auf ihrer Seite hatten: Zum ersten Mal verloren sie ein Elfmeterschießen im Europapokal.

Bayern München - FC Chelsea 3:4 i.E. (1:1,1:1,0:0)

Bayern München: Neuer - Lahm, Timoschtschuk, Boateng, Contento - Kroos, Schweinsteiger - Robben, Müller (87. van Buyten), Ribéry (96. Olic) - Gomez
FC Chelsea: Cech - Bosingwa, Cahill, David Luiz, Cole - Mikel, Lampard - Kalou (84. Torres), Mata, Bertrand (73. Malouda) - Drogba
Schiedsrichter: Proença (Portugal)
Zuschauer: 62.500 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Müller (83.), 1:1 Drogba (88.)
Besonderes Vorkommnis: Robben (Bayern München) scheitert mit Foulelfmeter an Cech (95.)
Elfmeterschießen: 1:0 Lahm, Mata gehalten, 2:0 Gomez, 2:1 David Luiz, 3:1 Neuer, 3:2 Lampard, Olic gehalten, 3:3 Cole, Schweinsteiger verschossen, 3:4 Drogba
Gelbe Karten: Schweinsteiger / Cole, David Luiz, Drogba, Torres

Quelle: FAZ.NET

 
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