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Champions League Elfmeterheld Lehmann rettet Arsenals Finaleinzug

26.04.2006 ·  Er war der Held der Nacht von Villarreal, hatte in der Schlußminute einen Elfmeter pariert und Arsenal London den Einzug ins Finale geebnet. Doch Jens Lehmann gab sich bescheiden: „Er hat glücklicherweise dahin geschossen, wo ich hingefallen bin.“

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Er war der Held der Nacht von Villarreal. Und nun soll der deutsche Fußball-Nationaltorwart Jens Lehmann in Paris dafür sorgen, daß Arsenal London erstmals in seiner Geschichte nach dem ganz großen Titel greift.

„Wir freuen uns jetzt über das Spiel und über den Ausgang, weil wir nicht so gut gespielt haben. Aber jetzt wollen wir das Finale noch gewinnen“, sagte Lehmann, der in Englands Zeitungen dank seines gehaltenen Elfmeters gegen Juan Riquelme zum „Hero“ aufgestiegen ist.

„Jens verdient jetzt Helden-Status“

„Jens Lehmann hat sich in Super-Mann verwandelt“, schrieb das Boulevard-Blatt The Sun. Den Finaleinzug mit einem 0:0 geschafft, mit 745 Minuten in Folge ohne Gegentor in der Champions-League einen neuen Rekord aufgestellt - der 36 Jahre alte Lehmann erlebt derzeit die wohl beste Phase seiner Karriere.

Champions League: Elfmeterheld Lehmann rettet Arsenals Finaleinzug

„Jens verdient jetzt Helden-Status“, sagte sein Trainer Arsene Wenger über den Elfmeter-Killer, der jüngst auch zur neuen Nummer eins der deutschen Nationalelf befördert worden war. Lehmann gab sich bescheiden und wollte den gehaltenen Elfmeter nicht überbewerten: „Er hat glücklicherweise dahin geschossen, wo ich hingefallen bin“, sagte der Torwart über den Schützen Riquelme, der den Ball vor dem Schuß in der 90. Minute geküßt hatte, die Chance auf die mögliche Verlängerung dann aber vergab.

Lehmann: „Wir haben ein gutes Team“

„Wenn man als Torwart in den letzen Spielminuten einen Elfmeter hält und der entscheidet den Ausgang der gesamten Runde, dann hat man natürlich Glück. Solche Momente kommen nicht häufig vor“, sagte Lehmann. Daß er seit mittlerweile zehn Spielen in Folge in der Königklasse ohne Gegentor geblieben ist, bezeichnete er als Erfolg der gesamten Mannschaft. Mit seinem Rekord wisse er nicht so viel anzufangen. „Wir freuen uns, daß wir kein Tor reinbekommen - klar. Nicht nur die Abwehrspieler, sondern die ganze Mannschaft. Das ist ja immer ein Zeichen für Qualität“, befand der Keeper.

Lehmann, der 1997 mit Schalke 04 den Uefa-Cup gewonnen hat, glaubt deshalb auch, daß die Mannschaft das Zeug zum ganz großen Triumph im Finale von Paris am 17. Mai hat. „1997 war eine Sensation. Diesmal würde ich das nicht so sehen. Wir haben ein gutes Team“, blickte Lehmann selbstbewußt voraus.

Villarreal trägt Trauer

Katzenjammer herrschte dagegen beim unterlegenen Underdog FC Villarreal. Trainer Manuel Pellegrini sagte enttäuscht: „Das ist ein harter Schlag, denn wir hätten nach Paris kommen können. Ein Abenteuer ist zu Ende. Es wird schwierig sein, das zu wiederholen.“ Auch Präsident Fernando Roig ärgerte sich über die fehlende Belohnung für einen beherzten Auftritt, bei dem die Chance zur großen Überraschung zum Greifen nah war. „Wir hätten die Verlängerung verdient gehabt. Die von Arsenal haben erzählt, sie würden hier auf Angriff spielen. Davon habe ich nichts gesehen. Wir waren besser“, sagte der Klub-Chef.

Für den kleinen Klub von der spanischen Ostküste, der sich in den vergangenen sieben Jahren aus der zweiten spanischen Liga nach oben gearbeitet hat und seit der Saison 2000/01 kontinuierlich in der Primera Division spielt, wäre der Finaleinzug der größte Erfolg der Vereinsgeschichte gewesen. Vor zwei Jahren war man im Uefa-Pokal-Halbfinale gegen den großen Nachbarn FC Valencia ausgeschieden. Wie jetzt gegen Arsenal auch damals durch ein einziges Tor.

FC Villarreal - Arsenal London 0:0
Villarreal: Barbosa - Venta, Pena, Alvarez, Arruabarrena (82. Roger) - Senna, Riquelme, Josico (63. Jose Mari), Sorin - Forlan, Franco. - Trainer: Pellegrini
London:
Lehmann - Eboue, Toure, Campbell, Flamini (9. Clichy) - Hleb, Gilberto, Fabregas, Ljungberg, Reyes (70. Pires) - Henry. - Trainer: Wenger
Schiedsrichter:
Walentin Iwanow (Rußland)
Tore: Keine
Zuschauer: 23.000 (ausverkauft)
Beste Spieler: Franco, Sorin - Hleb, Lehmann
Karten:
Keine
Bes. Vorkommnis: Lehmann hält Foulelfmeter von Riquelme (90.)

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
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